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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Band 2
Seite - 404 -
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arabische, persische und Sanskrit, unter der Leitung von Professor Wenrich und Hofrath Hammer-Purgstall, und war 1 '/<l Jahr Privatdocent an der pro- testantisch-theologischen Facultät in Wien. Auf's wärmste vom Herrn Hofrath Ham- mer an Sylvestre de Sacy und Reynaud in Paris empfohlen, begab sich C. im Jahre 1836 dahin. Zwei Jahre hindurch, von 1836—1938, war er der einzige und letzte Schüler Sylvestre de Sach's und trieb unter dessen Lei- tung arabisch und persisch, unter B ur- noeus sanskrit, unter Desgrange türkisch. Reynaud empfahl ihn im Namen der allääemie des inscriptionZ der orientalischen Lehranstalt in Odessa als Professor des Arabischen und Persi- schen. C. lehnte diese Ernennung ab, u. zog mit Baron James v. Rothschild und dessen Familie nach Italien, wo er während seines Aufenthaltes daselbst die orientalischen Studien unter Mezzo- fanti fortsetzte. Seit jener Zeit über- nahm C. den Unterricht der Rothschild- schen Kinder, Söhne und Töchter, den er 20 Jahre leitete. Bald dehnte C. seinen Wirkungskreis, unterstützt von der Fa- milie Rothschild zum Besten seiner Glaubensbrüder aus. ImI.1839 eröffnete er eine Religionsschule, begründete im I. 1842 für israelitische Mädchen einen Verein für Handwerkerinnen, und im I . 1845 einen Verein für Handwerker. Im I. 1840 führte er die Confirmation ein, unter dem Namen: institutwn rsli- Asus^ und faßte zu diesem Zwecke ein Lesebuch ab, das bereits mehrere Auflagen erlebte. Im I . 1845 zog C. nach Algier, Constantine, Oran :c., und errichtete die erste jüdisch-französische Schule zu Algier. Nach der Rückkehr hatte er Audienzen beim König LouisPhilipp und befür- wortete ein Statut der Juden in Algier, das vom Könige bestätigt wnrde. Im I. 1847 ging er wieder nach Algier, wo er die Theilnahme des Herzogs d'Au male, damaligen Gouverneurs von Algier, für seine Anträge zu gewinnen verstand; scit jener Zeit zählt die jüd. Bevölkerung daselbst, wie die französisch-jüdische, An- hänger in allen Zweigen des Staatsdien- stes. Im I. 1852 reiste C. nach Jeru- salem , und begründete das jüdische Ho- spital. Im I . 1854 wiederholte er diese Reise, und besuchle auch Aegypten, Jaffa, Constantinopel und Corfu. Auf der Hin- und Rückreise hatte derselbe die Ehre von Sr. apostol. Majestät dem Kaiser von Oesterreich in einer Audienz empfangen zu werden, höchstwelcher obigem Unter- nehmen seinen h. Schutz schenkte. Cohn errichtete in der heiligen Stadt auch noch eine Handwerker- und Mädchen- schule, und Schulen in Constantinopel, Alexandria und Cairo. Auf seiner dritten Reise im Jahre 1856 wurde C. vom Sul- tan empfangen, und begründete Schulen zu Salonichi und au anderen Orten des Orients. In neuester Zeit errichtete er in Paris eine Talmud-Thoraschule (wo der Talmud gelehrt wird), und wo er selbst sich am Unterricht betheiligt. C.'s wissen- schaftliche Arbeiten finden sich im „^ ts", und in andern pe- riodischen Schriften. Aus Journalen und Privatmittheilungen. Colett auch Coletti, Johann Domi- nik (Geschichtforscher und Archäo- log und Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Venedig 1727, gest. ebeud. im Dec. 1798). Studirte zuerst iu seiner Vaterstadt, daun in Ravenna, zuletzt in Padua. Widmete sich dem geistlichen Stande, und trat später in den Orden der Ges. Jesu. In diesem wendete er sich dem Missionsgeschäfte zu, und ging als Missionär nach Mexiko, wo er zehn Jahre zubrachte. Als nach seiner Rückkehr die Ges. Jesu aufgehoben worden, war er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Bninski-Cordova, Band 2
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Bninski-Cordova
Band
2
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1857
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
470
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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