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den General Thielenau bei Kok, trat
darauf den Rückzug nach Zamosc an, u.
operirte im Ganzen so, daß die Fortschritte
der russischen Waffen gehemmt wurden.
Ende Juli wurde C. auf Skrzyn ecki's
Vorschlag Divisionsgeneral. Nach einer
in dieser Zeit mit dem russischen Gene-
ral Thielemann gehabten Zusammen-
kunft, über deren Ergebnisse nichts be-
kannt geworden, soll C. allen kräftigen
Maßregeln des polnischen Oberbefehls-
habers Skrzyn ecki's entgegengewirkt
und insbesondere nach dem Uebergange
der Russen auf das linke Weichselufer
jene nachtheiligen Operationen veranlaßt
haben, welche alle späteren Unfälle zur
Folge hatten. Nachdem Skrzyn ecki
den Oberbefehl verloren, wurde Chrza-
nowski nach dem Aufstande vom 15.
Aug. Gouverneur von Warschau. Wäh-
rend des Angriffes und der Vertheidigung
der Stadt Warschau traf C. so zweideu-
tige Maßregeln, daß er allgemein als
Verräther bezeichnet wurde. Nach dem
Falle der Hauptstadt blieb er unangefoch-
ten in derselben, soll danu auch als Oberst-
lieut. in russische Dienste getreten, und
Oberst geworden sein. Seit dieser Zeit
verschwindet sein Name in der Oeffent-
lichkeit, in welcher er wieder im I . 1849
auftaucht, als er zur Reorganisation des
piemontesischen Heeres nach Turin beru-
fen wurde. Ohne den Titel eines Gene-
ral en Chef zu haben, war doch C. im
verhängnißvollen Feldzuge von 1849 der
verantwortliche Obergeneral der piemon-
tesischen Truppen. Zu der von den Tak-
tikern völlig getadelten Aufstellung der
Truppen, nach welcher er, statt die Po-
linie zum Hauptstützpuncte zu machen,
Novarra zum Centrum seiner Position
gewählt, soll C. von der demokratischen
Partei gedrängt worden seiu. Radetzky
drang siegreich, unaufhaltsam vor, und
vollendete ruhmvoll den in der Kriegs-
geschichte bleibend denkwürdigen fünf- tägigen Feldzug in einem nach allen Sei-
ten insurgirteu Lande. Die Widersetz-
lichkeit des Gefährten C.'s, Romarino,
welcher C.'s Befehlen entgegen gehan-
delt, gab diesem dann Gelegenheit, alle
Schuld des Mißlingeus auf R. zu wer-
fen. Nach der Beendigung des Feldzuges,
während dessen C. keinen Sold genom-
men, wurde er vom Könige entlassen,
dem Ministerium überreichte er aber eine
Bertheidigungsschrift. Bis 1850 lebte
er in Sardinien und zog sich dann nach
Paris, wo er seither sich aushält. Als
militärischer Schriftsteller verfaßte C.
folgende Werke: «^Vvoi^i 2
0 v^2Z2H e t^zLci
H") d.i.Auszüge aus den bedeu-
tendern Werken über die höhere Kriegs-
kunst (Berlin 1844, Behr, 8°.), — und
„Aai-vs AäLwsowkiiH täktvki") d.i.
Abriß der angewandten Taktik (Paris
1846, mit 10 Tafeln).
Conversations - Lexikon der neuesten Zeit und
Literatur. In 4 Bänden (Leipzig 1832, Vrock-
haus, Lex. 8«.) I. Bd. S. 440. — (Vrock-
haus) Conversations - Lexikon (10. Auflage)
IV. Bd. S. 184. — Nanveiio L io^Ms
ß6il6r2,i2 ... publiöo sous I2. äirentioii äs
2lr. 1o Dr. Hokksr (?arig 1853) X. Lä.
8p. 495. — Meyer (I.), Das große Con-
versations - Lexikon für gebildete Stände
(Hildburghansen 1853, Bibl. Inst., Lex. 8°.)
VII. Bd. 2. Abth. S. 621 und II. Suppl.
Bd. S. 1033. — Wig ands Conversations-
Lexikon für die gebildeten Stände (Leipzig
1847 u< f., gr. 8°.) III. Bd. S. 369. — Nnc?.
oioxsäis äes 36Q8 üu, luauäe. Artikel von
Rypins i ftie italienischen Journale der
denkwürdigen Epoche 1849—1850 führen ihn
öfter unter dem Namen Scanosi auf).
Chwoyla, Adam (Geschichtfor-
scher, geb. zu Lisch au in Böhmen 24.
Dec. 1742, gest. zu Znaim 12. Juli
1802). Sein Vater war ein Hufschmied.
Daheim besuchte er die Trivialschule, kam
17 Jahre alt in das Sennnarium nach
Krumau in Böhmen, und wurde 21.
Oct. 1765 iu den Jesuitenorden auf-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon