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gelungenste und am meisten bekannt
geworden; sie wurde von Lorenz Ran
dolini in Trieft in's Italienische
übersetzt; „Coriolan", „Polhxe
na", „Balboa", „Bianca della
Porta", „Mäon" und die „Horatier
und Curiatier", die Oper: „Bra-
demante" von Reichhardt 1809 in
Htusik gesetzt, jedoch nie aufgefĂĽhrt, Oden
und kleinere Gedichte, ein BruchstĂĽck ei-
nes Heldengedichtes : „Rudolph von Habs-
burg" , seine 1809 mit warmem Patrio-
tismus gedichteten Lieder österr. Wehr-
männer und endlich prosaische Aufsätze
verschiedenen Inhalts. Die dramatischen
Dichtungen Collins verrathen steiĂźiges
Studium der römischen und griechischen
Classiker und zeichnen sich durch eine
schwungvolle Sprache — welche sich jedoch
manchmal in's Rhetorische verliert, —
durch Einfachheit in der Anlage, Kraft in
den Gedanken und edle Haltung der Cha-
raktere aus. Jahre lang trug er oft
Plan und AusfĂĽhrung eines Werkes
im Gedächtnisse, änderte, besserte und be-
richtigte, bis er es zu Papier brachte. C.
fand die lauteste Anerkennung seiner Zeit-
genossen, und seine dramatischen Dichtuw
geu, zu seiner Zeit mit Erfolg gegeben,
sichern ihm eine ehrenvolle Stelle unter
den deutschen Dichtern. Doch der Hunten in
den Quellen mitgetheilte) Ausspruch Goe-
the's über seinen „Regulus" hat sich
auch an den anderen Dramen C.'s erfĂĽllt,
sie haben sich auf der deutschen BĂĽhne
nicht erhalten. Seine Oden sind voll Be-
geisterung und seine „Wehrmannslieder"
sind der ErguĂź eines Patriotismus, der
in einer bedrängnißreichen Zeit in tau-
send und tausend GemĂĽthern einen Wie-
derhall fand. Die Ballade behandelt er
meisterhaft, Schiller war darin sein
Vorbild. Seine Ballade „Kaiser Max auf
der Martinswand" dĂĽrfte kaum in einer
guten deutschen Chrestomathie fehlen, und
„ Leop. v. Solothurn "; - „ Kaiser Albrechts Hunb" sind
wĂĽrdige AeltenstĂĽcke dazu. Als
Mensch war C. allgemein hochgeachtet. Im
Kreise seiner Freunde fĂĽhlte er sich am
behaglichsten. Im Umgänge liebenswür-
dig, verband er mit den Schätzen reichen
Wissens die Gabeu eines angenehmen
heiteren Gesellschafters. Gegen jĂĽngere
Talente war er theilnahmsvoll stets mit
Rath und That zur Hand. GefĂĽhlvoll und
gefällig gab er mit vollen Händen, und
war ein edler Mensch in des Wortes
schönster Bedeutung.
Biographien. Den von seinem Bruder Mat-
thäus herausgegebenen gesammelten Werken
Heinrichs von Coll in hat der Herausgeber
eine ausfĂĽhrliche Biographie des Dichters
vorangeschickt. — Der östr. Volksbote. Kalen-
der f. 18SS (Wien, Pichler, gr. 8°.) III. Ihrg.
S. 137. — Ersch ( I . S.) und Grub er
(I . G>), Allgem. Encyklopädie der Wissen-
schaften und KĂĽnste (Leipzig 1822, Gleditscb,
4".) I. Sect. 22. Thl. S. 53.— Meyer (I.>,
Das groĂźe Conversations-Lexikon fĂĽr gebil-
dete Stände (Hilbburghausen 1845, Bibl.
Inft., Lex. 8°.) VII. Bd. 2. Abtheil. S. 9!).'..
— (Brockhaus) Conversations - Lexikon (10.
Auflage) IV. Bd. S. 289. — Oeftr. National-
Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann«,
(Wien 1837, 6 Bde.) I. Bd. S. 569. —
Oestreichs Pantheon. Oallerie alles Guten
und NĂĽtzlichen im Baterlande (Aien 183 l,
M. Chr. Adolph) III. Bd. S. 47. — An-
nalen der Literatur und Kunst in den östr.
Staaten (Wien, 4°.) 1803. Intelligenzblatt
Nr 8, Sp. 61. — Wigands Conversa-
tions-Lexiton für alle Stände (Leipzig 1847,
gr. 8°.) III. Bd. S. 487. — Zur Biographie,
Wiener allgemeine Theaterzeitung von Ad.
Bäuerle IX. Jahrg. 1816, Nr. 93: „Ein
merkwĂĽrdiger Brief von H. I. v. Collin an
Ludw.Schubart."— Urtheile über Collin. G oe-
t h e's Urtheil über den „Negulus" von Heinrich
von Collin (siehe Goethe's sämmtliche
Werke in 30 Vänden lStuttgart u. Tübingen
1851, gr. 8".) XXVI. Bd. S. 115)
„Wie die Einsicht des Verfassers in die rö-
mische Geschichte, so sind auch seine geäußer-
ten theils römischen theils allgemein mensch-
lichen Gesinnungen lobenswerth. Sie haben
durchaus etwas Rechtliches meist etwas Rich-
tiges; allein aus allen diesen einzelnen Thei-
len ist kein Ganzes entstanden .. . Man kann
wohl sagen, daĂź keine Charaktere in dem
StĂĽcke sind. Tie Leute stehen wohl durch
Zustände und Verhältnisse von einander ab
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon