Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2
Seite - 197 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 197 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2

Bild der Seite - 197 -

Bild der Seite - 197 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2

Text der Seite - 197 -

19? Swieten vorgestellt wurde, der über den Eifer des Jünglings erfreut, ihn nach her mit dem Livins beschenkte, welches Bnch B. immer wie einen kostbaren Schatz anfbewahrte. Merkwürdiger Weise wollte B. anfänglich die Mathematik — damals nach Kästner, später von Metz- burg nach eigenem Lehrbuche vorgetra gen — schwer begreifen. Erst als ihm der Zufall den Euklid in die Hände spielte, und B. von Anfang denselben durchmachte, zeigte sich seine natürliche Anlage zur Mathematik im schönsten Lichte, nnd auf van Swietens Aufmunterung wendete er sich der höhern Mathematik zu. Damit er seinen verarmten Eltern ferner nicht mehr zur Last falle, wendete ihm sein Gönner van Swieten eine Unterstützung zu. Nun studirte B. die Differential- und Integral-Rechnung, die Mechanik, die sphärische Trigonome- trie, nnd zuletzt auf van Swietens Rath die Astronomie, auf welche er sich endlich ausschließlich verlegte. Bürg er- hielt nun die Erlaubniß, an den Beob- achtungen der k. k. Sternwarte Theil zu nehmen, sich mit den daselbst befindli- chen Instrumenten zu üben und für diese Wissenschaft auszubilden. Unter des Ad- junctcn der Sternwarte Franz dc Paula Triesnecker Anleituug machte B. drei Jahre hindurch seine astron. Studien, u. beschäftigte sich nebenbei fleißig mit der Naturlehre. 1791 wurde das Lehramt der Physik am Lyceum zu Klagenfurt erledigt. B. bewarb sich um dasselbe und wurde in Folge eines ausgezeichneten Conmrs- elaborates dahin ernannt. Aber das Stu- dium der Astronomie hatte B. so sehr an- gezogen, daß sein ganzes Streben dahin abzielte, eine Stelle, die dieser Neigung entsprach, zu erhalten. Im I . 1792 starb Hell; durch Tries neckers Beförde- rung wurde die Adjunctenstelle leer, um diese bewarb sich B. und erhielt sie. Im Sept. 1792 trat B. seinen Dienst an der Wiener Sternwarte an. Nun lebte B. ganz seinem Berufe. Sieben Bände der vortrefflichenWienerastronomischenEphe^ meriden vom I. 1795—1801, an deren Berechnung und Ausführung B. von Amtswegen Theil nehmen mußte, u. die seit Triesnecker s Leitung einen vor- züglichen, insbesondere von denAstronomen in Europa anerkannten Werth erhielten, geben zahlreiche Belege des Eifers und Wissens des jungen Astronomen, na- mentlich im Anhange die schätzbarsten für Astronomen hochwichtigen Abhand- lungen B.'s; sie erschienen unter dem Titel: ^^)/l.sMö?'icl65 asti'onoTmcae «cl st 2806, eciici. ^. i-. 5. TVissneek^ et k. MrZ" (VVihn 1792 n. f., ^rktwkr, . 8°.). Der einen von diesen Abhand- lungen, der Theorie des Mondlaufs, weil sie zugleich das Denkmal eines Sieges ist, den die Wissenschaft eines geborneu Wie- ners in der Fremde auf eine merkwürdige Weise feierte, muß hier ausführlicher ge- dacht werden. Zu den schwierigsten astro- nomischen Theorien gehört die Theorie des Mondlaufs, und die Mondtafeln sind ivegen ihres unmittelbaren Nutzeus für die Schifffahrt die wichtigsten astronomischen Tafeln. Die europäischen Seemächte, insbesondere die englische, hatten seit lan- ger Zeit auf die Erfindung der Länge zur See Preise gesetzt; man konnte sich dazu nur' trefflicher See- oder Längeuhren, wie etwa der Harri so n'schen u. Mud- g e'schen, und genauer Mondtafeln, u. z. der Tobias Mayer'schen bedienen. Da schrieb das Pariser National-Institut der Wissenschaften u. Künste im sechsten Jahre der franz. Republik 1798 die astrono- mische Preisaufgabe aus: „aus einer gro- ßen Anzahl der besten, zuverlässigsten alten und neuen Mondesbeobachtungen, wenigstens 500 an der Zahl, die Epochen der mittlern Länge dcs Apogeums u. des aufsteigenden Knotens der Mondesbahn
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Bninski-Cordova, Band 2
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Bninski-Cordova
Band
2
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1857
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
470
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich