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von Metastasio; — 1731:
Demet^'o",- — 1732: „H^s-
—1734:
— 1735:
/ —1736:
^'o") Oratorium, in Prag aufgeführt.
Außerdem componirte C. viel Kammer-
musik, Cantaten, Sonaten, Chöre, Messen
u. d. m., wovon auch Mehreres gedruckt
worden ist. Seine Compositionen, insbe-
sondere aber seine Kirchenmusiken werden
von Kennern geschätzt. Seine ersten Ar-
beiten zeichnen sich durch Einfachheit und
Schmucklosigkeit im höchsten Grade aus;
er schrieb damals seine meisten Compo-
sitionen 3.11a. Qg.p6i1g.) streng contrapun-
ctisch durchgeführt, würdig, u. im Geiste
seines Vorbildes Palestrina. Als er
später nach Wien kam, sich
mit dem Geiste
der deutschen Musik vertraut machte, und
ihm in seiner Stellung als Hofcapell-
meister reiche Instrumentalmittel zu Ge-
bote
standen,
begannen auck seine Parti-
turen reich sigurirt zu werden. Die
Kunstkritik urtheilt über C.'s Kirchenmusik
folgendermaßen: „Alle seine Kirchencom-
positionen tragen das Gepräge eines au-
ßerordentlichen Genies an sich... Man
erkennt aus der besondern Farbengebung,
dem leichten Melodienschwunge, der An-
wendung der mannigfaltigsten Combina-
tionen , den Verschlingungen canonischer
Sätze in allen Stimmen sogleich den aus-
gezeichneten Charakter dieses Meisters...
Vorzüglich beherrscht er in Fugen seinen
Satz. Das einfachste Thema gibt ihm
hinreichenden Stoff, die Fuge in den ver-
schiedensten sinnreichsten Nachahmungen,
Rückungen und harmonischen Gängen
durchzuarbeiten. Sein Styl ist kühn und
feurig, und besitzt den seltenen Vorzug, den italienischen, fließenden, einschmei-
chelnden Gesang mit rigoroser deutscher
Gründlichkeit zu vereinen. Es müßte
wirklich im ganzen weiten Reiche der
Tonkunst gar nichts Bleibendes, gar
nichts fest Bestehendes mehr geben, es
müßte Alles Welle und kein Meer sein,
wenn Werke wie diese zu gelten und be-
wundert zu werden, aufhören sollten".
In der k. Hofbibliothek zu Wien, und
in Privatsammlungen daselbst, auch in
der Pfarrkirche des heil. Franziscus in
Prag an der Prager Brücke, befinden
sich viele Compositionen dieses fruchtbaren
Tonsetzers im Manuscript. Walthers
und Gerbers musikalische Lexiken geben
reiche aber nicht vollständige Verzeich-
nisse seiner Werke.
DIabacz (Gottfried Ioh.), Mg. hift. Künstler-
Lexikon für Böhmen (Prag 1815, Haase) I.Bd.
Sp. 259. — Gerber (Ernst Ludwig), Histo-
risch - biographisches Lexikon der Tontünftler
(Leipzig 1812, Kithnel, gr.8«.) I. Bd. Sp. 236.
— Neues hift.-biogr. Lexikon der Tonkünftler
(Ebend. 1812, Lex. 8°.) Sp. 602 Inach diesem
ist C. zu Wien gestorben). — NoiveUe Lio-
ßraxliis ßsksraiV... pubiiss sons 1a äire-
otioQ äo H. 1<z Dr. Hokksr (?2rig 1853)
VIII. Lä. 85. 164. — F'stis, Dieüonnkire
univ6?86l1s ä63 Uu5iaieQ8. — Mey er (I.),
Das große Conversations-Lexikon für gebildete
Stände (Hildburghausen 1842, Bibl. Inst.
Lex. 8°.) VII. Bd. S. 122 Inach diesem ist
C. schon 1674 geboren). — Burney (K.),
Tagebuch einer musikalischen Neise durch
Frankreich und Italien (Hamburg 1772, 8°.)
I I I . Vd< S. 130.
Calderari, Otto Graf (Architekt,
geb. zu Viceuza 1730, gest. 6. Oct.
1803). Aus vornehmer reicher Familie
stammend, beschäftigte er sich anfänglich
nur mit der Lecture der Dichter feines
Vaterlandes. Eines Abends durchschritt
der bereits erwachsene Jüngling bei hel-
lem Mondschein den Platz in Vicenza,
auf welchem
sich die berühmte Lasiliea
Uaäiaug. erhebt. Von dem erhabenen
Anblicke des großen Bauwerkes ergriffen,
rief er zu seinen Gefährten: „OK
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon