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A. Manzoni's ,,?i'0in623i s^osi"; sie
enthält viele Aufschlüsse über den Cav
dinal Borromeo, die Nonne von
Monza, und die mit ihr in Verbiß
düng stehenden Ereignisse. — Die Um-
sturz-Versuche der 6iovin6 ä^Itklig. im
F. 1833 hatten eine verschärfte Aufmerk-
samkeit der Regierung zn Folge, und anch
Cantü. wurde am 11. Nov. 1833 ver-
haftet. Obwohl am 14. Oct. 1834 seiner
Haft entlassen, hatte er doch die Lehr-
kanzel verloren, und er erhielt nur mehr
eine Pension von 300 fl. Während seiner
Haft schrieb er zum Theil auf die Rück-
seite von Landkarten, die ihm gestattet
wnrden, den Roman: ^.U'cl^sT'itcl
5terla« (MilZmä 1850, 24°., mit K.
u. mit Illustr. im Text, lurin 1843,8".),
wovon die „Illustration" in Paris 1842
eineUebersetzung mit sehr schönen Holzschn.
brachte, auch deutsch von Fink, 2 Bde.
(Stuttgart 1841). Man pflegt in Italien
diesen Roman an die Seite von Manzo-
ni's n?l0M68si Zxosi" zn setzen. —Nun
erschien: „MtiÄcr cli 6. O. Sama^non"
(1835)) eine biograph.-literarische Skizze
des berühmten Rechtsgelehrten und sei-
ner Werke; eine Reihe vonIugendschriften
„II b^t/a7icm?lc>"(UÄii3.nä185i, 16 °.,
illustr.); — „liNovinetto "(Nd. 1852, ill.);
(Nd.1852, illustr.);
(Ld. illustr.) in mehrere lebende Sprachen
übersetzt, und in Italien in vielen und sehr
starken Aufl., darunter mehrere Nachdruck,
verbreitet; die 15 blos in Mailand er-
schienenen umfassen eine Anzahl von
60,000 Exemplaren. Im I . 1836 war
der Tnriner Verleger G. Pomba nach
Mailand gereist, um mit einem der dor-
tigen Gelehrten die Herausgabe einer
Geschichte Italiens zu bereden. Nach
mehreren mißglückten Versuchen wurde
endlich Cantü. gewonnen, und nun er-
schien dessen großartige: „Fnmc^sHa
5to,-ica" (I^rin 1837—1846) in 35 Bänden, wovon die ersten 18 die eigent-
liche Geschichte ^aooouto)^ die übrigen
die Sammlung der Beilagen (Ooon-
umritt) aus allen Literaturen, parzielle
Abhandlungen über Religion, Philoso-
phie, Chronologie, Kriegsgeschichte, Ar-
chäologie und Kunst enthalten. Das auch
sonst kostbar — mit 100 K. K. ^ ausge-
stattete Werk war bis jetzt (1857) in acht
Aufl. erschienen, ungerechnet die Nach-
drucke in Palermo und Neapel, und eine
spanische, englische, französische und deut-
sche (letztere von Brühl, Schaffhausen
1848), in nenefter Zeit eine ungarische
Uebersetzuug. Dieses Werk umfaßt die
Geschichte Italiens von den ältesten Zei-
ten bis zur Thronbesteigung Pius IX.
Streng katholisch in seiner Tendenz, sucht
Cant n darin im Geiste M an z o ni's den
Staat und die Kirche, Politik und Reli-
gion mit einander zn verschmelzen. Mit
Strenge verfährt er gegen die Historiker,
die ihm vorangegangen, namentlich gegen
die des XVIII. Jahrhunderts. Aber auch
er wurde nicht geschont, ihm wurden viele
Irrthümer nachgewiesen, und seine Werke
den umfassendsten Analysen unterzogen,
als von Bianchi-Giovini: „J
itioi^, 2 Väs. (Ukilauä 1346), von
M. I. Meniniim Mailänder Journal:
„II rilÄto") und von M. A. Broffe-
r i o im Turiner Blatte: „NsZLg.FFisi'O".
Doch erfreute
sich C.'s Werk im Ganzen
einer theilnahmsvollen Aufnahme, Auf
Guizots Antrag verlieh König Ludwig
Philipp dem Geschichtschreiber den Or-
den der Ehrenlegion, und Se. Majestät
Kaiser Ferdinand I. zeichnete ihn durch
Uebersendung seines Chiffreringes aus. —
Aus Anlaß des 6. italienische:: Gelehrten-
Congresses, der 1844 in Mailand Statt
fand, verfaßte Cantü, da das Muni-
cipinm den Gelehrten einen Wegweiser
für die Stadt übergeben wollte, das Buch:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon