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ten übertragen, die nach seinem Dafür-
halten dieses verdienten. Durch diesen
Vorgang, später auch noch durch Ankäufe
— da der Staat seit 1807 eine Dotation
dazubewilligt hatte — und durch Geschenke
hob er die Sammlung zu einer der bedeu-
tendsten Italiens. Zugleich mit derSamm-
lung begründete er eine numismatische
Bibliothek, die in acht Jahren zu 8000
Bänden anwuchs. C.'s Bemühungen ver-
eitelten es auch, daß dieser Schatz in
jener Periode nicht gleich vielen andern
nach Frankreich wanderte, und daß die
Sammlung trotz der Verringerung der
Dotation fortbesteht und wächst. Auch legte
C. eine sehr merkwürdigen, reiche Samm-
lung falscher Münzen an. Die literarischen
Arbeiten von C. beschränken sich
aus eine
kleinere Abhandlung, denn der 1813
von ihm redigirte Katalog hatte keine
wissenschaftliche Bedeutung und nur
den Zweck, die zum Tausche vorräthigen
Münzen bekannt zu machen; — sonst
schrieb er: „Isstte»-« Fo^T-a ckls ?ns<Ha-
(UkäläQä 1811, 8«.) imt lat.) ftine
zweite Auflage mit der Antwort auf die-
sen Brief von Dr. I . Mersan erschien
im nU3.Fg.2iQ 6no^ol0p66.iHu.6" dessel-
ben Jahres). Zahlreiche Materialien zu
einer Geschichte der schönen Künste in der
Lombardie befanden
sich in seinem Nach-
lasse. C. hatte nämlich werthvolle Ma-
terialien von Gius. Bossi (s. d.) geerbt,
und zu diesen Arbeiten seine eigenen hin-
zugefügt, doch der Tod vereitelte eine Her-
ausgabe, und sie befinden sich jetzt im
Besitze des Buchhändlers Melzi, des
Sohnes, dessen Vater sie gekauft. Der
Sohn läßt aber Niemanden in diesen kost-
baren Nachlaß Einsicht nehmen.
Wigands Conversations - Lexikon für alle
Stände (Leipzig 1847, gr. 8°.) III. Bd. S.
160. — ?,-ecla?-i (F^ano.), VidlioZ^ÜI. enei-
8. 106, 517, öS3 (Artikel:
äs). 18Z7, 51-. 8°.)
ave von Vo- Cancig, Franz (Maler, geb. zu
Görz 3. Dec. 1762, gest. zu Wien 18.
Nov. 1828). Kam im Alter von 15 Jah-
ren nach Wien, von dem Grafen Guido
Cobenzl an dessen Sohn Philipp
empfohlen. Der Letztere nahm sich des
strebsamen Jünglings liebreich an. C.
besuchte die k. k. Gallerie im Belvedere,
übte sich fleißig im Figurenzeichnen, und
studirte aufmerksam die älteren ital. Mei-
ster. Die ihm übrig bleibende Zeit wid-
mete er dem Studium der alten Geschichte.
Sein Wunsch Italien zu besuchen, wurde
schon in vier Jahren erfüllt. Sein Mä-
cen Graf Philipp Cobenzl empfahl ihn
dem Kaiser Joseph, und auf Kosten
des Hofes reiste C. 1781 nach Bologna,
wo er die Werke von Carracci stu-
dirte, und im folgenden Jahre nach Rom.
Zugleich studirte er fleißig alte Geschichte,
und besaß über Costüm und Sitten der
alten Völker seltene Kenntnisse. Seine
Arbeiten fanden selbst in Italien eine
beifällige Aufnahme; er erhielt mehrere
Aufträge. Nach siebenjähngemAufenthalte
zu Nom, kehrte C. nach Wien zurück;
aber schon im Jahre 1791 schickte ihn
Fürst Kaunitz nach Mantua mit Kunst-
aufträgen; dann begab er sich nach
Venedig, wo er fünf und ein halb Jahr
die Werke Tit ians und der anderen
Künstler, deren Arbeiten sich dort be-
finden, studirte. Die Ausbeute seines
14jährigen Aufenthaltes in Italien be-
stand aus nahezu 2000 Zeichnungen,
Studiennach Naphael, Abrissen von an-
tiken Gebäuden, eigenen Compositionen
aus der griechischen und römischen Ge-
schichte. Sie sind größtentheils in Negal-
folio, mit der Feder gezeichnet, mit dem
Tusche schattirt, und schöne Belege seines
seltenen Zeichnungstalentes und seiuer
gediegenen historischen Kenntnisse. 1797
kehrte er wieder nach Wien zurück, und
fand schon in zwei Jahren (1799) die
seltene Anerkennung seiner Verdienste
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon