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das Dorf einzudringen vermochte. Als
diese vom übermächtigen Feinde wieder
zurückgeworfen wurden, ließ C. mitten
im heftigsten feindlichen Feuer seine Bat-
terie stehen,
und vereitelte durch ein un-
ausgesetztes Kartätschenfeuer dem Feinde
das Verfolgen der österr. Infanterie.
In den Tagen der Schlacht von Deutsch-
Wagram (5.-6. Juli) befehligte C.
eine Cavalleriebatterie von 6 Geschützen
bei dem Corps des FML. Grafen Bel-
legarde, und hatte am Vormittag des
6. schon 5 Mal mit dem besten Erfolge
die feindliche Cavallerie angegriffen. Als
durch das immer heftigere Andringen des
Feindes am 6. Nachmittags der linke
Flügel des I. Armeecorps wirklich schon
zu weichen ansing, ließ C. seine Batterie
bis auf 400 Schritte an den Feind füh-
ren, uud ein heftiges, gut angebrachtes
Kartätschenfener vereitelte ein weiteres
Nordringen des Gegners, und verschaffte
den geworfenen Truppen Gelegenheit,
sich zu sammeln, um in der größten Ord-
nung den Rückzug antreten zu können.
C. erhielt für seine Waffenthaten in der
Folge (am 10. März 1810) das Ritter-
kreuz des Mar. Theresienordens, rückte
mit 11. Juli 1809 zum Oberlieut. vor,
und ward im August 1810 in den österr.
Freiherrustand mit dein Prädikate von
Ehrenblüh erhoben. Nachdem er sich
auch in den Feldzügen von 1813, 1^14
u. 1815 hervorgethan, warb er im Febr.
1815 Kapitänlieut., im Mai 1816 wirkl.
Hauptmann bei dem 4. Feld-Art.-Neg.,
am 26. Febr. 1826 Major imRegimente,
am 31. März 1834 Oberstlieut. bei dem
5. Feld-Art.-Reg., und im Aug. 1835
Oberst und Regimentscommandant des
2.Feld-Artillerie-Reg., als welcher er im
Alter von 67 Jahren starb.
Oestr. Militär-Konversatioirs-Lexikon. Herausg.
von I . Hirte ufeld und vr. Meynert
(Wien 1851) I. Bd. S. 698. ^- Wappen.-
Ein quergetheilter Schild. In der oberen
blauen Hälfte ein geharnischter Mann, in den oberen Winkeln rechts eine
strahlende Sonne
links ein linksgekehrter Mond. Auf der
Sturmhaube eine rothe Feder, in der rechten
Hand ein zum Streit gerichtetes Schwert,
die Linke in die Seite gestützt. In der unteren
silbernen Hälfte auf grünem Grunde drei blü-
hende Kornähren, über ihnen ein Lorbeerkranz.
Chrzanowski, Adalbert von (polni-
scher und italienischer Revolutions-
general, geb. in der Woiwodschaft
Krakau im I . 1788). Erhielt seine erste
Erzichimg in der Stadt Krakau, wo er
sich vorzüglich dcn mathematischen Wis-
senschaften widmcte. Er zeigte viel Vor-
liebe zum Soldatenstande. Als 1809 das
Gebiet Krakau dem Herzogthume War-
schau einverleibt wurde, trat C. in das
Corps der Ingenieure. Er wohnte dem
Feldzuge gegen Nußland bei, und leistete
in der Schlacht bei Leipzig durch die
geschickte Leitung eines Theiles der Ar-
tillerie wichtige Diensie. Erst im Jahre
1828 taucht C.'s Name wieder auf, als
ihn in demselben Jahre der FM. Die-
bisch nach der Türkei berief, wo C.
besonders in der Schlacht bei Varna
dem russischen Heere nützlich war und
viel zur Eroberung dieser Festung bei-
trug. Er wurde nun zum Obersten be-
fördert. Nach dem Ausbruche der Revo-
lution in Warschau (Nov. 1830) berief
mau ihn in die General - Commission
für die Quartiere; im Jänner 1831
zum zweiteu Befehlshaber der Festung
Modliu, stellte ihn aber bald darauf als
Chef des Generalstabes der Armee an.
Mau hat ihm den Vorwurf gemacht, daß
er während der Verwaltung dieses Am-
tes den Oberbefehlshaber Skrzynecki
bewogen habe, die Rationen für die
Pferde zu vermindern, was sehr nach-
theilige Folgen hatte, da die stark ange-
strengten Pferde vor Erschöpfung bald
zu Tausenden niederfiele!!. C. wurde im
April zum Brigadegeueral ernannt, und
verhinderte den Uebergang der Nüssen
über die Wieprz. Im Mai besiegte er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon