Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2
Seite - 397 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 397 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2

Bild der Seite - 397 -

Bild der Seite - 397 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2

Text der Seite - 397 -

39? B eaulieu und Erb ach waren nun die glänzenden Waffenthaten. Die Aufhebung der unternommenen Blockade von Mau- beug e mußte wegen zu großer Uebermacht des feindlichen Heeres stattfinden; hinge- gen wurde Marchiennes (30. Oct.) mit großen Munitions-Vorräthen genom- men. Nun wurden die Streitkräfte der französ. Armee dnrch dieDecrete der Re- volution ungeheuer verstärkt. Die Ge< fammtmacht der Verbündeten betrug zu Anbeginn des Feldzuges 1794 in den Nie- derlanden 164,000 Mann. Die Macht, welche Frankreich stellte, bestand aus 300,000 Mann in erster Linie, welche Zahl in kurzer Zeit verdoppelt werden konnte. Der Operationsplan, den C. ent- worfen, konnte, so vortrefflich er war, we- gen abweichenden Ansichten der Oberge- nerale nicht zur Ausführung kommen. Die Ergänzungen des durch die langen Kämpfe geschwächten Heeres blieben aus. Dennoch fanden noch die siegreichen Schlachten beiLandrecy (17. April), bei Nibouvi l le und Wassyny statt. Nun sollte noch die Festung Landrecy selbst genommen werden, und am 25. April war schon die erste Parallele fertig. Die Franzosen versuchten den Entsatz der Fe- stung mit einem sehr starken Heere. Der Ausfall der Franzosen wurde aber gänz- lich vereitelt uud die Verluste der Feinde waren stark. Am 30. April ergab sich die Festung und so war C. in 12 Tagen Sie- ger in 7 sehr bedeutenden Gefechten und einer Hauptschlacht, hatte eine der wichtig- sten Festungen, 143 Geschütze genommen und mindestens 17,000 Feinde vernichtet. Das Eindringen Pichegru's in West- flandern und Brabant. wodurch er den Alliirten in den Rücken kam, veränderte die Lage der Reichsarmee. Doch wurde noch die fürchterliche Schlacht bei Tonr- uai (17. u. 18. Mai) gekämpft, welche 16 Stunden dauerte u. mit einer Erbitterung gefochten wurde, von der man weuige Beispiele in der Kriegsgeschichte kennt. Die Verstärkungen der feindlichen Armee nahmen mit jedem Tage zu, ihre Ueber- macht wurde furchtbar; das von der Reichsarmee besetzte Char leroi war am 25. Mai zur Nebergabe gezwungen worden. Cobnrg mußte die Idee, das Schicksal der Niederlande durch das Wagniß einer Schlacht zu bestimmen, sofort aufgeben; denu die am 26. Mai dei Fleurus begounene Schlacht befahl Coburg abzubrechen, sobald er Kunde von dem Falle von Char leroi erhalten hatte. Nach und nach verringerten sich die Streitkräfte der Reichsarmee so sehr, daß sie der 300,000 Mann starken fran- zösischen Armee nicht länger Widerstand zu leisten im Stande war; die Truppen litten zndem großen Mangel an Lebens- mitteln. C.'s Gesundheit hatte in den be> schwerlichen Anstrengungen des Krieges sehr gelitten, er legte das Commando m des Grafen Cler fayt Hände (f. d.) nieder und trat für immer vom Kriegsschauplätze ab. Von der Verehrung und Liebe der österreichischen Heere, von dem Ruhme seiner Thaten begleitet, zog er sich in die Ruhe des Privatlebens nach Coburg zu- rück, welches er bis zum I . 1815 genoß, bis an's Ende ein inniger Anhänger des Hauses Oesterreich, den lebhaftesten An- theil an desscu Schicksalen nehmend und den glänzenden Sieg der Sache erlebend, für welche er seine besten Kräfte geopfert. Coburg starb im hohen Alter von 78 Jahren. Der Prinz war ein großer Feld» Herr; seine Gegner imFelde, die Franzosen selbst nennen ihn „66 Fenelg.! Hu.1 avg.it kQyuit tg.Qt äe oslsdi'its äans 1s ooun- tULwcksnient äes Ni'QiEOg autrieliienZ ku 1793." Sein Armeebefehl vom 12. März 1793 ist eines jener Meisterstücke der Kriegswisseuschaft, deren dieselbe in Schrift nicht zu viele aufzuweisen hat. Biographie des Felbmarschalls Prinzen Friedrich Iosias von Sachsen-Coburg (Wien 1795, 8°.).
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Bninski-Cordova, Band 2
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Bninski-Cordova
Band
2
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1857
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
470
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich