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der Mönche und Soldaten zum katholi-
schen Glauben zurückgebracht werdensol-
len. Sonst sind von ö.'s Bildern noch
bekannt geworden: „Nalilwr im Necker"
(Prager Ausstellung 1844), nnd „ l
Mllkar mit den köhm. Herren
Belletristisches Wochenblatt. Jahrgang 1854
(Prag, 3".) Nr. 42, S. 1001.
Cermül, siehe auch: Csermat und
Czermat.
Cerny, Johann (Technolog nnd
Astronom, geb. zuHoric in Böhmen).
Zeitgenosse. War im I . 1840 Pfarrer
zu Milctje im Bibschower Kreise. Neben
seincm Berufe, beschäftigte er sich mit
astronomischen und mathematischen Stu-
dien, und lieferte dem berühmten Astro-
nomen Littrow (Vater), mit welchem
Ü. mehrere Jahre hindurch im gelehrten
Briefwechsel stand, viele Arbeiten. In
seiner freien Zeit ertheilte er den Schul-
knaben unentgeltlichen Unterricht aus der
Arithmetik, und die Leistungen derselben
iu Proportiousrechuungen uud Gleichun-
gen erregteu öfter das Staunen der Zu-
hörer. Merkwürdig ist aber was öern^
nach einer andern Richtung — als Auto-
didakt — leistete. Er verfertigte mehrere
astronomische und geometrische Instru«
mente, unter andern eines, welches die
Ursachen von Tag uud Nacht, der Jah-
reszeiten , der verschiedenen Tageslänge
in den verschiedenen Jahreszeiten und
Zonen; ferner die Ursachen der Mondes-
phasen, das Datum der Sonnen- und
Mondesfinsternisse, die Umdrehungen der
Erde um ihre Achse, ihre Wanderung um
die Sonne u. d. m. genau anzeigt. Mit-
telst einer eigenen Vorrichtung bewegt
sich dieses Instrument das ganze Jahr
hindurch, und die Darstellung aller dieser
Erscheinungen im dunkeln Zimmer ist
überraschend, da die Sonne durch eine
leuchtende Kugel vorgestellt wird. Die Maschine, welche über 140 Räder zählt,
ist ganz aus Messing und sehr dauerhast,
uud nach ö.'s eigenen Angaben construirt.
Ein zweites von ihm erfundenes Instru-
ment ist der „geotnetriZche Zchnlilm-ml" oder
„Wegwehn", welcher nach Art einer Uhr
vermittelst eines Zeigers die Länge des mit
ihm zurückgelegten Weges anzeigt. Wenn
es ihm seine Amtsstundm zuließen, maß er
seinen Pfarrkindern damit die Felder aus.
Ost und West. Blätter für Kunst, Literatur und
geselliges Leben (Prag, 4°.) 1840, S. 343:
„Der Pfarrer Johann öern/", von Dr. Jo-
seph Krömil2. — vennice. Herausgegeben
von I. Mal? (Prag) I. Thl. 6. Heft.
Ccrnh,
siehe auch: Czerny.
Ccrri, Cajetan (S ch r i f t st e l l e r, geb.
zuBagnolo bei Brescia 26. Mai 1826).
Sohn des k. k. Districtscommissärs in Cre-
mona; kam 1839 nach Wien in das damals
bestandene Stadt-Convict, ohne auch nur
ein Wort deutsch zu können; durch einen
unüberwindlichen Drang, „Werthers
Leiden" von Goethe in der Original-
sprache selbst lesen und dieses Werk
mit Foscolo's stoff- uud formver-
wandtem italienischen Buche: „1^6 ul-
tiras lettere äi «skco^o Ortis" ver-
gleichen zu können, wurde er zu einem
emsig-ausdauernden Studium des deut-
schen Idioms angeregt. Im Winter 1845
erschien sein erstes deutsches Prodnct (das
Liebesgedicht: „Geschieden") in Bäuer-
le's „TheaterzeiMng". Das Jahr 1847
brachte er abwechselnd in Venedig, Padua,
Mailand nud Cremona zu, wo er mit
zahlreichen dortla'ndigen Notabilitäten,
als z.B. Aporti, Giuseppe Barbiert,
Dall'Ongaro, Menin, Silvio Pel-
lico, Prati u. s. w. in persönliche Be-
rührung kam. Anfangs 1848 nach Wien
zurückgekehrt, unterbrachen die Ereignisse
dieses Jahres feine halbvollendeten juri-
dischen Studien, worauf er als überzäh-
liger Praktikant bei der damaligen Amts-
verwaltung Schotten und später als
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon