Seite - 367 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2
Bild der Seite - 367 -
Text der Seite - 367 -
36?
genommen. 1770 erhielt er das Lehr>
amt der Anfaug^gründe der lateini»
schen Sprache an dem Iesuiten-Gymna>
sium zu Kuttenberg; wurde 1775 Pro>
fessor der Grammatik am Znaimer Ghm>
nasium, an welcher Anstalt er bis an sei'
uen Tod 27 Jahre, zuerst die Gramma-
tik, dann die Rhetorik, zuletzt die Poetik
lehrte. Im Druck erschienen von ihm:
clact.« ^ rünu i792, 6^8^ 8°.), und
„Geschichte dr°i Haksburg-ÜLierreichischrn HanZes"
(Ebenda). Im Maunscripte hinterließ er
aber die Geschichte Mährens von den äl-
testen bis auf die neuesten Zeiten, die
seiner letztwilligen Anordnung zu Folge,
dem damaligen Hofrathe Grafen von
Mittrovsky übergeben werden mußte.
Oestr. National-Enchklopädie (von Gräffer
u. Czikann), (Wien 183Z, 6 Bde) I. Bd.
S. 513.
Cialciak auch Tschaltschal, Emanuel
(Philolog und armenischer Dichter,
geb. in der armenischen Stadt Ghiu-
muskana in der Nähe von Trapezunt
25. März 1770, gest. im Kloster St.
Lazzaro zu Venedig 1836). Entstammt
einer angeseheneu armenischen Familie;
seine Mutter einem grusischen Königs-
geschlechte. Im 12. Jahre verwaist, trat
er in den Mechitaristenorden in Venedig
ein. Hier kam er unter die Aufsicht des
durch seine Grammatiken uud Commen-
tare zu den schwierigsten Werken der ar-
menischen Archäologie berühmten Pater
Gabriel Avetinian. Zum Priester aus-
geweiht, verlegte er sich mit besonderem
Eifer auf die Linguistik, und erlernte die
griechische, lateinische, italienische, französi-
sche und deutsche Sprache; befaßte
sich auch
mit mathemat. Wissenschaften; doch vor
Allem that er sich als Dichter in seiner
Muttersprache durch Feuer, Originalität,
schwungvolle und fließende Sprache her-
vor. Nachdem er Doctor der Theologie
geworden, wurde er Geueralprocurator seines Convents zu Rom. Er schrieb vie-
les in Prosa und in Versen. Im Drucke
erschienen die armenischen Uebersetzungen
von Virgi ls „Eneide"; Geßners
„Tod Abels"; und Fenelons „Tele-
mach", welche in den Jahren 1825 und
1826 bei St. Lazar in Venedig heraus-
kamen. Seine vorzüglichste Arbeit sind
aber zwei Wörterbücher, u. z. das „ita-
lienisch - armenisch - türkische" (Venedig
1804), und das „armenisch-italienische"
(ebenda 1829).
Oestr. Blätter für Literatur und Kunst. Bei-
lage zur östr. lais. Wiener Zeitung (1854)
Nr. 7: „Literarische Thätigkeit der Mechita-
risten - Congregation zum S. Lazarus in Ve-
nedig" Daselbst wird er unter dem Namen
Tschaktschak aufgeführt). — Magazin für
die Literatur des Auslandes 183S. — Oeftr.
National-Encyklopädie (von Gräffer und
Czikann). lWien 1837) VI. Suppl. Bd.
S. 402. — No2inzitoLci, xisiuo 6oäI.tkov/6
äo 6226t? I^onskiej, d. i. Miscellen, Bei-
blatt zur Lemberger Zeitung (Lemberg 18S5,
4°.) Nr. 13, S. 104.
Cibbini, Katherina (Tonkünstle-
r in, geb. zu Wien 1790). Tochter des
berühmten Hofcayellmeifters Kozeluch
(siehe diesen). Sie genoß Anfangs den
Unterricht ihres Baters und später den
von Clementi. 1812 vermalte sie sich
mit dem Advocaten Cibbini, widmete
sich aber noch einige Jahre der Tonkunst,
in der sie sowohl als ausübende Küustle-
rin ans dem Flügel, wie auch als Compo-
nistin Ausgezeichnetes leistete. Als sie
später als erste Kammerfrau in die Dienste
Ihrer Majestäten der Kaiserin Karoline
Auguste und Maria Anna trat, ent-
sagte sie dem öffentlichen Erscheinen. Bon
ihren Compositiouen sind im Stiche bei
Tob. Haslinger in Wien erschienen:
et ^nations"' (in Ns);
" (iri Vs); — „Ua^cks
st 7>io«; — „Hi^aksF" u.m. A. — Im
1.1843 tauchte der Name dieser Künst-
lerin wieder auf, wurde mit den politi-
schen Ereignissen m Verbindung gebracht,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon