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und dann im Oongoil ä«Z ?in2nct;5 zn
Brüssel, schon 1767 wurde er von der
Kaiserin Mar iaTheresia zum Staats-
rath mit der Auszeichnung ernannt,
in Abwesenheit des Tresorier-General im
Oon86i1 äss ^inanceg den Vorsitz zu
haben. Kurz darnach begab er sich nach
Wien und wurde beauftragt, einen Plan
zur besseren Administration der Mauthen
zu entwerfen. Das damals neu errich-
tete Mauthdepartement war sein Werk
und ihm untergeordnet. I m I . 1772
wurde er zum wirtl. geh. und ersten Rath
bei der k. k. Hofkammer, der Ministerial
Banko-Deputation und des Commerzien
raths ernannt. Im Jahr 1777 begleitete
er den Kaiser Joseph II. auf seiner
Reise nach Frankreich. Eine plötzliche Er-
krankung seines Vetters, des Grafen Ioh.
Ludwig Joseph war Ursache, daß er an
dessen Stelle als Bevollmächtigter zu dem
Friedens-Cougreß nach Teschen geschickt
wurde. Her Graf bewährte sein diplo-
matisches Talent in solcher Weise, daß er
nach seiner Znrüctkunft aus Teschen znm
Vice- Hof- und Staatskanzler ernannt,
1783 mit dem Großtreuz des königlichen
ungar. St. Stephanordens nnd1792 mit
dem Orden des goldenen Vließes ausge-
zeichnet wurde. Beim Ausbruche der Unru-
hen in Brabant 1789 wurde er dahin ge>
schickt, um Unterhandlungen zu eröffnen;
doch blieb dieseSendungerfolglos; erbegab
sich nun nach Luxemburg, wo er im kaiserl.
Auftrage alles wieder auf dem Fuß, auf
dem es während Mar ia Theresiens
Regierung gestanden hatte, herstellte. Im
Oct. 1795 unterzeichnete er den Tractat
mit England und Rußland, und 1797 war
er einer von den kaiserl. Bevollmächtigten,
die nach Wien gesandt wurden, Unter-
handlungen mitBonaparte zn pflegen.
Auch auf den Rastadter Friedenscongreß
war er als Bevollmächtigter beordert
worden. Da nach dem Lüneviller Frieden
dem Minister Ta l leyrand ein ge- wandter Diplomat entgegengestellt werden
mußte, so schickte das Wiener Kabinet den
Grafen von Cobenzl Wch Frankreich,
wo der Graf sich kou Seite Napoleons
eben keiner Zeichen des Wohlwollens zn
erfreuen hatte. Nach dem nexen Ansbruche
der Feindseligkeiten 1805 verließ er Paris
und kehrte nach Wien znrifck, wo er im
Alter von 70 Jahren starb. Er war un-
vermält und der letzte Sprosse seiner Fa»
milie. Sein ansehnliches Vermögen, die
Güter in Oesterreich und Illyrien hinter»
ließ er durch Testament dem Grafen C o-
ron in i , einem Abkömmling der Gräfin
C a s s a n d ra, welche eineTi'chter desGraf.
Ioh. Kaspar Cobenzl I I . (geb. 1664,
gest. zu Wien 30. April l742) mit dem
Grafen Jh. Karl Coronin i vermalt war.
(Beckers) National-Zeitung U'.io, St. 51, S.
1033. — Geh. Geschichte bett Hofes von St.
Cloud 1. Thl. S. 87. — Allgemeine Zeitung
1810, Nr. 252.— Baur (Samuel), Allgem.
histor.-viograph.-literarisches Handwörterbuch
aller merkwürdigen Personen, die im 1. Iahr-
zehend des 19. Iahrhund. gestorben sind (Mm
1816, Stettini, 2 Bde.) I. Bd. S. 255. —
Nouvoiio UioßrupbiL 36nSlu.lL . . . pubiiöo
L0U8 1<z. <iirsot,il)u äs N. 1o I)r. l i o l ler
(?arig 1353) X. Vä. 8p. 938 snach diesem geb.
zu Laibach 1741, gest. zu Wie u 30. Aug.
1810j. — Wigands Conuersations-Lexilon
für die gebildeten Stände (Leipzig 1817 u. f.,
gr. 8".) I I I . Vd. S. 457. — (BrockhauS) Con-
versations-Lexilon (10. Aufl.) IV. Bd. S. 262.
— Oestr. National-Encyklopädie (von Gr äf-
fer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.)
I. Vd. S. 563.
Coburg-Kohary, Hcrzog von Sach-
sen Ferdinand Ocorg August (k. k. Ge-
neral der Cavallerie, Commandeur des
Mar. Theresienordens, geb. zu Cobnrg
in Sachsen 28. März 1785, gest. 27. Aug.
1851). Trat 10. Dec. 1791 als Unterlient.
in das Drag.-Reg. Coburg Nr. 6 und
rückte in demselben mit I.März 1796 znm
Oberlieutenant und mit 16. Nov. 1798
zum Second-Rittmeister vor. Nach der
mit Ende Jänner 1802 erfolgten Redu-
cirung dieses Regimentes kam derselbe
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon