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berief und ihm die Ausführung der in
den übrigen Provinzen, vorerst in Wien
nnd in Niederösterreich zu errichtenden
Armeninstitute übertrug, welche Absicht
der Monarch in einem eigenen Nescripte
kundgab. 1784 erhielt Graf B. die
Oberleitung aller Stiftungssachen, Insti-
tute und frommen Vermächtnisse in der
Eigenschaft eines Präsidenten derselben.
Bis zum 7. Dec. 1787 bekleidete er diesen
Posten, dessen er erst auf sein wiederholtes
Ansuchen 1787 enthoben wurde.
Oefter. National-Encyklopädie (von Graf f er
und Czitann), (Wien 1335, 6 Bde.) I. Bd.
S. 413.
Burcell, Johann Baptist Freiherr
(k. k. Generalmajor, Ritter des Mar.
Theresienordens, geb. in I r land 1721,
gest. zuEsseg 27. Oct. 1779). In seinem
achtzehnten Lebensjahre trat er in kaiserl.
Militärdienste. Durch Tapferkeit brachte
er es bald zum Rittmeister. Als solcher
zeichnete er sich im siebenjährigen Kriege
bei Prag, Görlitz, Schweidnitz,
Breslau, Leuthen und Neusse
(1758) aus, so daß er zum Major avan-
cirte. Zin Jahr darauf focht er tapfer bei
Maxen und leistete dem Wolf ers-
dor f'schen Corps beim Rückzüge von Gol-
densee nach Trautenan die wichtig-
sten Dienste. Es ward ihm 1760 der
Mar. Theresienorden nud der Oberst'
lieutenantsrang zu Theil. 1775 ward er
Oberst und Commandant im bairischen
Erbfolgekriege, unter London General-
major. Nach Esseg als Brigadier ab-
gesandt, starb er daselbst.
Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg.
von Hirtcn'feld und Dr. Meyne rt (Wien
1351), I. Bd. S. 508.
Bürde, auch Bourdet, Johann Karl
(Stempelschneider, geb. zn Lie-
ben au im Iungbnnzl. Kreise Böhmens
im 1.1744, gest. um das 1.1818). Früh-
zeitig entwickelte sich des Knaben Talent.
21 Jahre alt, ging er nach Prag und von dort bald nach Wien. Hier bildete er sich
auf der Akademie aus, machte 1770 eine
Reise nach Paris, wo er bei dem berühmten
Graveur Legois vier Jahre arbeitete und
mehrere historische Gegenstände in Stein
für den reichen französischen Adel aus-
führte. Viele seiner Arbeiten gingen auch
nach den Niederlanden, nach Spanien und
England. 1774 kehrte er in seine Heimat
zurück nnd ließ sich in Prag häuslich nie-
der, wo er noch im I . 1815 arbeitete.
Die Medaillen für die königl. böhm. Ge-
sellschaft der Wissenschaft und für viele
Privatpersonen sind von ihm gearbeitet.
— Er hatte zwei Söhne: Johann Ig-
naz (geb. zu Prag 1776). Seine Ar-
beiten in Stahl und Stein, in Cameo wie
in Intaglio, sind gleich denen seines Va-
ters ausgezeichnet und im Auslande sehr
geschätzt. — Joseph Karl (s. den Fol-
genden).
Nagler (G. K. Dr.), Neues allg. Künstler-
Lexikon (München 1835 u. f., 8«.) II. Bd.
S. 238.
Bnrde,IosephKarl(Ku Pf erstech er
und Maler, geb. zu Prag 14. Mai
1779, gest. ebenda 26. Febr. 1848). Sohn
des Siegelstechers Johann Karl (s. den
Vorigen). Erhielt seine Kunstbildung in
der Schule seines Vaters und machte darin
glänzende Fortschritte. Er widmete sich
der Knpferstecherkunst, und die Gewogen-
heit des Kunstmä'cens Franz Grafen von
Sternberg verschaffte ihm starke Be-
schäftigung. 1801 wnrde er in die Akade-
mie im Clementinnm aufgenommen und
1804 als Custos der Bildergallerie des
Grafen von Czernin angestellt. Zuletzt
war er Custos der Gemäldegallerie der
Gesellschaft Patriotischer Kunstfreunde in
Prag. Seine Gemälde, zum größten Theile
Copien nach berühmten Meistern, sind
ziemlich zahlreich. Auch die Zahlseiner Ku-
pferstiche ist nicht unbedeutend, und manche
seiner Blätter werden von Kennern ge-
schätzt. V. war auch Sammler und sam-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon