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Coleti, Joseph von (Bibliothekar
und Humanist, geb. auf einer Reise zu
Rom 1744, gest. in Trieft zu Anfana.
dieses Jahrhunderts). Ist von spanischer
Abkunft und seine Vorfahren nannten sich
Ooieta äb 1k3 Oonetas. Seine Mutter,
eine Nichte des berühmten Jesuiten-Ge-
nerals Ricci, verlor er früh. Durch
seinen Onkel wurde er im Jesuiten-Se-
minar zu Rom erzogen und zeichnete sich
namentlich in der Poesie aus. 1760
wurde er als Mitglied der ^reaäw äi
Roms. unter dem Namen Ooi-5d3.ute
ledenico aufgenommen. Als die Ge-
sellschaft Jesu aufgehoben wurde, ging er
nach Görz und trat in's Regim. Butter,
aber schon 1774 durch Krankheit geschwächt
aus demfelben. Er blieb nun in Görz
und erhielt den Auftrag, den größern und
kleinern Katechismus in's Italienische zu
übersetzen. In dieser Zeit trat er mit dem
Grafen Guidobald Cobenzl in literari-
sche Verbindung, und stiftete mit ihm zu<
gleich im 1.1780 eine gelehrte Gesell-
schaft in Görz, welche mit der ^.roaäiH
von Rom vereinigt, von dieser als ihre
Filiale anerkannt und ^.ro2.äig. K.01112Q0-
sonaiacs. beuannt wurde. Coletti
wurde beständiger Secretär derselben.
Im I. 1783 wurde ein Zweigverein in
Trieft unter dem Namen^ .rcg.äig.iz.0iUÄ-
. äi Irissts oder auch ^.
gegründet und C. zum
beständigen Secretär derselben ernannt.
Im I. 1782 begründete C. in Trieft die
k. k. Priv. Gubernial-Buchdruckerei. Im
Jahre 1783 druckte er wöchentlich das
jedesmalige Sonntags-Evangelium, die
Normal-Schulgebete und Meßgesänge,
deutsch und italienisch gratis, welche
dann an den Kirchenthüren zum Besten
des Armen-Institutes verkauft wurden.
Nach der Schlacht von Marengo
brachte er durch seine Bemühungen zu
Stande, daß die große Menge blessirter
und übelgekleideter Soldaten verpflegt und gekleidet wurde. Große Verdienste erwarb
sich aber C. um die Begründung der Stadt-
bibliothck von Trieft. Die Mitglieder der
okäis. spendeten 1793 auf die Initia-
tive ihres Präsidenten Grafen Brigido
Geldbeiträge und Bücher zu einer öffent-
lichen Büchersammlung und schon 1794
wurde sie eröffnet, damals 1735 Werke
in 4965 Bänden zählend. C 0 l eti über-
nahm die Leitung der Anstalt, welche
anfänglich nur ein Institut der l^og.äig>
war, nunmehr aber der Stadt Trieft
von der Gesellschaft zum Geschenke ge-
macht wurde. Durch C.'s Eifer wuchs
die Bibliothek in zusehender Weise, so
daß sie 1800 schon über 10,000 Bände,
ein Nei-darium, vivuiu in 7 Foliobänden,
ein archäologisches Cabinet mit Kunst-
gegenständen, alten und neuen Münzen
und mehrere kostbare Kupferwerke besaß.
Sieben Jahre hindurch besoldete Coletti
aus Eigenem das nöthige Personale,
schaffte gratis die Mensilien, Beleuchtung
u. dgl. m. und verrichtete die Bibliothe-
kars-Functionen ohne eine Besoldung zu
erhalten. Im 1.1793 begründete C. den
Osservatoro ti'ie3tiii0, der noch gegen-
wärtig als amtliches Provinzialblatt be-
steht. Als Schriftsteller verfaßte C. viele
Gelegenheitsschriften, mehrere dramati-
sche Arbeiten, welche sämmtlich nebst feinen
übrigen Schriften in dem in den Quellen
angeführten „Intelligenz-Bl. der Anna-
len" aufgezählt sind. Auch übersetzte er
mehreres aus dem Deutschen, darunter
Friedrichs II. „Oslia lstteT-awl-a te.
cia coi-T-sFFsi-i^ welche Schrift im 08S6r- ,
vatore abgedruckt erschien; und „
l^ ambasciata //'anesse a occanonato
(Iriest 1798).
Annalen der Literatur und Kunst in den österr.
Staaten, 1804, III. Jahrg. Intelligenz-Bl.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon