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sich besonders der Botanik u. Mineralogie.
Er gewann die Zuneigung des berühm-
ten Botanikers Tratt in ik (s. d.), unter
dessen Leitung er viele Tafeln zu dessen
naturgeschichtlichen Prachtwerkeu zeich-
nete und dadurch für die höhere Ansicht
dieser Wissenschaft empfänglich wnrde.
Zugleich war E. ein prodnctiver lyrischer
Dichter und viele seiner Dichtungen,
welche
sich
durch Einfachheit nnd Gemüth-
lichkeit auszeichnen, sind in den Almana-
chen und Journalen seiner Zeit zerstreut.
In den letzten Jahren verfiel er in eine
tiefe Melancholie und ein unerklärter
Lebensüberdruß beschleunigte sein Ende.
Diese Stimmung spricht sich anch in den
poetischen Arbeiten der letzten Zeit aus.
Allgem. Theaterzeitung von Adolph Väuerle
XXIV. Jahrg. (Wien 1831) Nr. 14, S. 56:
„Nekrolog" von Kachler. - Gräffer (Fz.),
Dosenftücke (Wien 1852, Greß) II. Bd. S. 189.
— Ueber die Genealogie dieser alten fränki-
schen Familie, wovon mehrere Glieder in der
kaiserl. Armee Officiersftellen bekleidet, und
Nachrichten über dieselben enthält die Ersch
u. Gruber'sche Encyklopädie I. Sect. 39. Thl.
S. 429—437 in dem ausführlichen Artitel von
Alb. Freih. von Boyneburg-Lengsfeld.
Eybel, Joseph Valentin (Publicist
und Professor des Kirchenrechtes, geb. zn
Wien 3. März 1741, gest. ebenda 30.
Juni 1805). War für den geistlichen
Stand bestimmt und ftudirte bei den Je-
suiten Philosophie, griech. und hebräische
Sprache; änderte aber später seinen Plan
und kam 1765 als Registraturs-Adjuuct
nach Graz. Bald kehrte er nach Wien
zurück, um die Rechte zu hören, vollen-
dete dieselben und wurde 1797 Landrath
in Linz. Er erwarb
sich die Zuneigung des
Hofrathes Riegger, wurde 1773 außer-
ordentlicher u. 1777 ordentlicher Professor
des Kirchenrechts in Wien. Kränkungen
und Unannehmlichkeiten, welche er sich
durch seine Schriften zuzog, nöthigten
ihn 1779 die Professur aufzugeben. Er
kam nun als Rath zur Landeshauptmann-
chaft nach Linz, wo er auf Kaiser Joseph II. Befehl das Referat in geistlichen und
Toleranzsachen führte; 1787 als Guber-
nialrath nach Innsbruck und 1797 als
Landrath nach Linz zurück, wo er bis an
seinen Tod blieb. Die Sprache, welche
er in kirchlichen Angelegenheiten führte,
zog ihm das Mißfallen des Cardinals
Migazzi und endlich den Bann des
römischen Hofes zu. Uuter dem Schutze
des Kaifers Joseph schrieb er seiner Zeit
vielgelesene Schriften. Diese sind in chro-
nologischer Folge: jMe mit einem (^ )
bezeichneten sind anonym erschienen):
1/ 1773 n. f.); —
^ ni'lu, et ^?-0l/7'6F.5ll
1774); — , O,-c?
cisnl/ae eccl^-. / / ^a,'ts5' (Ndä. '1775
u. s.) ; — ^
1774 n. f.); die Titel dieser
Abhandlungen enthält ausführlich de
Luca (s. d. Quellen); — „ t
1776); — „
1776); —
/-u^«, IV 1ti6ii6 in 2 Nän.
1777 u. s.), in deutscher Ueberfetzung:
„Gmleitnng in das kathollZchr Rirchrnrecht" , 4
Theile (Ebenda 1782); — „Nene samm>
lnng deutsch vertllöZtel anzerlrZenkr Werke klltho-
lischn SchrWteller", 3 Stücke (Ebd. 1778);
— „Gesammelte kleine lateinische Schritten. Ans
dem Allteinigchen ulln D. H Heinze" , 3 Stücke
(Ebenda 1781 u. f.); — „Gwas mn den
Wahlen der AeligillnZIehrer" (Ebd. 1781); —
„Was ist nun Ohrdispenörn zn halten?" (Ebd.
1781); — „Mas ist ein NiZchllt?" (Ebenda
1782); — „Mas ist/Mass k" (Wien 1782,
gr. 8°.); — „Wag M ein Planer?" (Ebd.
1782); — *„siebrn Oapitel von Klnsterlenten"
(Ebenda 1782); — *„Nie Gimpelinsel oder
der Stiefbruder deZ Jinneuz" (Ebenda 1783);
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon