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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Abel-Blumenthal, Band 1
Seite - 437 -
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Seite - 437 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Abel-Blumenthal, Band 1

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43? Poeten in Wien auf, die den beideu vor« genannten ihre Lorbeer« streitig mach- ten. Es waren Blumauer und Al- xínger, beide in den Dichtungsarten, welche sie pflegten, ganz verschieden, doch in jeuer Zeit immer als das poetische Diostureupaar zusammen genannt. B.'s Arbeiten, deren locale Färbung vor- herrschte, gewannen bald in Oesterreich eine ungeheure Verbreitung, aber anch im Auslande ließ man seinem Talente Gerechtigkeit widerfahren, wenn man darüber auch die Mängel seiner Arbeiten nicht übersah. ^Vergleiche in deu Quellen die einzelnen Auszüge der über ihn zu sei- ner Zeit erschienenen Urtheile anerkannter Kritiker Nr. III, u. X.) Seinen Ruhm be- gründete er vorerst mit seinen Gedichten, von denen die edlern im Geiste Bürge r's gehalten, sich durch schöne männliche Sprache, Gefühl, mitunter lebhafte Phan- tasie, ausnahmsweise durch wahrhaft er- habenen Schwung auszeichnen. In sei- nen burlesken Poesien, worunter sein „Lob des Ochsen" — „des Esels" — „des Schweines" — „des Hahnes" immer komisch bleiben, verirrte sich B. nicht sel- ten in das Gebiet des Ekelhaften und Widrigen, mitunter Rohen. Eigentlichen Ruhm in der literarischen Welt bereitete ihm aber seine „Ernnntirte Zliniii", wozu B. deu Gedaukcu von Sc arr o n ent- nommen haben soll sOe iv in us, Ge- schichte der deutschen Dichtung, 4. Aufl. 3. Bd. S. 64), während N. selbst in der Nachschrift zu seiner Probe sein Gedicht als eine Fortsetzung de« Versuch« von Michaelis erklärt, ^Vergleiche inden Quellen die einzelnen Auflagen, die Ur- lheile darüber, die Kupfer, u. dcrgl. m. Nr.V^VI,, VII,, VIII.) Kecker, oft derber Witz mit beißender Satyre und grotesker Laune, welche aber anch nicht frei ist von jenen cynische» Zuthateu, wodurch B.'s Arbeiten überhaupt entstellt werden, wett- eifern in der „Aeneis." B. fand auch Nach- ahmer, aber nicht seines Witzes, der geist- reich u. unerschöpflich war, wohl aber der Gemeinheiten,in denen ihn seinunsaubere« Gefolge noch überbot; namentlich erregte Schabers Fortsetzung ss, unten Nr. VIII. „Fortsetzungen und Nachahmungen der Aeneis") allgemeinen Unwillen, ja sogar B.'s Namen wurde bei einem dieser Mach» werke mißbraucht. Die Reise Sr. Hei- ligkeit de« Papst Piu« VI. nach Wien veranlaßte B. zu einem prophetischen Prologe chem bald eine 2. Aufl. folgte) und zu einem Epilog. Gegen Nicolai'« bekannte Neisebeschreibung verfaßte B. unter dem Namen Obermeyer einen satyrische» Prolog i^m 2. Bande seiner Gedichte abgedruckt) ; schrieb aus Veran- lassung derselben seine: „NeMchlnMii än« Oeztermchl Inlk>ai»ng und lüeriiinr" (Wien 1783), und noch : „Process Mischen Nil»!« nnd den N7 Priilmmerünten anl «eine Zeise" (Leipzig Míen) 1783), sIergl. Nr. XIV.) Doch ließ ihm Nicolai alles dies nicht entgelte». B.'s dichterische Verdienste fanden eben in der „allgem. deutschen Bibliothek" willige Anerkennung, und so- gar B.'s Bild wurde dem 27. Bande der- selben vorgesetzt. Mit R ätsch ky zusam- men gab B. zehn Jahre hindurch den „Wiener Musenalmanach" heraus, den er dann einige Jahre allein fortsetzte; ferner besorgte B. die Herausgabe der „Wieuer Realzeitung" von 1782—84, und betheiligte sich auch an der „Jenaer allgemeinen Literatur-Zeitung". B. hat sich auch im Dramatischen versucht, und in seinem Trauerspiele „Gimine «°n steinheim" Geschick dazu beurkundet. Als Dichter u. Schriftsteller wird mit Bezug auf die in den Quelle» angegebenen Urtheile die Kritik sich folgendermaßen aussprechen dürfen: „Blum a uer s Muse ist derb tomisch, drollig, voll beißenden Witzes und lachender Satyre. I» seiner trave- stirteli Aenei« wollen die Anspielungen, komischen Verdrehungen des Virgil'schen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Abel-Blumenthal, Band 1
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Abel-Blumenthal
Band
1
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1856
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.18 x 19.61 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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