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beim Senate an, welche dieser auch geneh
migte. Er begann diese Arbeit, welche
aber von den democrat. Umtrieben nnd
Revolutionsbewegungen des 1.1797 un-
terbrochen ward. C. zog sich zurück und trat
erst wieder hervor, als im Jänner 1798
die Oesterreicher Venedig besetzten. Nun
wurde er zum OooräinÄtolS äe^ii K
Venet.1 k6Fi8l2.tivi ernannt, setzte
die vordem begonnene Arbeit aber mit
dem Hinblick auf die neuen Verhältnisse
fort, und vollendete mit unbesiegbarer
Ausdauer das Riesenwerk, welches im
politischen General-Archiv zu Venedig
aufbewahrt und daselbst unter dem Titel:
bekannt ist. Als im I. 1806 Venedig
mit dem Königreich Italien vereinigt
ward, wurde C. zum Oo^ntors äi V
noto^ rokivio ernannt, welchem damals
als Leiter der berühmte Marin, der
Verfasser derstoria äei lüoinuierolo äei
Väuexiani vorstand. Als Marin imI .
181S starb, folgte ihm C. in seiner Stelle.
Unter der französischen Negierung geschah
wenig für das Archiv. Die Kriegsjahre
waren dem Gedeihen dieser Anstalt nicht
günstig. Erst als im I . 1817 die Seg-
nungen des Friedens begannen, gelang
es, die Venetianer Archive in einem Ge-
bäude, im ehemaligen Kloster zu 8. Alki-ig.
6i0ri052. ki V'läri zu concentriren. Ein
Machtspruch des Kaisers Franz besiegte
die behördlichen Hindernisse, welche sich
dem Ausinnen C.'s, der diese Vereini-
gung zuerst in Antrag gebracht, ent-
gegengestellt, da man die großen Kosten,
welche mit der Organisirnng der Archive
verbunden waren, scheute. C. wnrde vom
Archivar zum Director ernannt, seine
Bezüge erhöht, ihm die große goldene Civil-
Verdienstmedaille, und der kais. Rathstitel
als Anerkennungen seiner mit riesigem
Fleiße und organisatorischem Genius aus-
geführten Aufstellung der weltberühmten
ungeheuren Venetiauer Archive in den Räumen des einstigen Klosters
verliehen. Am 18.Aug.1840 ist C. mit a. h.
Entschließung auf das ehrenvollste seines
Amtes ob seines hohen Alters — er zählte
81 Jahre — enthoben worden. Als er
starb, hinterließ er umfassende Memoiren
und einen starken
Briefwechsel mitSchrift-
stellern und andern hochgestellten Perso-
nen , die sich
an ihn um Aufschlüsse über
die Geschichte Venedigs oder bei andern
Anlässen, worüber er zunächst Mitthei-
lungen geben konnte, gewendet hatten.
Unwissenheit und Krämergeist haben
diesen werthvollen Nachlaß um wenige
Lire verschleudert. Aber das ^.i-ekivio
A6N6r2l6 politicO) als dessen Begründer
C. anzusehen ist, bewahrt von ihm wich-
tige Schriften über verschiedene Gegen-
stände, namentlich durch die Hosstellen
verlangte Beantwortungen geschichtlicher
Fragen; besonders anzuführen ist aber
der im Auftrage Sr. kaiserl. Hoheit des
Hrn.Erzherzogs Nainer verfaßte» l>ia
eine bündige ". Welchem
clslie atti-ibu-
si's" beigegeben ist.
llnni. Lwäii «torioi (VeneäiF 1856,
tovicU, 8°.) ^ppenälae: 8. 363.
Chiolich von Löwensberg, Karl Ni-
kolaus (k. k. Oberstlieutenant nnd
militärischer Schriftsteller, geb.
zuBründel in Kroatien, im 1.1784).
Entstammt einer ehemaligen Zengger
Patrizierfamilie; trat in die Ingenieur-
akademie zn Wien und 1803 als Cadet
in das Geniecorps, wo er schon im fol-
genden Jahre (13. Sept.) zum Ober-
lieutenant im Corps avancirte. Im I .
1309 wurde er Hauptmann im General-
stabe, und machte den Feldzug d. Jahres
mit. Im 1.1310 in's Inf.-Reg. Nr. 36
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon