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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 125 -
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125 mit Vorliebe. Von einer schweren Krank- heit genesen, verfiel er in eine Hypochon- drie, von welcher er sich über ärztlichen Rath nur dadurch befreien konnte, daß er mechanische Arbeiten unternahm. So verlegte er sich zuerst auf's Holzschnitzen, als ihm Kempelens Schrift: „Ueber den Mechanismus der menscht. Sprache" (Wien 1791) in die Hände kam und er nun auf die Idee verfiel, eine Sprach- maschine zu construiren. Um seine Arbeit auszuführen— wozu er Ruhe brauchte — verließ er Wien und zog sich nach seiner Vaterstadt zurück, wo er nach schweren Entbehrungen und namenlosen Beweisen von Ausdauer eiu Werk zu Stande brachte, wie noch Keiner vor und nach ihm ein Aehnliches zn Stande gebracht. Wir meinen die Sprachmaschine, welche er „Euphonia" nannte und welche vollstän- diger als alle vor ihm gemachten Versuche die menschliche Stimme und Sprache nachahmte. Die Maschine hatte Aehnlich- keit mit einer kleinen Stubenorgel, besaß aber nur Eine Pfeife. Die Luft erhielt sie durch einen Blasebalg, den man mit den Füßen trat; die Veränderungen der Sprachlaute wurden aber durch 16 Ta- sten bewirkt. Die wesentlichsten Theile der Stimm- und Sprachlaute waren größtentheils aus elastischem Gummi der Natur nachgebildet und die verschieden- artigsten Stellungen und Bewegungen derselben konnten durch Drähte hervor- gebracht werden, welche sich auf mancher- lei Weise an sie befestigten und durch Nie- derdrücken der Tasten bewegt werden konnten. Im I . 1840 zeigte er in Wien dieses Meisterwerk menschlicher Kunst, wo merkwürdiger Weise, ungeachtet dar- auf von mehreren Seiten aufmerksam gemacht wurde, die Theilnahme des Publicums Alles zu wünschen übrig ließ. Später begab sich F. mit seiner Maschine auf Reisen und zuletzt nach Amerika. Auch dort gelang es ihm nicht bei seiner Schüchternheit und Unbcholfenheit, sich bemerkbar zu machen. Das Elend kam über ihn und von der Wucht desselben niedergedrückt, zerstörte er eines Tages zuerst die Maschine und dann sein eige- nes Leben. Neal is, Kuriositäten- u. Memorabilien-Lexikon von Wien (Wien 1846, gr. 8°.) I. Bi> S. 418. — Allg. Theater; eitung, herausgeg von Ad. Bäuerle, 1840, Nr. 154 u. 155, S. 652: „Ios. Fabers neuerfundene Sprachmaschine." — Ebenda, Nr. 168, S. 710: „F.'s Sprach- maschine" (beide Mittheilungen von Friedrich Kaiser). — Frankl (L. A.), Sonntagsblätter 1847, S. 449 lmeldet seine glückliche Rückkehr aus Amerika und England im Dec. 1847). Fabesics, s.: Fllbcfich, Joseph S.124. FäMn, Ambrosins(Bcnedictiner uud theolog. Schriftstel ler, geb. zu Borzaj im Eisenburger Comitat 22. August 1809). Studirte zu Güns und trat 1827 in den Orden der Benedictiner am pannonischen Berge. Am 13. Juli 1835 erhielt er die Priesterweihe, wurde Domprediger seiner Ordenskirche und war ausgezeichnet als Kanzelredner. Von 1836—46 unterrichtete er in Oedenburg die Schuljugend, kam Ende 1846 nach Preßburg als Professor der Poesie, 1850 nach Tyrnau, bald darauf nach dem Pan- nonsberge, um die Zöglinge des Ordens zu unterrichten. 1852/3 wurde er zum Prediger und Professor am Raaber Obergymnasium ernannt. Seit 1841 be- schäftigte sich F. mit schriftstellerischen Arbeiten pädagogischen und religiösen Inhalts, welche in periodischen Schriften als in „Ii.6ijFio 6s Nsvei63", d. i. Re- ligion und Erziehung, dann in politischen Zeitschriften, seit 1848 aber im „katko- likns N6PI2P <) d. i. Katholisches Volks- blatt, erschienen sind. 1845 gab er für die studirende Jugend das Werk: „0" 65 it/ Fsd'vetsegs to>tenets" , i). i. Die Ge- schichte des alten und neuen Bundes, heraus, das schon 1846 in zweiter Auf- lage zu Preßburg erschien. Hierauf folgte zu gleichem Zwecke: .,^ 4 Katk. / i
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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