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lehrter Soldat, sprach 12 Sprachen,
hatte ungeheuer viel gelesen, dichtete,
wie Barou Stassart berichtet, der
ein Paar von ihm gedichtete Roman-
zen , welche in Musik gesetzt worden, selbst
gelesen. Seine Tapferkeit war ein Sprich-
wort. In seinen schönen Jahren war er
ein rechter Heinrich Percy und Bay-
ard, und iu Wahrheit „ein Ritter ohne
Furcht und Tadel". UneigennĂĽtzig und
groĂźmĂĽthig, mit Neid, HaĂź, Nache,
Diensteseifcrsucht und Intrigue so unbe-
kannt wie ein Kind, mild und menschen-
freundlich , Soldat mit Leib und Seele,
von glĂĽhendem Eifer und ewig beweg-
ter Thätigkeit, voll begeisterter Anhäng-
lichkeit an Oesterreich und an das Kaiser-
haus , ein Freund seiner Freunde, Je-
dermann gerne hilfreich, war er einer
jener Feldherren in Oesterreich, deren
Namen immerfort geehrt bleiben und in
der Neihe jener feurigen cheoaleresken
Wallonen glänzen wird, uuter denen die
deLigne,Aremberg,Boucquoy,
Dampiere und viele Andere in unver-
gänglicher Glorie strahlen.
OslläaloLis äs la. iNHizon äs OkaZtsIor avoo
les preuve5 (Lruxelles 1768, ?o1.) Liefert
den Nachweis, daĂź die Familie Chasteler
ein Seitenzweig des Lothringen'schen Hauses
sei und von Dietrich (leriicus) von Au«
tigny, genannt 1o Madie, jĂĽngerem Sohne
des 1206 verstorbenen Herzogs Friedrich I.
und der polnischen Königstochter Ludmil la
abstamme. Auf die von der Heroldskammcr
in Mcchelu vorgenommene strenge PrĂĽfung
der UMmdcn nnd Proben erkannte die Kais.
Mar ia Th crcsia in einer Urkunde vom
28. Mär; 1?6!) Me Stammtafel als ccht und
die Abkunft der Chastel e r von den L o -
thr ingern als erwiesen an). — Archiv für
Geschichte, Statistik, Liter, und Kunst (Wien
1825, 4".) XVI. Jahrg. Nr. 65: „Nekrolog"
lgibt den 7. Mai 1825 als seinen Todestag
ani. — Ni t tc r von Ri t tersberg (I.),
Biographien der ausgezeichnetsten verstorbenen
und lebenden Feldherrn der k. k. östr. Armee
aus der Epoche der Feldzüge 1768 — 1821
(Prag 1828, 8°.) S. 444 Daselbst sein litho-
graphirtes Porträt). — Zeitgenossen. Bio-
graphien und Charakteristiken (Leipzig und Altenbmg 1818, F. A. Brockhaus, gr. 8°).
II . Bd. S. 163. — Szöllösy (Ioh. Nep.
von), Tagebuch gefeierter Helden... (FĂĽnf-
kirchen 1837, bisch. Lyceums-Druckerei, 8".)
S. 96 lgibt den 7. October 1825 als seinen
Sterbetag an). — (Brockhaus) Conversations-
Lexikon (10. Auflage) IV. Bd. S. 53. —
LiOFi-kpbis ä63 Koupes vivautg (I>3,i-ig
1816, Wcbauä, 8°.) II. Lä. 3. 142. — Lio-
zrapIiiL universelle ftach dieser ist C. irrig
auf seiner Besitzung bei Ath im 1.1820 gest.^ .
p ö gong 1». ÄiroctioQ äe, 21. 1s Dr.
IIo5ksr (?aris 1853) X. Vä. Sp. 67 fter
Verfasser dieser Biographie, Baron de Stas-
sart, erklärt die Angabe des 7. Mai 1825
als Todestag C.'s, welche Angabe sich in
allen östr. Quellen findet, als falsch und gibt
den 10. März dess. Jahres als das richtige
Datum an^. — t^ülIsi'lL kistovi^uo äs5 oon-
tomporaius. — Oestr. National-Encyklopädie
(von Gräffer und Czikann), (Wien
183Z, 6 Vde.) I. Bd. S. 519 sgibt den 10.
Mai 1825 als seinen Todestag an).
Chnznr, Andreas von (Publizist,
geb. zn Iolesz im Gömörer Comitate
Ungarns 5.Inni 1745, gest. am 28, Jän-
ner 1316). Besuchte die evangelische
Schule zn Verzechen, 1756 das evange-
lische Gymnasium zu Dopsina, 1759 das
damals berĂĽhmte Collegium zu Eperies,
1762 das evangelische Gymnasium zu
Käsmark, dessen Leitung Carlo vszky
fĂĽhrte und 1765 jenes zu, PreĂźbnrg, wo
Benzur lehrte. 1766 nahm er bei dem
Naaber Advocaten Tisztapataki die ju-
ridische Praxis nnd wurde schon im fol-
genden Jahre zu Toru Advocat. Alsdann
arbeitete er bciLiPovniczky in Eperies
und 1770 bei Parniczky in Pest. Sein
Nnf als Nechtsgelehrtcr verbreitete sich
bald im Laube, nnd 1773 fĂĽhrte er zu
Nosencm schon selbst Prozesse vor Gericht.
1790 wurde er zum ordentlichen Notar
des Gömörer Comitates ernannt und
muĂźte nun vieles von Amtswegen schrei-
ben , was auf öffentliche Kosten gedruckt
wurde. Seme bemerkenswertesten Schrif-
ten sind: „Ds libn-tatiFT-e^") welche be«
rĂĽhmte Abhandlung ĂĽber die PreĂźfreiheit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon