Seite - 331 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2
Bild der Seite - 331 -
Text der Seite - 331 -
331
3. März 1857). Ist der Sohn eines Leip-
ziger Kaufmanns. Seine Uuiversitäts-
slndien machte C. in Leipzig, Berlin nnd
Göttingen und bildete sich unter Männern
wie Saviguy, Ihering undPuchta
in der Wissenschaft, die er gewählt hatte,
ans. In Göttingen erwarb C. das Doc-
torat; die erste größere Arbeit, womit der
junge Nechtsgelehrte vor die Oeffentlich-
keit trat, war die: ^/vegotim-um Zs^tia"^
welche civilistische Abhandlung im Jahre
1848 erschien. Dann trat C. als Pnvat-
doceut in Jena auf, aber schon 1851 ist
er daselbst Professor nnd Beisitzer des
Schöppenstnhles nnd im nämlichen Jahre
erschienen anch seine „Neitrngr p:n GblM-
tinnZrecht", 1 Bd., womit er seinen Nuf in
den juridischen Kreisen begrĂĽndete. Im I .
1853 folgte er einem Rufe als ordentli-
cher Professor des römischen Rechtes nach
Prag, wo er schon im Wintersemester
1853/4 seine Vorlesungen begann. Bald
uach seiner Uebersiedelung nach Prag ver-
malte er sich mit Caroline GĂĽyet,
Tochter des berĂĽhmten Rechtsgelehrten
nud Professor Hofrath GĂĽyet in Jena.
I m Febr. d. I . (1857) wurde C. von
einem Typhus befallen, der ihn schon
nach 14 Tagen in der besten Mannes-
kraft der Wissenschaft feiner Gattin und
einem 2jährigen Söhnlein entriß. I n den
letzten Jahren war C. mit einer größeren
Arbeit über die Novat ion beschäftigt,
welche den zweiten Band der oben er-
wähnten „Beiträge" hätte bilden sollen, n.
dem Vernehmen nach von Frenndeshand
veröffentlicht werden wird. C. war auch
eifriger Mitarbeiter an den „Oestr. Blät-
tern f. Lit.n.Kunst". Dr. Unger schreibt
in seinem Nekrologe über C.: „C. war
einer der kräftigsten Vermittler unseres
einheimischen Civilrechtes mit dem ge-
meinen Necht. Er war durchaus nicht ein-
seitiger Romanist. Seine Ansichten ĂĽber
die Bedeutung des Studiums des römi-
schen Rechtes fĂĽr Oesterreich hat C., der trotz seiner Jugend nicht erst eine wer-
dende, sondern eine bereits anerkannte
Autorität war, in einigen meisterhaft ge-
schriebenen Aufsätzen (in den obenerwähn-
ten „Oestr. Bl.") ausgesprochen:... Es
ist nicht zu erwarten, daĂź wir"s>Mld wie-/
der cinem Gelehrten begegnen werdend
der die Aufgabe, welche die Wissenschaft
desCivilrechtes gegenwärtig in Oesterreich
zu lösen hat, in so wohlwollender und
zugleich so wirksamer Weife fördern wird,
wie dies C. gethan hat". Mehrere Pro-
fessoren nnd eine Anzahl seiner Zuhörer,
FĂĽrst Nudolph Thurn-Tax is au der
Spitze, brachten die Leiche nach Jena u.
waren dort als Repräsentanten der Prager
Hochschule bei der Bestattnng zugegen.
Oestr. Blätter für Literatur u. Kunst (Beilage
der amtlichen Wiener Zeitung) 1357, 35r. 13,
S. 100: „Dr. Eduard Chambon. Nekrolog",
von Unger. — Abendblatt der östr. kais.
Wiener Zeitung, 1857, Nr. 54: „Aus Prag
im März." — Oestr. kaif. Wiener Zeitung
1857, Nr. 54, S. 656, 3. Sp. rechts. —
Gerichtshallc. Redigirt von Dr. F. Pisko
(Men, Manz) 1857, 1. Jahrg. Nr. 1. —
Grazer Zeitung 1857, Nr. Z6.
Chastcler-Courcelles, Johann Ga-
briel Marquis von (Feldz eng mei-
st er, Commandeur des Mar. Theresim-
Ordens, geb. zu Mons 22. Jänner
1763, gest. zn Venedig 10. März
1825). Cutstammt einer alten belgischen
Familie, wclche mit dem Hause Lothrin-
gen verwandt war ftergleiche die Quel-
len). Seine Mutter Albertine Iosephine
war eine geborne Gräfin Thürheim.
Johann Gabriel'kam 1773 in das
Collegium de Fort nach Metz, wo der ge-
lehrte Canouicus Laeretelle, der Bru-
der des berĂĽhmten Naturforschers, sein
Lehrer war. Im Jahre 1776 trat C. als
Cadet in's Iuf.-Neg. Prinz Karl von
Lothringen; 1779 kam er in die In-
genieur-Akademie; wurde 1780 Un-
terlieutenant im Corps; von 1781
— 1784 beim Festungsbau in Olmiitz,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon