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Herzogs Ferdinand von Toscana Lieb-
ling, der zu den wichtigsten Staatsgeschäf-
ten und zu nicht weniger denn 36 Ge-
sandtschaften verwendet wurde. Sein
Neffe Fabins Pflanzte das Geschlecht
iu seinen Söhnen Ferdinand und
FabriciusII. fort. Des Letztern Sohn
Leander (geb. 25. Sept. 1639, gest. 8.
Jänner 1709), ein berühmter Theolog,
starb als Cardinal nnd Großpo'mteutia-
7iuZ; __ s^n Bruder Ferdinand
gründete durch seine Söhne: Hiero«
uymus und Rndolph die noch heut
blühende fürstliche und die jüngere Audol-
ptMiscye l'inie. I. Hieronymus (geb.
1674, gest. 1726) erbte nach Erlöschen
derAsquinischen Hauptlinie die Fidei-
comm iß Herrschaft Opoczno und erlangte
1793 fiir sich und seine Nachkommenschaft
das Gl'M - EMuchschantl in Böhmen.
Er hatte vier Söhne: Anton (geb. 14.
Nov. 1707, gest. zu Wien 1785) (s. d.);
Philipp (starb 19 I . alt); K a r l (geb.
1718, gest. zu Venedig 1786) und Nu-
dolpb Joseph (gcb. 6. Juli 1706,
gest. 1. Nov. 1788) (s. d.), der am 29. Dec.
1763 vom Kaiser Franz I. mit seiner
männlichen Descendenz nach dem Rechte
der Erstgeburt in den Rsichssürltenslaud
erhoben wurde, wozu im nämlichen
Jahre die böhmische Fürslenwürde, im Jahre
1765 das ungarische IMgeiml hiuznkam.
Nudolph Joseph hatte aus seiner Ehe
mit Marie Gabriele Gräfin von
Starhe m b erg, mit welcher er im.Iuli
1777 die goldene Hochzeit gefeiert, 18
Kinder, darunter: der Erstgeborne
Frauz de Paula Guudaccar I.
(geb. 1731, gest. 1807) (s.d.); Hierouy-
mus, Joseph Maria; und Wenzel
Ios eph.— Franz dePaula Gundac-
car vermalte
sich (6. Jänner 1771) mit
Maria Isabella Anna Ludmilla Reichs-
gräfin von Manns seid nud erhöhte um
ein Ansehnliches den Glauz uud Neich-,
thum des Hauses. Sein Einkommen be-! trug jährlich 400,000 fl. — Hierony-
musl. (geb. 31.Mai 1732, gest. 20. Mai
1812) war Erzbischof von Salzburg (s. d.).
— Joseph Maria (geb. 1735, gest.
26. Nov. 1813) (s. d.) war k. k. Feld-
marschall u. W e n z e l I o s e p h (geb.1738,
gch.1822)wargleichfallsFeldmarschall.-
Des Hieronymus ältester Sohn, Fürst
Rudolph Joseph ist Majoratsherr;
sein zweiter Sohu Hiero uymus II.
(geboren 30, März 1775, gestorben 1822)
(s. d.) war General -Feldzeugmeister. —
II. Des Grasen Ferdinand zweiter
Sohu Graf Rudolph (geb. 1676, gest.
1714) erlangte 1701 durch Vertrag mit
seiueu ältereu Brüderu Fabius und
Hierouymus das Marquisat St. So-
phia uud die Friauler Herrschaften Su-
sans, Stcrfto, Mnzaua, Feletti, Mona-
stcro. Mit seiuer Gemaliu, einer Gräfin
Silvestri, hatte er einen Sohn und
eine Tochter. Der Sohn FabiusLeau-
der (gest. 1772), Gouverneur von Fort
Urbano im Bolognesischen, hatte mit der
Gräfin Theresia de Flamini das Mar-
quifat Necanati iu der Mark Aucona er-
heiratet. Ihm folgte sein Sohn Hiero-
nymus, welcher fünf Söhne hinterließ.
— Das Hans Colloredo theilt sich
demnach, nachdem die I. Hauptlinie, die
Asquiuische, unt dem Tode des Grafen
Ludwig (1693) im Mannesstamme mit
seiuerTochterM ariaIosephaAutouia
(siehe oben) in weiblicher Linie erloschen ist,
gegenwärtig in die VerillMdinische u. weikar<
dische l'iliie. Die Veruljardinische wieder zweigt
sich ab in die ältere mantuauische uud
in die jüngere böhmische (Colloredo-
Wallsee); die weil'lardische in die fürstliche
(Colloredo-3)iaunsfeld, diesen Beisatz füh-
rend seit der Vermälung des Fürsten
Frauz de Paula Gundaccar mit
Maria Isabclla Anna Ludmilla Rcichs-
gräfiu vou Mauusfel d) und die R n^
dolphiuisch c Linie (Colloredo - Melz).
— - Aus der großen Menge derselben
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon