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seinerForschungen machte. Mehrere Jahre ^
betheiligte er sich an den öechischen Jour-
nalen durch kritische, ästhetische «.poetische
Arbeiten. 1828 übernahm er die Mit-
redaction der vom Prager Consistorium
herausgegebenen Vierteljahrschrift für
die katholische Geistlichkeit, die er meh-
rere Jahre hindurch führte. Im 1.1834
übernahm er die Redaction der Zeitung
„L>rk2Lk<5 Novin^ d.i. Prager Neuig«
keiteu, und des Beiblattes derselben:
„ökgkä. vöSik" ^ d. i. Böhmische Biene,
und ward zngleich Professor der oechischen
Sprache und Literatur an der Prager
Hochschule. Doch schon nach zweijähriger
Redaction mußte er diese Stelle aufgeben.
Als Grund bezeichnet man eine Schluß-
bemerkung , welche ö. zu der in seinem
Blatte abgedruckten Anrede des Kaiser
Nikolaus in Warschau, worin dieser
seine Maßregeln gegen Polen ankündigte,
hinzufügte. Der Rückschlag der Dienstes-
enthebung C.'s war die gesteigerte Theil-
nahme und Zuneigung der Nation als
Nachhall der öffentlichen Meinung. Der
Fürst Kiusky ernannte Ü. zu feinem
Bibliothekar mit bedeutendem Gehalte;
und 1840 die böhmische Gesellschaft
der Wissenschaften zu ihrem Mitgliede.
1843 nahm Ü. den Lehrstuhl der slavischen
Sprachen und deren Literatur an der
Universität zu Breslau an. Die Vorle-
sungen des Gelehrten waren aber nicht
besucht, so lehrreich auch seine Forschungen
über vergleichende Grammatik waren.
Auf die von dem Minister Graf Franz
Stadion im Jahre 1849 an Ü. ergan-
gene Einladung verließ er im Herbste
desselben Jahres Breslau, um nach
achtjähriger Entfernung von seiner Hei-
mat in der Hauptstadt derselben seine
früher daselbst unterbrochene Thätigkeit
an der Prager Hochschule wieder aufzu-
nehmen. Fern von allem politischen Trei-
ben lehrte und wirkte ö. in Böhmens
Hauptstadt bis an den Tod, der ihn im vollen Mannesalter erreichte. Wenige
Monate vor ihm starb seine Frau und so
hinterließ ö. 6 Waisen, deren Erbtheil
der nicht unbedeutende gelehrte Nachlaß
des Verewigten ist. Die Werke und be-
deutenderen in Zeitschriften erschienenen
Arbeiten ö.'s sind: „Smigenä d^ns«,
d. i. Vermischte böhmische Lieder (1822,
d. i. Slavische Nationallieder, I. Theil
(1822, 8°.). Der zweite Theil dieser Na-
tionallieder , die von dem Professor der
Aesthetik ll.Müller in der„Monatsschrift
des vaterländischen Museums" in Prag
(1827, S. 72—80) anf das Freudigste
begrüßt wurden, erschien im I . 1825,
der dritte im I . 1829; — „?. V. 2sr.
äsi-a: 1i8tov6 2 ää.vii0V6k08ti") d. i.
Herder's Blätter ans dem Alterthum
(1823, 8°.). Im I . 1822 erschien als
Probe davon in der Zeitschrift: „vodro
slav" das biblische Bildchen Joseph und
Zulika; — „Dknnios usd novoroäenkI.
H2I-0K1825") d. i. Der Morgenstern
oder Neujahrsalbum für das Jahr 1825
(Königgrätz, Pospisil, 16°.). Dieses Werk,
welches Gedichte, Idyllen in Prosa und
satirische Epigramme enthält, gab ö. im
Verein mitChmela heraus. Im 1.1824
erschien in der Zeitschrift: „
sein humorist.-satirischer Aufsatz
turg. klkonoZuioli kor") d. i. Literatur
des Riesengebirges, worin er dieSchwächen
der damaligen neuböhmischen Literatur
unbarmherzig geißelt; zu gleicher Zeit
veröffentlichte er in der wissenschaftlichen
Zeitschrift »ki-ok« serbische Nationallie-
der, Uebersetzungen der Epigramme des
Mart ia l , so wie mehrere Original-
Gedichte. Im I . 1826 erscheint 6. als
Mitarbeiter an der Zeitschrift „?ouwik",
d. i. Der Pilger, worin er die Gedichte
der französischen Dichterin Barbe du Val
(aus dem 13. Jahrhundert) und einige
Sonetten Petrarca's in böhmischer Ueber-
setzung mittheilte; — selbständig gab er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon