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ner, die aus diesen Anstalten hervorge
gangen, bezeugen zur Genüge, daß der
Graf es verstanden hat, dem Zwecke der
Anstalt entgegenzukommen. In der Zeit
seines Directorats war er von 1768 bis
1771 Botschafter des Großmeisters von
Malta am k.k.Hofe, feit 1777 Großprior
von Ungarn, und beschloß seine rühmliche
Laufbahn mit dem Nufe eiucs edlen Men
Zchenfreundes, eines eifrigen Patrioten
und tapfern Kriegers; er ist in der Fa-
miliengrnft bei den Franciskauern zu St
Hieronymus in Wien begraben.
Leitn er von Leitncrtreu (Th. Jg.), Geschichte
der Biencr-Ncilstädter Militärakademie lHer-
manustadt 18ö2, 3tcinl'ansser) I. T5l. S. 90.
— Ersch (I. S.) und Grub er (). O.), All-
gemeine Encyklopädie der Wissenschaften und
Künste (Leipzig 1822, Glcditsch, -1",) I. Ecct.
18. Thl. S. 287, linke Spalte: «.) Fürstliche
Linie. — Oestr. Miliiär-Konversations-Le^i-
kon. Heransg. von Hirtenfeld und I)r.
Meynert(Wien 1851), I. Vd. T. 733.
Colloredo-Melz und Wallsee, An-
ton Theodor (Cardinal, geb. 10. Au-
gust 1726, gest. 1811). Ist ein Sohn des
Grafen Karl Ludwig (geb. 22. Angnst
1698, gest. 20. April 1736), welcher, ein
Sohn desk. Obersthofmarschall Johann
Baptist (gest. 1729), durch seine Heirat
mit Eleonora, Fiirsi'm von Gonzaga
35 escovata, ansehnliche Güter im Man-
tuauischeu erworben, sich im Mantnani-
schen seßhaft gemacht und die eigentliche
mautnani f ch
e Linie gestiftet, während
sein Bruder Cami llns die böhm. grä'fl.
Linie begründet hat. — Anton Theo-
dor, für den geistl. Stand bestimmt, stu-
dirte zu Rom, wurde 1746 Domiccllar,
am 9. Iuui 1747 Domherr zu Olmütz,
begab
sich darauf nach Padua, wo er sich
mit allem Eifer den theologischen Studien
widmete und nach deren Beendigung die
theologische Doctorswürde erhielt. Am
20. August 1758 erhielt cr die Pncsler^
weihe und kehrte uach Olmütz zurück, um
ganz seinem Berufe zn leben. Schon 1766 wurde er seinerGeistesgabeu, Frömmigkeit
und seines liebenswürdigen Charakters
wegen zmnPropst an derCollegiatkirche zu
Kremsier, im Mai 1776 zum Propst in
Olmütz und am 6. Oetober 1777 vom
Capitel zum Fürst-Erzbischof des damals
vom Hoch- zum Erzstifte erhobenen Ol-
mütz gewählt. An dieser Wahl nahm die
Kaiserin Maria Theresia einen so
lebhaften Antheil, daß sie
sich beeilte, der
Mutter des Gewählten dieses erfreuliche
Ereiguiß in einem eigenen Handschreiben
zuerst zu verkündigen. Bei der Kaiserwahl
Leopolds II. erschien Anton Theo-
dor zu Frankfurt als erster kurböhmi-
scher Wahlbotschafter in kaum noch ge-
sehener Pracht. Im Jänner 1803 er-
nannte ihn Papst Pins VII. znm
Cardinal. Früher schon hatte er für
seine seltenen Verdienste um Staat und
Kirche das Großkrenz des St. Stcfans-
ordens erhalten, nun wurde er mit der
Brillanten-Dccoratiou dieses uur den
seltensten Verdiensten zugestandenen Or-
dens geschmückt. Unerschöpflich in seinem
Dränge, Wohlthaten zu spenden nnd Lei-
den zu mildern, umfaßte sein hochherzi-
ges Gemüth jede Anstalt und jeden Stand.
Oestr. National- Encyklopädie (von Gräffer
u. Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Vd.
S. 572 sonach diesem ist er am 18. Juli 1729
geboren). — Ersch (I . S.) und Grub er
(I. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wis-
senschaften u. Künste (Leipzig 1322, Mcditsch,
4°.) I. Scct. 18. Vd. S. 286. — Porträt.
Unterschrift: ^.nt. ^Iisoä. (!. äe OoUursdo,
Hrcliiop. l)Iom. etc. (Adam 5ec..)
Cotlorcdo-Mausfeld, Ferdiuaud
Graf (Z taatsman n nnd H umanist,
geb. zn Nicn 30. Inli 1777, gest. anf
seiner Herrschaft Gresten in Nieder-
osterreich 10. Dec. 1848). Ist ein Sohn
des Fürstcn Fran; dePaulaGundac-
caril. und ein Bruder des Fürsten Hic-
rouyinus II. (siehe diefe Zwei). Stn-
dirte zu Wurzbnrg nnd Göttingen, bil-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon