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Gesellschaft während des Landtages in
Preßburg, worauf er zu der Ofner Ge-
sellschaft berufen wurde. 1835 verließ er
das Ofner Theater, gab in Kaschau Gast-
rollen und vermalte sich mit Maria
Meszlsnyi. Nun bildete er in Debre-
czin selbst eine Gesellschaft, trat wieder
in Ofen, in Fünfkirchen auf und machte
dann Reisen im Auslande. Mit der Er-
öffnung des Pesther National^ -Theaters
wurde anch F. Mitglied desselben und
nahm als Sachverständiger wesentlichen
Antheil an der Direction der Anstalt. F.
spielte gemeiniglich chargirte Rollen und
leistete in Auffassung und Ausführung
seiner Charaktere Vollendetes. F. besitzt
auch literarische Verdienste, denn er hat
die dramatische Literatur Ungarns mit
zahlreichen Uebersetzungen und Umarbei-
tungen vermehrt. Da er, bevor er Schau-
spieler geworden, eine gründliche Bildung
genossen, fehlte es bei seinen ernsten Be-
strebungen nicht an mannigfachen An-
griffen, denen jedoch die Stirne zu bieten
er ganz der Mann war. Mit der Presse
hatte er viel zu kämpfen, deren oftberech-
tigten, doch oft von Parteigeist durch-
wehten Rügen in Betreff der Direction
er allein entgegenzutreten wagte. In
den zwei letzten Jahren betrat er fort-
währender Kränklichkeit wegen nur mehr
selten die Bühne. — Helene (geb. zu
Pefth1842). Seine Tochter. Trat, 14
Jahre alt, am 16. Iänn. 1856 zum ersten
Male auf der Pesther National - Bühne
als Julie in Shakspeare's „Julie
und Romeo" auf und beurkundete ein
schönes Talent, wie in ihrer zweiten Rolle
als Margarethe in Sigmund Czako's
Drama: „RlHiinäi' 6s wQFkrssL", d. i.
Kaufmann und Schiffer. Im I . 1858
vermalte sie
sich
mitLendvay's (gest.
29.Jänner 1858) Sohne, gleichfalls Mit
glied der Pesther National-Bühne.
Ueber Ludwig F.: ?äuc«5 -^ Ibum.
82i16ß7i Vir^i, d. i. Fäncsy-Album. Herausg. 143
von Birgil SMgyi (Pesth, Gustav Emich,
gr. 8°.) ldafelbft S. 1-7 der erste Artikel:
F.'s Biographie von Vahot). — «23721
56k H i t ^
68 Danielik ^össe/, d. i. Ungar.
Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschrei-
bungen. Von Jakob Ferenczy und Joseph
Danielil (Pefth 1846, Gust.Emich) S. 133
ftach diesem geboren 1805). — Ihadd kori
ismoistsk tälH, d. i. Ungar. Conversations-
Lexikon der neueren Zeit (Pefth 1850, Heckenaft)
III. Bd. S. 183. — Porträt. Unterschrift:
Facsimile des Namens l^ues? I^os (n^oinr.
'WaliiLl ^.. ?. ?e8ton 1856. KarH«t(mi ^03.
gr. 8°.) Lithogr. — Ueber Helene F.: Na-
syar 82.M, d. i. Ungarische Presse (Wiener
Blatt, Fol.) 1856, Nr. 28 : „Helene Fllncsy"
von Gabr. Egressy.
Fanni, (geb. um das Jahr 1770 in
Ungarn). Der Taufname eines Magya-
ren-Mädchens, dessen Familienname nicht
bekannt geworden, und welches durch die
Liebe, die es dem jungen ungar. Poeten
IosephKärmäm(geb. 1771, gest. 1795)
einflößte, einen Namen in der Literatur
bewahrte. Noch ist es nicht gelungen,
den eigentlichen Namen des geistreichen
Mädchens zu enthüllen; so viel ist indeß
gewiß, daß es einem adeligen Geschlechte
entstammt und, als die Eltern in eine
Verbindung mit Kärmän nicht ein-
willigten, als frühzeitiges Opfer der Liebe
fiel. Fanni hinterließ Arbeiten, welche
eine seltene Tiefe des Gemüthes und hohe
Begeisterung athmen. Kä.rmä.n hat die-
selben in der von ihm selbst redigirten
" veröffentlicht und ihnen Fan-
ni's ergreifende Biographie voraus-
geschickt, worin er sein zartes Verhältniß
mit der Dichterin, die.tyrannische Härte
des Vaters, ihre Leiden und ihren Tod
in rührender Weise darstellt. Fanni's
Schriften haben noch nach einem halben
Jahrhundert ihre Würdigung gefunden,
denn dieselben sind unter den Werken clas-
sischer Schriftsteller Ungarns im ll.Iahrg.
der „Usm2eti kön^vtär", d.i. National-
Bibliothek, veröffentlicht worden.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon