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s" nach, daß C. die slavische Kir«
chenspräche mit Rnssicismen verunrei-
nigt habe. Diese Dienstleistungen bewirk-
ten seine Ernennung zum Bischof von
Ossero (9. Inli 1740) und zum apostoli-
schen Visitator der illyrischen Collegien,
drei Jahre später seine Erhebung zur
erzbischöfl. Wurde in Zara (11. Jänner
1746). Daselbst erweiterte er nun das
illyrische Seminar und hielt die Kirchen-
zncht mit solcher Strenge aufrecht, daß er
aus Anlaß einer Streitfrage sich
nach Ve-
nedig zur Rechtfertigung begeben muhte.
Bei dieser Gelegenheit erschien von
i hm: „In/o?-?na<2ion6 ^s?- ?-aApo?-to a^
ecc." (1750). Die heftigen Angriffe des
damaligen Erzbischofs von Ragusa auf
seine liturgischen Bücher vertheidigte er iu
seiner Schrift: „I6sn.tita cislla li^^a lst-
tsT'als ^lava s nscsFn't« H co»«67'va?'!a ns^
lib?-i sacn'" (Köm 1741), welche sich
im
Archiv der römischen Propaganda befin-
det. Auch verfaßte er zwei Abhandlungen,
die eine über Vamphre und Hexen, die
andere über ein theologisches Thema. In
Handschrift hinterließ er u. a.: „
canomcam vi3itatio7tsnt'-^1754). 25 Jahre
stand er als eifriger Kirchenfürst seiner
Diözese vor. Seine Handschriften gingen
in den Besitz seines Neffen Anton Cara-
man über.
Sliubiok Äi Oittä vsaokia Mmsone ^lb.), 01210'
( Ä 1856, I^eclmsl, uuä 2ükra,
e ^.dsUcll) 8. 73.
CarcllNV, Giulio (Dichter, geb. in
der Lombardei). Zeitgenosse. Ueber sein
Leben ist wenig bekannt. Die unten an-
gegebene Quelle theilt nur allgemeine
Familienbeziehungen über den Dichter
mit. Er trat zuerst im 1.1841 mit ei-
nem Bande Gedichte öffentlich auf, welche
durch den Schwung der Sprache und ihre tiefe Empfindung Aufsehen erregten,
und ihm einen Platz unter den besten
neuern Poeten Italiens anwiesen. Im
Jahre 1843 erschien seine poetische No-
velle : ,,Icla ckells !5o^s", welche auf hi-
storischem Boden fußt und von der Kri-
tik der „IläeFOnäa." von Grossi, und
der „?i9. ä6' lolouisi" von Seftini
an die Seite gestellt wnrde. Im näm-
lichen Jahre gab er auch die «
heraus, worin er Szenen
aus dem socialen und häuslichen Leben
schildert. Seinen eigentlichen Nuhm als
Dichter begründete seine Novelle: „^n-
1856, Oolowdo, K6X.8".)) welcher eine
zweite, betitelt: „Oannano. 6to?-ia ^una
^overa/amiglia" (Mailand 1850,2 Läs.
12"., wit 3. ic.) folgte. Ueber die
letztere waren die Ansichten der Kritik
getheilt. In beiden behandelt C. die grel-
len Mißverhältnisse des socialen Lebens,
wie solche zuerst in der Heimat derselben,
in Frankreich, den Stoff poetischer Pro-
dncnonen bildeten, und in allen mögli-
chen Abarten sich in den übrigen Litera-
turen des Continents überlebt haben.
Die cbcn bezeichnete Ausgabe der ^ n -
'a" istdieletzte u. mit 150 fleißig
gearbeiteten Illustrationen ausgestattet.—
Ein anderes und bedeutendes Verdienst
um dic Literatur seines Vaterlandes er-
warb sich C. durch die rhytmische Ueber-
setzung der großen dramatiscken Schö-
pfungen Shakespeare's, der den Ita-
lienern bisher nur durch die Prosaische
aber geschätzte Uebertragung von Carlo
Rusconi vermittelt worden war. Von
C. erschien im I . 1843: „König 3ear",
dann „Mmlet" 1847, dem bis 1853 noch
neun Stücke, das letzte: „Ver Nantmann van
Venedig" folgten. Viele Arbeiten C.'s be-
finden sich zerstreut in periodischen Schrif-
ten und Almanachen Italiens, darunter
in Predari's ^aoeoitH äi poetl 32äi-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon