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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2
Seite - 232 -
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232 Kirche besser entsprach, als der angenom- mene von Pellegr in i. Znr Feier des Einzuges des eben vermalten Vicekönigs Eugen mit der Prinzessin Amalie von Baiern sollte ans dem inneren Corso der I>orw orisnwis eine Triumphpforte er- richtet werden. Die Pforte wurde von C. in wenigen Tagen wie aus dem Boden gezaubert. Die strengen Verhältnisse dieses Prachtbaues, der aber nur aus Holz und Leinwand bestand, erregten die Be- wunderung des Pubücums in solchem Maße, daß man die Ausführung dieses Triumphbogens in Marmor beschloß. Im Herbste 1807 wurde begonnen und C. vollendete damit den schönsten Pracht- bau, den das neuere Italien aufzuweisen hat. An Schönheit steht er den stolzen Monumenten des Alterthums zur Seite, an Größe und Kühnheit der Formen übertrifft er sie. Als bei der Umgestal- tung der ?orta. lioinsss der sogenannte ^reo äsiw xao6 erbaut werden sollte, entwarf auch C. die Zeichnung dazu. Die jonische Balkenlage, die er dem Ganzen gab, wurde für die spätere Technik der Architektur in der Lombardie wichtig, denn seit dieser Zeit wurde der für Bau- lichkeiten unbrauchbar gehaltene Granit mit dem glücklichsten Erfolge bei vielen Arbeiten in der Lombardie angewendet. Seit 1814 mehrten sich die Aufträge, welche C. erhielt. Im Auftrage des Kai- sers Franz sollte er die neue Fayade der k. Burg und das neue Burgthor entwer- fen. Der Tod von Cagnola's Mutter berief den Künstler, der bereits in Wien war, nach Mailand und die Arbeit erhielt ein anderer Architekt. Seine übrigen bedeutendern Werke sind: Die Familiengruft, welche Fürst Metter- nich in Königswarth errichten ließ; — Der Riß zur Stirnseite der Capelle von Varallo; — Ausbau und Ausschmückung des Glockenthurmes im Flecken Chiari; — den schon erwähnten Riß zum Mautamte bei Vorta. orisniHie mit einer korinthi- schen Säulenstellung, die für den Ausblick iu die ferneu Gebirge berechnet war, ließ Giovanni P ec cis, nm ihn der Nach- welt zu erhalten, auf seine Kosten in Bronce gießen. Als Peccis starb, gab C.'s Schwester, die Marchese Paravi- ci n i, die nöthigen 36.0001.a., damit die- ses Kunstwerk vollendet und vergoldet wer-» den konnte; — Die marzellinische Capelle in der Kirche S.Ambrogio;—Die Kirche von Concorezzo; — Der Glockenthurm von Urgnano im Bergamaskischen; kreis- förmig, auf viereckigem Unterbau ruhend, besteht er ans drei Geschossen von dori- scher, jonischer und korinthischer Säulen- ordnung. Diebeiden untern haben Nischen, worin Heilige stehen; — Die Notonde von Ghifalba mit einer prächtigen Vor- halle; — Der reichgeschmückte Saal im adeligen Casino zuMailand mit seinen dazu gehörigen Gemächern; — Das Heilig- thumhäuschen für die Kirche zu Guastal- la in vergoldeter Bronce; — und der Palast zu Inverigo, den er auf eigene Kosten erbaute. Viele seiner großartigen Entwürfe sind durch Ungunst der Zeit u. der Menschen leider unausgeführt geblie- ben. C. hat manchen tüchtigen Schüler gebildet;darnnter V er g a ni, den Erbauer des Theseustempels, den gelehrten Herzog vonSerra diFalco in Palermo, Dor- doni, dessenBauten das Gebiet Mailands schmücken, Bianchi, den Erbauer der Kirche äem?r3.no6LQ0 äi. ?2u.Ia. in Nea- pel, Boara di Lecco, der mehrere schöne Bauten im Gebiete von Lecco aus- geführt; Gilard i, Baumeister der Kai- serin von Nnßland und Peverelli, seit 1810 C.'s Freund und unzertrennlicher Gefährte. Obwohl C. Mitglied sehr vie- ler Akademien war — seit 1812 des I8tiwto louidkräo — so hielt er doch von dem Wirken derselben wenig. Er lebte sehr zurückgezogen, hatte nnr einen kleinen sehr gewählten Freundeskreis um
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Bninski-Cordova, Band 2
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Bninski-Cordova
Band
2
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1857
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
470
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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