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März 1789, gest. zu Löwen in Belgien
14. Dec. 1852). Nachdem er im Schooße
des Jesuitenordens, dem er seit seinem
16. Jahre angehörte, die Studien absol-
virt hatte, ward er Doctor der Theologie.
Hierauf versah er durch 30 Jahre philo-
sophische Lehrkanzeln, zuerst in Rußland,
und dann, als sein Orden aus diesem
Reiche vertrieben ward, in Oesterreich u.
zwar zu Tarnopol und Linz. Er ward
zweimal als Procurator der Ordenspro-
vinz nach Rom und einmal als Visitator
in die galizifche Provinz gesendet. Nach
der Aufhebung der österreichischen Ordens-
provinz im 1.1848 ging er nach Belgien,
wo er zu Löwen durch mehrere Jahre als
Professor der Philosophie und Theologie
wirkte. Dort starb er eines plötzlichen
Todes. Er wird als ein frommer, ein-
facher, in Sitten makelloser Mann ge-
schildert, der seiner Ordensregel bis zum
Tode treu geblieben war. Er hinterließ
folgende Schriften in lateinischer Sprache:
. 1842, 8°.); — ^Institutiones zM
t^p. Necli. 1343,
8".); auch mehreres in polnischer Sprache,
alles ascetischen Inhaltes (bei Piller in
Lemberg 1842—44) und die Uebersetzung
eines franz'ös. Werkes des Fürstbischofs von
Toul über den Unterricht in den Wahr-
heiten des Glaubens und in den Pflichten
eines Christen.
39.
Emil (Dichter und Phi-
lolog, geb. zu Klausenburg 16. Mai
1784, gest. 28. Oct. 1839). Studirte in
seiner Vaterstadt, und mit besonderem
Eifer röm. Literatur; 1799 zu Kaschau
die Philosophie. Kazinczys „Orpheus"
richtete des Jünglings Aufmerksamkeit auf die heimische Poesie. Indem B. an-
fänglich
sich der Rechtsgelehrsamkeit wid-
men wollte, trat er, sein Vorhaben än-
dernd, 1803 in den Piaristen-Orden, u.
verlegte sich nun unter des berühmten
Horanyi Anleitung mit Eifer und Er-
folg auf das Studium der griech. Sprache
und Literatur. Den Ordensstatuten ge-
mäß docirte er 2 Jahre zu Klausenburg
und Bistriz; trat dann aus dem Orden,
begab
sich nach Wien, wo er Astronomie
studirte, zum Priester ausgeweiht wurde,
und dann als Professor der Rhetorik
nach Hermannstadt ging. Schwache Ge-
sundheitsumstände nöthigten ihn 1816 die
Lehrkanzel zu verlassen, und erst 1821
übernahm er den Lehrstuhl der Moral-
und Pastoral-Theologie im Seminar zu
Karlsburg, auch war er Custos der Stern-
warte daselbst, und später Domherr des
dortigen Capitels. Diese Pause füllte er
mit der im Erd6lhi-Museum abge-
druckten ästhetischen Aufsätzen aus, welche
den trefflichen Denker und philosophischen
Kenner der classischen Literatur beurkun-
den. Auch erschien von seinen zahlreichen,
meist lyrischen Poesien ein nur sehr ge-
ringer Theil im Erdslyi-Museum. In
seinen letzten Jahren beschäftigte er sich
mit einer Uebersetzung des Plato in's
Magyarische. Am 9. März 1832 zum corr.
Mitgliede der ungar. Akademie ernannt,
betheiligte er
sich an der Ausarbeitung der
alten magyarischen Sprachdenkmäler.
;/ ^akab sg Danielik ^össe/, b. i. ungar.
Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreib.
Von Jakob Ferenczy und Josef Danielik
(Pesth 1856, Gustav Emich) S. 65. —
Oestr. National-Encyklopädie (von Graff er
und Czilann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd.
S. 220 d^aselbst irrig als Beczy Emil an-
geführy. — Handbuch der ungarischen Poesie
... In Verbindung mit Julius Fenysry
herausgeg. von Franz Toldy (Pesth und
Wien 1828, Kilian u. Gerold) II. Bd. S. 106.
Budahäzi, Peter, siehe: Barl«czy be
Szala, Anton Freiherr.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon