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Commandanten!" stürzte Buday sich
unter die Nationalgarden und bewaff-
neten Arsenalotten. — Er sank von acht
Bajonnetsiichen und drei Säbelhieben ge-
troffen zn Boden, obgleich schon früher
ein junger Mann der wüthenden Volks-
menge nur einige Schritte entfernt zwei-
mal den Versuch machte, B. mit einem
Pistolenschuß zu todten, aber jedesmal
fehlschoß. — B. wurde als Gefangener
in das Arsenal geschleppt, dort konnte
man ihm erst den in der Hand krampf-
haft festgehaltenen Degen mit Gewalt
entreißen. — Bewußtlos ließ man ihn
viele Stunden liegen, bis endlich ein auf
der Wache sich befindlicher Chirurg der
Nationalgarde so menschlich war, ihn zu
verbinden; — erst nach Monaten erhielt
B. die Gewißheit, daß sein Körper ob
der erhaltenen Wunden nicht dem Siech-
thume unterliege. Hätte B. treue Truppeu
befehligt, oder hätte nur ein kleiner Theil
der in ihren Casernm consignirten siei-
rischen und kroatischen Truppen ihm zu
Hilfe kommen können, so wäre Venedig
gerettet und Vieles beseitigt worden. Se.
Majestät der Kaiser Ferdinand belohnte
Buday mit dem Ritterkreuze des Leo-
poldordens ; Feldmarschall - Lieutenant
Ritter vonMartini nannte ihn: „Eine
Perle seines Kaisers". 1849 avancirte
B. zum Oberst. Gegenwärtig ist der Held
General-Major u. Brigadier im Bauate.
Oestr. Militär-Konversations-Lexilon. Herausg.
von Hirten feld u. Dr. Meyn ert (Wien
1851) I. Bd. S. 560. — Oestr. Bürgerblatt.
1850 im Februar.
Buday de Mtor, Ignaz Freiherr
(k. k. Major, Ritter des Mar. There-
sienordens, geb. zu Pesth 1764, gest. zu
Oedenburg6.Febr. 1850). 1782 trat
er als Cadet in das Kürassier-Reg. Bog-
Hera, ward 1785 Unterlieut. bei den
Uhlanen, 1787 Oberlieut. bei den Hu-
saren, 1792 erster Rittmeister. Er focht
bis zur Schlacht von Marengo anFri- monts und Radetzky's Seite. Im
Türkenkriege zeichnete er sich 1788 auf
einem Zuge gegen 400 Spahis aus, die
im Banate gegen Deutsch-Bogschan
verheerend vorgedrungen waren. Er zer-
sprengte sie und spaltete ihrem Anführer
dem Pascha von Bosnien im Zweikampfe
den Kopf. Im I . 1794 zeichnete er sich
als Commandant von 160 Husaren sei-
nes Regiments, 265 prenß. Jägern und
32Mann Weimar-Kürassieren so aus,
daß ihn der ritterliche Prinz Louis von
Preußen seiner That wegen belobte. Am
23. Mai dess. Jahres deckte er muthig
und geschickt den Rückzug von Hanupr6
nach St. Hubert, und warf den mit
Uebermacht austürmenden Feind fünfmal
zurück, so daß im Berichte die Rettung
des Auffenberg'schen Corps, welches
die Arrieregarde des Rückzuges bildete,
lediglich als B.'s Verdienst bezeichnet
ward. Er zeichnete sich ferner in den
Treffen bei Fleurus (12. Juni 1794),
bei Charleroi (16. Juni), wo er zwei
Kanonen erbeutete, bei Esneux und
Sprimont (18. Juni) aus. In der
spätern Schlacht bei Fleurns (26. Juni)
zersprengte er zwei feindliche Bataillone
und hieb sie
großenthcils zusammen; dies
bezeugte der FML. Beaulien und des-
sen Adjutant unser Heldenmarschall Na-
detzky. Die glücklichen Erfolge aller
Operationen bis zum Uebergange über
den Nheiu bei Colle, den er Angesichts
des Feindes, von diesem mehrere Male
angegriffen, ausführte, verdankt man
dem Zeugnisse des FML. Ott zufolge,
dem Muthe und der Energie B.'s. Im I.
1796 erhielt B. das Ritterkreuz des Mar.
Theresienordens. Das 1.1799 war das
glänzendste Jahr seines Lebens; damals
stand er in Italien und wurde von dem
Gen.-Maj. Klenau mit 6 Zügen Hu-
saren und 6 Compagnien Inf. über den
Po entsendet, um die Versuche des Fein-
des, die Blokade vonFerrara aufzuheben,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon