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nant nnd im Juli dess. Jahres zum
Obersten, welche Charge er durch 9 Jahre
bekleidete. Zum Generaluiajar ernannt,
erhielt er 1843 eine Brigade in Trieft,
nnd bald darauf in der böhm. Festung
Theresienstadt. Eben drohte in der Haupt-
stadt Böhmens der Aufruhr in lichten
Flammen aufzulodern. Kaum erhielt der
Fürst Kunde von der steigenden Gährung
in Prag, so eilte er mit der Garnison, die
Festung der treuen Nationalgarde über-
lassend , nach der Hauptstadt und nahm
großen Einfluß an der Unterdrückung des
Aufstandes. Die Nationalgarde von The-
resienstadt hatte in seiner Abwesenheit
die Festungsthore schließen lassen und
übergab den ihr anvertrauten Platz dem
zurückkehrenden Fürsten wieder zurück,
aus dessen Händen sie
die Schlüssel erhal-
ten hatte. Der October des genannten I .
führte C. mit seiner Brigade zur Bela-
gerung von Wien, wo er an den Angriffs-»
tagen die Hundsthurmer Linie forcirte.
Nach dem FalleWiens commandirte er eine
Brigade des 2. Armeecorps nnd überschritt
am 17. December bei Beginn der Ope-
rationen nach einem am 16. December
vorgefallenen unbedeutenden Vorposten-
gefechte die March bei Marchegg. Die
Vorrückung bis Ofen und Pest, sowie die
Expedition in die Bergstädte gegen G ör-
g ey machte derselbe mitdem 2.Armeecorps
mit. Am 29. Jänner 1849 nach Pesth zu-
rückgekehrt, erhielt der Fürst am 14. Febr.
den Auftrag, mit seiner Brigade nach
Gyöngyös zu rücken, und die Verbin-
dung mit FML. Schlik aufzusuchen. In
der Schlacht von K^polna nahm C.
thätigen Autheil. Schon am 26. Februar
gelang es seiner Energie mit seiner Bri-
gade den Wald zu nehmen und den feind-
lichen rechten Flügel gegen K^polna
zurückzudrängen, wobei er sich mit be-
sonderer Tapferkeit und vielem Muth den
größten Gefahren ausgesetzt hatte; den 27.
Febr. drang er rasch in die rechte Flanke desFemdes gegen Käpol na und drängte
ihn nnaufgehalten bis gegen das Defilee
von Kerecsend, wo er nach einem heftigen
Kampfe im Vereine mit dem Schlik 'schen
Corps denselben mit bedeutendem Ver-
luste ganz zurückwarf. In Anerkennung
dieser Waffenthat erhielt der Graf den eis.
Kron-Orden 2. Classe. — Am 1. März
1849 machte er das Arriergarde-Gefecht
bei Eger-Farmas mit, und kam endlich
nach vielen Hin- und Hermärschen mit
dem 2. Armeecorps nach Pesth. Nach
der Schlacht bei N. Särlo am 19. April
1849 rückte er am 24. April über Do-
tis bis vor Komorn. Am 2o. April
übernahm er bis zur Ankunft des FML.
Baron Csorich die Leitung des Gefechtes
und deckte am 27. den Rückzug über Acs
nach Raab. Bei Preßburg ernannte ihn
der Kaiser zum FML. und verlieh ihm
eine Division beim 2. Armeecorps. Schon
Anfangs Mai besetzte er mit derselben
die große Schütt und behauptete sich hier
in einer ausgedehnten Linie durch beinahe
40 Tage, während welcher Zeit er die An-
griffe des Feindes zurückschlug und stets
auf dem bedrohten Puncte mit der nöthigen
Unterstützung zur rechten Zeit erschien.
Nach dem Vorrücken der Hauptarmee
blieb C. als Divisionär bei der Cerni«
rungstruppe von Komorn, und gab daselbst
ebenso Beweise seiner perföulichenTapfer-
keit als seines taktischen Scharfblickes.
Seine Humanität machte ihn selbst im La-
ger des Feindes Populär. Bon seinen Sol-
daten ward er seiner Leutseligkeit und
Sorgfalt wegen hoch verehrt, und viele
seiner Züge von seltener Geistesgegen-
wart sind sprüchwörtlich geworden. Im
I . 1850 ist der Graf zum Inhaber des
Inftr. -Regim. Nr. 36 ernannt worden.
Doch schon in zwei Jahren ereilte ihn
der Tod. Die aus der Ehe des Fürsten
mit Christine, gebornen Gräsin von
ClaM'Gallas stammende
einzige Toch-
ter Wilhelmine (geb. 16. Juli 1326)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon