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(Künstler, geb. zu Altdorf 15. Febr.
1780, lebte noch 1835). Jüngster Bru-
der der beiden Obigen. Ohne Neigung
für wissenschaftliche Studien zeigte er
früh seltene Anlage zur Kunst und bil-
dete als Knabe mit täuschender Aehnlich-
keit Thiere und Figuren aus Lehm.
Eulen und Uhus lockte er durch Nach-
ahmung ihres Gekrächzes aus ihren
Schlupfwinkeln und zeichnete sie dann
nach der Natur. Als 1797 fein ältester
Bruder nach Altdorf gekommen war,
nahm er ihn mit nach Wien und dort
besuchte F. die Akademie der bildenden
Künste. Modelliren und Formen, beson-
ders von Gestalten der Thierwelt, bilde-
ten seine Hauptbeschäftigung. Nun trat
er als Lehrling in die Steingut-Fabrik
Winklers in Sommerein, wo er wie
auch später in Wiener Neustadt als Mo-
dellirer arbeitete. Alsdann begann er
Thiere und Figuren aus Pappendeckel
zu cachiren und arbeitete in Kottingbrunn.
Seine auf den Ausstellungen der Akade-
mie der bildenden Künste zu St. Anna
vorgezeigten Arbeiten erregten die allge-
meine Aufmerksamkeit. Die in Wien ver-
endete Giraffe hat F. für das Thierarznei-
Institut inLebensgröße nachgebildet und in
demselben viele Skelette von Elephanten,
Pferden, Kühen und andern Thieren
ausgebessert und die fehlenden Knochen
durch künstliche täuschend ergänzt. Die
Kunst die nach Brod geht, Hinberte ihn
sein reiches Talent zu jener Entfaltung
zu bringen, deren es fähig war und un-
geachtet dessen befand er sich, den Mäk-
lern feines schönen Talentes preisgege-
ben, in drückenden Verhältnissen. Aus
seiner 1813 mit einer Bürgerstochter aus
Wiener Neustadt geschlossenen Ehe stammt
ein Sohn, der 1835 in der k.k. Akademie
der bildenden Künste geschickt modellirte.
Ueber Andreas Heinrich u. Ehristian Grich
handschriftliche Mittheilungen. — Ueber Karl
Wilhelm Joachim: Pietznigg (Franz),
Mittheilungen aus Wien. Jahrg. 1835, II. Bd. S. 59: „C. W. I. von Fabrici." —
lKneschke, Ernst Heinrich Prof. Dr.) Die
Wappen der deutschen freiherrlichen und ade-
ligen Familien (Leipz.1857,8°.) IV. Bd. S.117.
Fllbris, Anton (Medailleur, geb.
zulldinezu Anfang dieses Iahrhundts.).
Lernte anfangs die Kunst des Goldarbei-
ters und zeichnete
sich bei diesen Arbeiten
dnrch Erfindung und Ausführung aus.
Nun wendete er sich der in Italien wenig
gepflegten Stämpelschneidekunst zu und
von seiner Hand ist die Medaille auf
Canova's Todesfeier, auf welcher der
in Udme zu Ehren Canova's errichtete
Katafalk abgebildet ist; eine andere auf
die Erbauung des Theaters inPordenone
und die Preismedaille für die Concurse der
architekton.SchuleinLivorno. Andere Me-
daillen seiner Hand sind auf Lad.Pyrker,
auf Dante und dessen Monument in
Santa Croce zu Florenz, auf den 1832
verstorbenen Arzt Filippo Uccelli, auf
den Großherzog Peter Leopold bei
Gelegenheit der ihm von Pompaloni
in Pisa errichteten Bildsäule, auf Ra-
phael Morghen, mit welcher dessen
Schüler sein Andenken ehren wollten,
und auf die Einweihung des von Ca-
nova erbauten Tempels zu Poffagno.
Unter seinen zahlreichen übrigen Arbei-
ten nennen wir noch die kleinen Stem<
pel zu den Siegeln in Relief mit Bild-
nissen von Dante, Petrarca, Alfieri,
Napoleon, Schiller (Letzterer nach
Dannecker), ferner die Denkmünzen
auf den Grafen Cicognara, auf Sis-
mondi, Assarotti (letztere drei 1845)
u. m. a. Fabris übt seine Kunst in
Florenz aus, wo auch sein Sohn, einer
der ersten Künstler in der Formschneide-
kunst, die classischen Werke italienischer
Poeten wie z. B. Manzoni's „
U2.FF10", Dante's „Divin
äig." u. A. mit Illustrationen schmückt,
welche ein seltenes Talent beurkunden.
Kunstblatt (Stuttgart, Cotta, 4°.) 1832, Nr. 86,
S. 344: „Neber Fabris' Denkmünzen" von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon