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den 27. Mai 1809 als sein Sterbedatuw an.
— Porträt. Dasselbe befindet sich zugleich
mit jenem seines Bruders Jean Pierre
Louis w dieses Letzteren: Nömoire» äs
1776 K 1823 s?2ri8 1825).
Cleynmann, Karl (protestantischer
Kanzelredner, geb. zu Frankfurt
a/M. 15. Iänn. 1775, gest. zu Szira gh
in Ungarn 15. Febr. 1333). Wurde nach
zurückgelegten theologischen Studien und
erhaltener Ordmation, 1796 als 2. Pre-
diger und Katechet zu der evaugel. Ge-
meinde helvetischer Confession nach Wien
berufen; kam dann als Prediger nach
Pesth, und hielt am 26. Dec. 1815) seine
Abschiedsrede an die Gemeinde in Wien.
C. war ein ausgezeichneter Redner; seine
gehaltvollen Vorträge erregten tiefe Rüh-
rung. In Wien sind mehrere seiner Pre-
digten im Druck erschienen. Wegen
Kränklichkeit gab er feine Stelle auf, u.
zog sich in stille ländliche Abgeschieden-
heit nach Sziragh im Neograder Comi-
tat in Ungarn zurück, wo sein Vorhaben,
die in Pesth gehaltenen Predigten gesam-
melt herauszugeben, durch seinen uner-
warteten Tod vereitelt wurde. Im Drucke
erschienen von ihm: „Neliywngullrträge", 2
Nde. (Wien 1802—3); — „Predigten in den
Jahren 3813—^ zu Wien gehalten". 2 Nde.
(eb. 1814—15, mit des Verfassers Bild-
Nlß),' — „Butt mein Alles, meine Freude, mein
Ernst; ein Andachtgbuch fiir gebildete Ohriztrn"
(3. verbesserte Ausgabe, ebenda 1821).
Mit Ioh. Wächter gab er die „allge<
meiue praktische Bibliothek für Prediger
und Schulmänner", 2 Bde. (Wien 1802)
beraus. Mit der Herausgabe feiner hin-
terlassenen Predigten hat
sich Ioh. Kol-
l ä.r, Prediger der evangelischen Gemeinde
in Pesth, beschäftigt.
Oeftr. National-Encyklopädie (von Gräffer
und Czilann), (Wien 1835, 6 Bde.)
I. Bd. S. 561.
Cloz, Paris Graf (Humanist, geb.
zu Trient 1777, gest. ebenda 14. Juli 1856). Besuchte das Gymnasium in sei-
ner Baterstadt, und hörte die Philosophie
zu Salzburg. Nach vollendeten Studien
unterstützte er den Vater in der Verwal«
tung seiner Güter. Im I . 1819 ver-
malte er
sich mit der Gräfin Margarethe
Salvett i ; das einzige Kind, das
sie
ihm
gebar, verlor er im zartesten Alter. Sein
Leben widmete er nun der öffentlichen
Wohlfahrt, und wirkte viele Jahre mit
Rath und That in der Gemeinde von
Trient und in mehreren kleineren Ge-
meinden. 1836 zum Sanitätscommiffär
der Gemeinde von Povo gewählt, zeich«
nete er sich während der Katastrophe der
Cholera-Epidemie besonders aus. Der
eigeuiliche Grund, daß wir ihm eine Stelle
im Lexikon einräumen, ist aber der fol«
gende: Ein glücklicher Zufall ließ ihn
unter den alten Büchern u. Manuscripten
seiner Herrschaft Marienstein einen Per-
gament-Coder aus dem IX. Jahrhun-
dert in flavischer u. z. glagolitischerSprache
entdecken, welcher die vier den griechischen
Kirchenvätern zugeschriebenen und in der
heil. Charwoche vorgetragenen Homilien
enthält. Diesen Code? überschickte C.
dem berühmtesten Slavisteu seiner Zeit,
dem Krainer Bartholomäus Kopitar,
Custos der Hofbibliothek, der denselben
für so wichtig hielt, daß er ihn mit einem
ausführlichen historischen und philologi»
schen Commentar versah, und auf Kosten
des Finders u. Eigenthümers unter dem
Titel: „61g.F0iita, OIoaiLMus" (^ieu
1836) herausgab. Graf Paris Cloz er-
hielt aus Anlaß dessen die ehrenvollsten
Zuschriften von Fürsten, unter andern
vom König Ludwig von Baiern und
Papst Gregor XVI.. . . , und von Ge-
lehrten. C. war auch ein Kunstfreund u.
Förderer alles Guten, und das Gemälde
von Dominik Rizzi, genannt Brusa-
sorci, auf der Fatzade seines väterlichen
Stammhauses ließ er reftauriren, und
beabsichtigte es abzunehmen und auf Lein-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon