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beiMigliara, in dessen Fußtapfeu er
trat und Bilder malte, welche die Auf-
merksamkeit der Kunstfreunde erregten.
Es sind Landfchaften, Ausickncn von Kir-
chen, Klöstern, Corridoren, Vestibnlen,
worin er durch glückliche Vertheilung des
Lichtes, treffliche Behandlnug des Hell-
dunkels und richtige Perspektive sich aus-
zeichuet. In der Gemäldegallerie des Bel-
vedere befinden sich
von ihm: „Ansicht dcr
Aeberreste der Säulenhallen der Octavill, jcht der
atte Szchmllrkt n^ Mm" (Lwd. 2' 4" hoch,
3' 1" breit, bezeichnet: Calvi 1834); —
„Nll5 Innere dez Nllmes zn TNonza" (Lwd. 2^ 4 "
hoch, 1' 11" breit, bezeichnet Pompco
Calvi l. 1838).
Nag ler (G. K. vr.), Neues allg. Künstler-
Lexikon (München 1835 u. f., 8°.) II. Bd.
S. 301. — Kraft (Albrecht), Die moderne
Schule der k. k. Gemälde - Gallerte (Wien
1354, Pichlers Witwe u. S., 8".) S, 8.
, Antonio (Violinvir-
tuose, geb. zn Venedig 1775, gest.
ebenda 8. Febr. 1855). Schon im Knaben
sprach sich
das Talent für Musik und na-
mentlich für die Violine aus; er nahm
Unterricht unter dem berühmten Maestro
Capuzzi und machte solche Fortschritte,
daß man ihn scherzweise Capuzzetozu
nennen pflegte. Noch nicht zehn Jahre
alt, spielte er schon meisterhaft ein
Pleye l'sches Concert. Scin Nnf wuchs
und man übertrug ihm in verschie-
denen Städten Italiens die Directiou
der bei den Bühnen befindlichen Orchester.
Um
sich
in seinem Instrumente noch mehr
auszubilden und die Führung des Bogens
von andern Künstlern kennen zu lernen,
ging C. auf Reisen, trat in Wien und Paris
auf und veröffentlichte in letzterer Stadt
mehrere Violinconcerte. Dann kehrte er
wieder nach Venedig zurück, übernahm
nach einiger Zeit die Orchestcrdirectiou im
leatro ?6me6) welche Stellung er 20
Jahre hindnrch bekleidete. Anch ertheilte
er Unterricht in seinem Instrumente und bildete maucheu tüchtigen Schüler aus.
In der letzten Zeit war er erster Violin-
spieler an der berühmten Capelle bei S.
Marcns, welchen Posten er bis au seiucu
Tod inue hatte. C.'merra war ein gro-
ßer Künstler auf seinem Instrumente, selbst
Paganini rä'nmte dies ein. Das Athe-
nänm von Venedig hat ihn zum Mitglicde
ernannt. Er starb, 80 I . alt, uud, auf die
kleineu Bezüge seines Dienstes beschränkt,
in Armuth aber allseits geachtet.
2IäQ2ioni nnarilieko 2. clekonti äi VünLkia..
1'riino 8emestre 1855 (Vcnsäi^, ?6rjni, 8°.)
3. 10.
Cammerer, Sebastian (Venedic-
tiner-Pfarrer, geb. 1754 in Ober-
Oesterreich , gest. bei W ien am
1. April 1810). Von armen Eltern
geboren, studirte er zu Linz und faßte
Neiguug zum geistlichen Staude. In
dieser. Absicht giug er 1777 uach Wien
und ließ sich daselbst in das Schottcnklo-
ster anfnehmen. Bald zog er durch seine
wissenschaftliche Bildung, durch seinen
Sinn für die lateiuische und deutsche 5!ite-
ratur die Aufmerksamkeit des Couvents
auf sich. Das Geschichtstndinm nament-
lich hatte er mit solcher Liebe gepflegt, daß
er Zeitepocheu und Begebenheiten, Per-
sonen und Daten mit Genauigkeit reciti-
reu konnte. Auch in der Mathematik war
er zu Hause. So entstand zwischen ihm
und den gleichgesiunten Mäuuern des
Couvents ein inniger geistiger Bund,
den sein biederer Charakter unauflöslich
machte. Allein eben durch sein wissen-
schaftliches Streben verfiel auch er dem
Wahne seiner damaligen Standesgeuos-
sen, die alles andere Wissen dem Studium
der Theologie eutgegen nnd schädlich
hielten. Er ward nicht befördert und nur,
als man Noth an Mann hatte, übergab
mau ihm die Kanzel der Mathematik im
Stifte. Später finden wir ihn als Vicar
zn Gnmpendorf. Schon damals hatte sich
in Folge seiner Studien eine bedeutende
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon