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trefflich geleitete Feuer seiner Batterie
mit einem äußerst bedeutenden Verluste
nach und nach bis in die bei Kulm lie-
gende Fasanerie zurückgedrängt und die
ganze Ebene vom Feinde gesäubert. Mitt-
lerweile hatte auf einer audern Seite des
Schlachtfeldes die französische Cavallerie
das Corps des preuß. Generals Kleist
durchbrochen u. die preuß. Artillerie durch
Niederhauen ihrer Bedienungsmann-
schaft unwirksam gemacht. Der Cavallerie
folgte die feindliche Infanterie in geschlos-
senen Massen, bei welcher sich General
Vendamme, so wie die meisten übrigen
Generale der französischen Armce befan-
den. Die preußische Brigade nnter Oberst
Sako, durch so große iledermacht ange-
griffen , wurde von ihrem Corps gänzlich
abgeschnitten und in die gefahrvollste
Lage versetzt. Dieser Moment schien dem
Prinzen geeignet, einen entscheidenden
Schlag auszuführen. Ungesehen, dnrch
das Gebüsch gedeckt, formine er sein Re-
giment in Colonnen, stürzte sich au dessen
Spitze mit größter Schnelligkeit auf die
zur Deckung des feindlichen Rückzugs auf-
gestellten Batterien uud nahm in kurzer
Zeit 12 Kanonen. Nun drang er mit
seinen tapferen Dragonern in die Massen
des überraschten Feindes ein, welcher in
diesem durchschnittenen Terrain einen
Cavallerie-Angriff für unmöglich gehal-
ten hatte. Dem heldenmüthigeu General
überall folgend und jedes Hinderniß des
ungünstigen Terrains besiegend, boten
dieDragouer der anßerordentlichenNeber-
macht des Feindes mit verzweifelter Ge-
genwehr trotz. Schon war die Brigade
des Obersten Sako, wovon ein Theil be-
reits gefangen, der andere ganz umrun-
gen und deren Batterie auch vom Feinde
genommen war, durch diese glänzende
Attaque gerettet. C. sammelte uun diese
in Unordnung gerathene Truppe nnd
führte sie gegen den sich wiedersammeluden
Feind, der den heftigsten Widerstand leistete und nun mit großem Verluste das
Feld ganz räumen mnßte. Die früher
vom ihm erbeuteten preußischen Kanonen
wurden nebst mehreren eigenen genom-
men, desgleichen ein großer Theil der
feindlichen Bagage; und obwohl im An-
beginn nicht daran zu denken war, Ge-
fangene zu machen, so wurden doch von
C. allein 2000 Gefangene abgegeben.
Aber es wnrden die errungenen Vortheile
auch durch den beträchtlichen Verlust
dieses so ausgezeichneten tapfern Regi-
mentes erkauft. Der Prinz selbst er-
hielt bei dem Angriffe auf die Massen
eine Contusion auf der Brust, sowie sein
Pferd bei Gelegenheit der wiederholten
Attaquen 10 Blessureu, meistens Bajo-
netstiche. Im I . 1814 erhielt der Prinz
für diese Waffenthat, wodurch er deu
Schlüssel zu der feindlichen Position ge-
nommen und wesentlich zum Gewinne
der blutigen Schlacht beigetragen, das
Commandeurkreuz des Mar. Theresten-
ordeus. Nach der denkwürdigen Schlacht
bei Leipzig nahm Prinz Co bürg wieder
seinen Namen an, und zeichnete sich bei
der Einnahme des verschanzten Postens
von Hochheim am Main erneuert aus.
Am Tage nach der Einnahme von Lyon
wurde C. mit einem Corps von 1600
Mann dechatirt, den Versuch zu machen,
die große Gewehr-Fabrik zu St. Etienue,
welche für die feindliche Armee fast allein
die nöthigen Waffen lieferte, zu zerstören
uud sich in den Besitz der dazu gehörigen
Depots aller Art zu setzen. Ungeachtet der
geringen Streitkräfte dieses Corps be-
mächtigte sich C. dieser Stadt, welche
40,000 Einwohner zählt, und gegen 3000
wohl bewaffnete Nationalgarden hatte.
Durch 2 Bataillons und eine halbe Bat-
terie verstärkt, vollzog er den ebenso wich-
tigen als schweren Auftrag, ungeachtet der
täglichen Angriffe und Beunruhigungen
durch die weit zahlreicheren feindlichen
Corps u.Parteiengänger, sowie der äußerst
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon