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und meinen auch einer anders als der andere,
aber es ist nirgends ein Zug, der ein Indi-
viduum , ja auch nur im rechten Sinne eine
Gattung darstelle. Da dieses Stü'ck übrigens
Figuren hat, die den Schauspielern zusagen,
so wird es wohl auf vielen deutschen Thea-
tern gegeben werden, aber es wird sich auf
keinem halten, weil es im Ganzen dem Pu-
blicum nicht zusagt, das die schwachen und
leeren Stellen gar zu bald gewahr wird." —
»ou,5 w äirootion äe Ar. 1o Dr. llokker
(?«-!» 1853) XI. Vä.. 8p. 178 ^Treffend
bezeichnen die Franzosen Col l ins dramati-
sche Arbeiten: ,N11es (ses t?»ß6äis8) 8ont
tlütbs pour ötre lues plutot c^ ue pour ötrb
ropr6sont6eZ"). — E/s Schrift. Henze
(Adolph), Die Handschriften der deutschen
Dichter und Dichterinnen (Leipzig 18öS, B.
Schlicke, 8".) S. 22 scharalterisirt C.'s Schrift:
„Gutmüthige Züge mit hofrathlichem Schnitt
und Borden", dabei das Facsimile feiner
Unterschrift). — C's. Porträte. Ein sehr ähn
liches Porträt C.'s hatte der I. k. Hofschau-
spieler Lange gemalt. Seine Excellenz
der Graf Moriz Dietr ichftein ver-
anlaßte, als Col l in gestorben war, daß
darnach seine Büste von einem vaterländischen
Künstler ausgearbeitet und mehreren Freunden
deS Dichters im Gipsabgüsse zugestellt wurde.
— C.'s Grab und Monument. Fr an kl (L.
A. vr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8".)
V. Jahrg. 1846 im Juli Enthält ein von
I . N. Passv veröffentlichtes Schreiben,
worin dieser mittheilt, daß ihm von Sr. Ex.
dem Grafen Moriz Dietr ich stein der
Auftrag geworden, da der alte Friedhof in
Gersthof, wo Co l l in begraben lag, auf
einen neuen Platz verlegt werde, die Uebertra-
gung der noch vorsinblichm Ueberrefte auf den
neuen Friedhof zu veranlassen, wozu Passh
den Jahrestag von Col l ins Sterbetag den
38.Illlii846 anberaumt hatte).— Allg.Theater-
zeitung von Ad. Bäuer le (Wien 1812)
VII. Jahrg. Nr. 30: „Collins Feier." —
Ebendaselbst 183^, XXVII. Jahrg. Nr. 150:
„Collins Denkmal in der Karlskirche", mit
Abbildung gez. von Hub er, in Holz geschn.
von Höfel, der Text uon W. Wanderer.
Das Denkmal ist aus Granit gearbeitet, das
Porträt sn ÜlkaaMon nach dem schon er-
wähnten Bilde des Hofschauspielers Lange
ist nebst den zwei sitzenden Gestalten, einer
männlichen und einer weiblichen, im unteren
Felde am Sockel aus weißem Marmor ver-
fertigt. Auf der Schrift im Schooße der weib-
lichen Figur sind Col l ins GeburtS- und
Sterbetag angegeben. Zwischen der Büste des Dichters und den zwei Gestalten in
der Mitte des Monumentes ist in Lapibar«
schrift folgende Aufschrift: Dem vaterlän-
dischen Dichter Heinrich Collin MVOClüXIII.
— Ebendaselbst XXXIX. Jahrgang, 1846,
Nr. 180, S. 720: „Die Ueberreste des H.
Edlen von Collin betreffend" von Passy.
— Stiftung. Gra f f er lFranz) , Wiener
Dosenftücke (Wien 1852, I . F. Gretz, 8°.)
I I . Bd. S. 190: „Die Collinische Stiftung."
Mittelst Stiftbrief vom 26. Dec. 1813 sind
zum Genusse jährlicher 300 fl. für die Dauer
der Rechtsstudien solche Jünglinge berufen,
welche durch Talent, tadellose Sitten und
Fleiß sich auszeichnen und die philosophischen
Studien zurückgelegt haben. Nicht Col l in
selbst ist der Stifter, sondern Se. Ex. Graf
Moriz Dietr ichftein, ein inniger Freund
des Dichters, erließ eine Einladung zu einem
Denkmal für den früh Hingeschiedenen Dichter.
Es kamen für dasselbe 16,956 fl. ein. Von
den Kosten des Monumentes und den Ge-
schenken an Arme blieben 6000 fl. übrig,
und diese beschloß der Graf, um das Andeu-
ten an den edlen Dichter auch nach anderer
Seite hin zu heiligen, für eine Stiftung zu
verwenden, welche den Namen des Dichters
tragen sollte. Wie es auch geschah.
Collin, Matthäus von I. (Arzt, geb.
13. April 1739, geft. 23. August 1817
uachKaysers Büchcr-Lex.). Bruder des
Heinrich Joseph I. und Onkel des
Heinrich Joseph II. Wurde in
Folge seiner Verdienste, sowohl in sei-
nem ärztlichen Wirkungskreise, beson-
ders bei Epidemien, als auch in jenen
eines öffentl. ordevtl. Professors der Arz-
neiwissenschaften an der Universität zu
Wien zum k. k. Hofrath befördert und im
1.1803 mit seines Bruders Heinrich
Kindern: Heinrich (s.d.), Matthäus
(s. d.), Nosalia (s. d.) und Elisabeth
in den Adelstand erhoben. Bon seinen
Schriften sind anzuführen:
6>uMon'< (Wisn 1763); —
acl Z. (3.
clici" (Nbsnäa. 1764).
Seine Inaugural-Dissertation war: „Os
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon