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— 88: „Jakob Casanova von Seingalt. Ein
Beitrag zur Schilderung seines Geistes."
l,Enthalt eine Uebersicht seines Romans:
li'Niisa.'botii" aus Casanova's Zueignung
dieses Werkes an den Grafen Wald steint
— Flora. Ein UnterhaltungMatt (München,
4".) 1822, Nr. 184—206: „Casanova's Flncht
aus den Vleikammeru zn Venedig." — 1523,
Nr. 20 — 43: „Casanova iu London." —
/llttin (/ulöH), Ii,evuo äo^ 1'Is (1833) XI.III.
Lä. — I.a äänioeratis littär.nl-ü 1'?23, 8. 195.
— Grä ff er (Franz), Histonsch-bibliogravl).
Bunterlei (Brunn 1«^I, l,".) S. 201: „Graf
Waldstein nnd Casanova." — Archi,) fiir
Geographie, Historie, Staats' nnd Kriegs-
kunst (Wien 1822, 4",) Xlll. Jahrg. Nr. 125,
124: „Graf Waldstein und Casanova." —
^aiitsa äi (^orixin, (tt-üi^ 1856, I^t^noN^
IV. Dä. 8. 205. — Graff er (Franz),
Kleine Wiener Memoiren (Wien 1845, Fr.
Äcck, 8°.) S. 21: „Letzte Flucht." — Mg.
Encyklopädie der Wissenschaften und Künste.
Heransgeg. von I. S. Ersch und I. G.
Grnber (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4«.)
I. Sect. 21. Bd. S. 102. — (Brockhaus)
Conversations - Lexikon (10. Anfl.) III. Bd.
S. 688. — Oestr. National - Encyklopädie
(von Griiffer u. Czikann), (Wien 1835,
6 Bde.) I. Bd. S. 480.
Casanova, Franz (Maler, geb. zn
London 1727, gest. in der VrĂĽhl bei
Mödling nächst Wien 8. Juli 18<X>).
Brnder des Vorigen. Erhielt in Venedig,
wohin er sehr jnng gekommen, eine sorg-
fältige Erziehung, nnd bildete sich nament-
lich in neueren Sprachen nnd im Zeichnen
ans. Dann ging er nach Florenz, wo
er die Historienmalerei vonSimonini
lernte, darauf nach Paris, wo er sich bald
anf Schlachtenmalerei verlegte nnd darin
sich Bourguignon, in dcr Landschafts-
malerei aber Wonvermans znm Vor-
bilde nahm. In Paris hatte er Gelegen-
heit, seine Werke dem Maler Paro eel
zn zeigen, der dem KĂĽnstler namentlich
in der Zeichnung der Pferde manchen
nützlichen Wink gab. Das Stndimn vlä-
nnscher Meister, deren Hauptwerke er in
deutschen Gallerieu kennen gelernt, blieb < nicht ohne EinfluĂź auf seine Arbeiten.
Bon Paris ging Casanova nach
Dresden, wo er zahlreiche Beschäftigung
erhielt. Von Dresden reiste er nach Wien,
wo er seinen bleibenden Aufenthalt
nahm nnd da jiir die russische Kaiserin
die in ihrem Palaste aufgestellten Bilder
malte, welche die Siege der NĂĽssen ĂĽber
die Türken vorstellten» Von seinen Bil-
dern sind die l)crü!'Mtcstcn: „Nie NeMr-
mnng u°n GrMllw", worin der Künstler
alle Schauer dc^ Gräßlichen in einer
Weise vereinigte, daß jeder ästhetische Ein-
drnck vernichtet wird; — „Hanmblllil Mber-
gung ĂĽber die ZIpen" , im I . 1767 zu Lon-
don ausgestellt; — „Nie Schlacht von FlrnZ";
— ,,M Schlacht um Freilmrg", im I . 1771
fĂĽr die Gaucrie im Palast Bourbon im
Auftrage des Prinzen Condä gemalt.
Sonst bestcheu von ihm viele Schlacht-
bilder, Jagd- nud Ps'erdestiicke, Landschaf-
ten, militärische Scenen u. d. m. Die Aka-
demie der Malerei in Paris hatte' C. zu
ihrem Mitgliede erwählt und er hätte da-
selbst rnhig nnd geachtet der Kunst leben
können, wenn ihn nicht seine Prunksucht in
Schulden gestĂĽrzt nnd diese ihn gezwnngen
hätten, Paris zn verlassen; nach Anderen
trieben Diderots scharfe Kritiken seiner
Gemälde den Künstler ans der Seincstadt.
Nas Casain'va'^ Bilder, namentlich
seine Schlachtgcmälde betrifft, so vermißt
die Kunstkritik in denselben Einheit des
Ganzen und bemängelt die Aufopferung
jeder idealcn Bedentnng der nackten
oft gar nicht kĂĽnstlerischen Wirklich-
keit. Bezeichnend erscheint seines Bru-
ders eigenes Urtheil ĂĽber seine Arbei-
ten: „Ich selbst", schreibt Casanova dc
Sein galt in scinm Memoiren, „habe
ihm oft den Pistolen- und KanonenschuĂź
vorgeworfen, dessen Dampf ihm die letzte
Hand an seinen Bildern zu erspareu be-
stimmt war. Die Turbane seiner TĂĽrken
glichen mchr Flecken und Klecksen als eiuem
bestimmten Gegenstände, die Köpfe seiner
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon