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welches Institut er die verlassene Kirche
S. Agnes erwarb nnd einrichtete. Bon
Jugend auf den schönen und ernsten Stu-
dien zugethan, dichtete er selbst geistliche
und weltliche Lieder, unter denen ein ko-
misches, betitelt ^la Aucca" größere Ver-
breitung fand. Eine Sammlung seiner
Poesien ließ er unter dem Namen: „M-
,-swo Fisunnio") unter welchem er als
Mitglied der Arcadier thätig war. erschei-
nen. Nachdem er Priester geworden, zeich-
nete er sich als Kanzelredner aus und
seine Leichenreden auf den Tod des Prie-
sters Zorzi, des Mons. Zender, des h.
Vaters Gregors XVI. zählen zu den
Musterstücken der geistlichen Beredsam-
keit. In seiner Eigenschaft als Stifter
von Schulen war er auch als Schriftsteller
im Lehrfache thätig, und es erschienen von
ihm: „
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12°.) eine biographische Encyklopädie sehr
brauchbar für Pädagogen; — ,.^ V«oro
clells 5a^oli H 6a?-it«" (Ndonäl^). Unter
einem nicht eben sorgfältigen äußern Ge-
wände verbarg er eine seltene Hoheit
des Gemüths und Kindlichkeit des Her-
zens, und einen Beweis dafür, wie er
feinen Anstand übte, gibt seine Antwort
an die milde Kaiserin Maria Anna,
als diese, ihm einen ansehnlichen Beitrag
für seine Stiftung spendend, sich jeden
Dank verbat: „Ich tröste mich damit,
Euer Majestät, daß die Madonna Hoch-
dieselbe zur Spenderin ihrer Gnaden
auserwählt". Die Päpste Pins VII.,
L eo XII. und Gregor XVI. förderten
huldvoll seine Bestrebungen, ebenso der
höchstselige Kaiser Franz, der ihm für seine Institute größere Geldspenden zu-
kommen ließ. Der Kaiser Ferdinand
verlieh ihm die große goldene Civil-Ver-
dienstmedaille und Kaiser FranzIoseph
zeichnete den frommen Mann dadurch
aus, daß er ihn als Gast an seine Tafel
zog. Venedig ehrte den Mann durch eine
Marmortafel in der S. Agneskirche, wo
seine Leiche ruht.
antonio äsi Oouti Oavanis (VeueüiF 1853,
Q. ftriwkiäo) lnach diesem ist C. am 11.
Oct. 1853 gestorben). — Danckolo 56l7-olamo),
I^ g. oÄlluta. äsiik rspnddlicÄ. äi Veassig. sä.
1 8uoi ultiini oingliant' «mui» Ztnäii storici
(VensäiF iLöö) 6-iunts s col-rssioiü ai oonni
dioFraüei, 3. 228 ssetzt den 9. Oct. 1853 als
seinen Todestag an).
Celakovskh nach Andern auch Czela-
lovsty, Franz Ladislaus (Dichter und
Philolog, geb. zu Strakonitz in Böh-
men 7. März 1799, gest. in Prag 5.
Aug. 1852). Sein Bater war Zimmer-
mann; frühzeitig neben seiner Mutter-
sprache lernte der Sohn die deutsche. 1812
besuchte er das Gymnasium zu Budweis,
1816 u. 1817 jenes zu Pisek, dann studirte
er zu Prag und Linz. Nach dem Wunsche
seiner Eltern sollte er in den geistlichen
Stand treten, aber von den nationalen
Bewegungen seiner Zeit ergriffen, be-
schloß er ausschließlich der Literatur zu
leben. Im I. 1821 nahm er eine Erzie-
herstelle an, welche er 7 Jahre bekleidete
und die Mußestunden seinen ästhetischen
und literarischen Arbeiten widmete. In
der Sprachkunde war ihm Dobrowski
Lehrer und Rathgeber. Die erste größere
Arbeit — ein Gelegenheitsgedicht erschien
schon 1816 im Drucke —, womit ö. in
die Oeffentlichkeit trat, waren Gedichte,
wie denn überhaupt seine Thätigkeit an-
fänglich der Poesie, namentlich der Volks-
poesie
sich
zuwendete, später aber eine ent-
schieden philologische Richtung nahm, wor-
in er seine Muttersprache zum Gegenstands
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon