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volle
1a äireotion äe A. 1e Dr.
1853) XI. Lä. Sp. 208. aklOr (kari«
Colombo, Michael (Philolog, geb.
zu Campo di Piera, einem Dorfe in
der Nähe von Treviso, 5. April 1747, gest.
zu Parma 17.Iuni1838). Trat nüt17
Jahren in den geistl.Stand nnd in's Semi-
nar von Ceneda. Später übernahm er am
letzteren Orte die Erziehung der Söhne
von Falco Lioni. Bald aber gab er diese
Stelle auf, widmete
sich anfänglich mathe-
matischen Studien, später wieder pädago-
gischen Beschäftignngcn nnd leitete bis
znm I . 1796 abwechselnd die Erziehung
junger Lente aus guten Hänseru; im ge-
uanuten Jahre übernahm er anf Empfeh-
lung des Erzbischofs von Geuna, Car-
dinal Tadini, die Erziehung des jungen
Ioh. Bonav. Porta vou Parma, mit
welchem er alsdauu Reifen iu Mittel-
italien, Frankreich, Spanien n. England
unternahm. Zuletzt ließ er
sich bleibend
in Parma nieder uud verließ es nicht bis
an sein Lebensende. Seine vorherrschende
Beschäftigung mit der Erziehung junger
Leute wendete ihn insbesondere sprachli-
chen und literarischen Studien zu. Vou
seinen mannigfaltigen im Druck erschie-
nenen Schriften sind anzuführen: ,^e-
welche Schrift von der
Ou.309. im I. 1617 mit dem Preise ge-
krönt wurde; — „TVattato Ful gilloco
Oa^miti^ eiue beißende Satire auf die
Carricaturen in der Literatur. Auch sind
seine Studieu über deu vecämeron des
Boccaccio beinerkenswerth. Unter dem
Pseudouym Agnolo Piccioni ließ er
obiges Werk „^a KsMlMca" und andere
heitere Novellen erscheinen und lieferte
außerdem nicht unbedeutende kritische Ar-
beiten zur italienischen Literatur und
Bibliographie; darunter ist besonders
werthvoll sein „ Oatalogc» H alcune
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. II. conto
C. trat zu eiuer Zeit
als Schriftsteller auf, in welcher zwei
feindliche Parteien in der italienischen
Literatur sich gegenüber standen. Die
unbedingten Verehrer des Alten und die
ebenso entschiedeneu Anhänger des Neuen
waren bis auf die weiteste Entfernung
auseiuauder gekommen. Da war es Mi-
chael Colombo, der beiden Parteien
zeigte, wie vernünftige Verehrung uud
Nachahmung des Alteu mit warmem
Festhalten an der Muttersprache und
Auerkeuuung neuer Bestrebungen sich
verewigen lasse. Dies ist der Haupt-
charakterzug seiner Schriften, welche ge-
sammelt in 5 Bänden (Padua 1832)
erschienen sind. Sein Zögling Johann
Bouav. Porta ließ ihm ein Denkmal
in der Kirche S. Andrea setzen uud seine
zahlreichen Freuudc ehrten das Andenken
an ihn, indem sie anf ihn eine Medaille
prägen ließen.
l,ss«i (Mus.), Ztoi-i». äül
Nana, (Hllnianä 1824, socistä. typu^r. äo
o1k88ic^ i^iiHni) IV. llä. 8. 144. — Ounckoio
fQü-oillmo)) I^ a caänta öoUa. repuddlica äi
rosioni l^ i oonni, biasräüoi, 8. 46. — Nu»
oici0i>6äi3, it»U»,ng. (Vsuoäiß 1850 u. k.,
i'QSsn, 31-. 8".) ^p^onäico kaao. 267, 8. 436.
Comelli, Franz Johann Baptist Jo-
seph (Botaniker, geb. zn Udine 1.
Sept. 1793, gest. 23. Nov. 1852). Sein
Vater Franz war ein tüchtiger Mecha-
niker, der nicht gewöhnliche Kenntnisse
aus der Physik uud Mathematik besaß.
Die erste Erziehung genoß Franz Jo-
hann BaPtist Ioseph im elterlichen
Hause, daun besuchte er das Gymnasium
einer Vaterstadt uud entschied sich für die
Pharmacie. Zugleich studirte er am Ly-
ceum zu Udine Philosophie und Physik,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon