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versität von Padua eine Lehrkanzel der
bürgerlichen Architektur begründete. In
Folge eines Decretes vom 17. April
1771 beauftragte ihn die zur Reform der
Studien an der Hochschule von Padna
aufgestellte Behörde, nach einem von ihm
selbst entworfenen Plane für die Zim-
merleute, Maurer, Steinmetze einen ei-
genen Curs der Baukunst zu eröffnen,
um den Geschmack dieser Leute zu bilden,
und selbst in den untern Organen dieser
Kunst den Grund zu jenen Elementen
zu legen, deren Ausübung die Baukunst
in Italien in früheren Zeiten auf eine
solche Höhe gebracht hat. Um den Eifer
dieser Zöglinge zu beleben, wurde jährlich
ein Preis, in einer goldenen Medaille be-
stehend, festgesetzt. Unter den Bauten,
welche C.'s Namen erhalten haben, sind
zu nennen: das astronomische Observato-
rium, das Civilspital, das ?rg.to äsiiK
Vg.116 in Padua.
Danelolo t'a^olamo), ^» caäuta äsiig, rspud-
diiea, äi Vene-ia. eä i guoi Ultimi ein-
Q1. 8iu.äü storioi (Vsnsäis 1856,
b, 8°.). Oinnts s ooireLioni lü
i, 2.89.
Cereghettt, Joseph (Maler, geb.
zu Chrudjm in Böhmen 11. März
1722, gest. daselbst 1799). Der Sohn ei-
nes vermöglichen Richters, zeigte er früh
Lust und Liebe zur Malerei, worin ihn
auch der Chrudjmer Maler Hermann
unterrichtete. Der unverhoffte Tod sei-
nes Vaters hinderte ihn auf Reisen zu
gehen, da er für seine kränkliche und be-
jahrte Mutter die Verwaltung des väter-
lichen Erbes übernehmen mußte. Er gab
aber seine Kunst nicht auf, malte Por-
träte, kaufte Gemälde guter Meister und
Abgüsse von Antiken, woran er sich
fort-
bildete. Er arbeitete viele Kirchenbilder
für seine Geburtsstadt und andere Kir-
chen. So z. B. befinden sich
von ihm in
Mähren zu Trebitsch (Iglauer Kreis) in
der Kapuziner-Kirche das Hochaltarblatt und acht Gemälde, das Leiden Christi
vorstellend; in Leitomischl ist der Kreuz-
weg von ihm gemalt. Als Porträtmaler
besaß er zu seiner Zeit einen nicht unbe-
deutenden Ruf. Das Porträt der Fürstin
von Auersperg mußte er neun Mal
wiederholen; ferner malte er die Kaise-
rin Maria Theresia, während sie
auf dem Pardubitzer Schlosse speiste;
den berühmten Abt des Strahower Stif-
tes, Marian Hermann; den Fürsten
Ferdinand LobkoWitz (das Bild befin-
det sich im Naudnitzer Schlosse); den
Pröpsten von Doxan, Ios. Ritter von
Winkelburg u. a. Als er im höhern
Alter unvermögend zu arbeiten war,
zehrte anhaltende Kränklichkeit sein er-
erbtes und erworbenes Vermögen derart
anf, daß er als Greis bitteren Mangel litt.
Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines
historisches Künstler - Lexikon für Böhmen ..
(Prag 1815, 4".) I. Bd. Sp. 271. —Nagler
(G. K. vi».), Neues allg. Künstler-Lexikon
(München 1835 u.f., 8°.) II. Bd. S. 472. —
Schmidl (Ad. vi>.), Oestr. Blätter für
Literatur u. Kunst (Wien 1844, 4°.) I. Jahrg.
IV. Quart. Nr. 75, S. 595.
Ceresa, Karl v. (Arzt). Zeitgenosse.
Stammt von einer adeligen lombardischen
Familie; früh widmete er sich
dem Stn-
dium der NaMrwissensch asten, namentlich
der Physik, insbesondere durch die interes-
santen Versuche des berühmten Alex.
Volta an der Hochschule von Pavia dazu
angeregt. Er studirte uun Medicin unter
Professoren wie Scarpa, Brugna-
tel l i , Nasori, Borda, Moscati
u. A., wurde mit 20 Jahren Doctor, und
der Ruf des berühmten Peter Frank
zog ihn nach Wien, wo er im allgemeinen
Krankenhause sich
praktisch ausbildete u.
später daselbst seinen bleibenden Aufent-
halt nahm. Wie er als praktischer Arzt
durch seiue Humanität und durch seine
Geschicklichkeit sich auszeichnete, so erwarb
er sich auch als Fachschriftsteller einen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon