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1853) XVII. Lä. 8p. 250.
Federici, Viucenz (Musiker, geb.
zu Pesaro 1764, gest. zu Mailand
26. Sept. 1827). Sollte die Rechte ftu-
diren. Im Alter von 13 Jahren erhielt
er Clavier - Unterricht nnd als er 1780
— 1« Jahre alt — seinen Vater verlor,
erfüllte er sein Sehnen die Welt zn sehen
und schiffte
sich
in Livorno ein, erst nach
England nnd dann nach Amerika segelnd.
Von dort kehrte er nach London zurück
und trieb Musik, in welcher er Unterricht
ertheilte uud sich nebenbei in der Com-
position versuchte. Seine erste Composi-
tion „6 i3o,l,ats5 )^0A?' is Olawscin ow.
accamp." verschaffte ihm eine Stelle im
Orchester der Londoner italienischenOper,
wo ihm nun Gelegenheit ward, viele und
darunter gute Musik zu höreu. Nachdem
er Haydn's Simphonien gehört, ver-
legte er sich sehr ernstlich ans das
Studium der Composition. Er ging rinn
auf einige Zeit nach Italien, nahm
Unterricht bei Franz Bianchi (s. d.
I. Bd. S. 372) und begann selbst Opern
zu schreiben, und zwar seine erste
,^'Olim^acle' (1790 5ür lui'w) ftoch
führt ihn bereits der Mailänder Theater-
Almanach vom Jahre 1785 als Opern -
Compositeur auf^ >; — daun „Ii De-
Mttsti"/ — „I,« Ditia,is" (lür
^..äon). Im I . 1802 verließ er Lon
don, um in Italien seinen bleibenden
Aufenthalt zn nehmen; nun schrieb er
die Opern: „Oasto,- e I>oliuce" (1803
lür Nai1g.nä) ; — „Ii giucli^ io H^Vu^a",-
«^ ^a^-icls« (1804); -
a" (1805 lür 1urw) ; —
3" (1806 liir Kaiiar
l cislis I^is" (lür
.). Bei der 1809 erfolgten Errich-
tung eines Conservatorinms der Musi
in Mailand wurde F. zum Professor des 15?
Contrapuncts ernannt, welche Stelle er
is 1826 bekleidete; in diesem Jahre
aber. nach dem TodeAmbrosio Minoj a's,
wurde er dessen Nachfolger als Censore
' es Conservatorinms, d.i. oberster Leiter
es Institutes, der zugleich Composition,
Rhetorik und Aesthetik vortrug. Aber
'chon im folgenden Jahre starb er, 63
Jahre alt. Die berühmte Musikhandluug
Nicordiin Mailcmd besitzt die Original-
Partituren der Opern: „Idomeneo",
„Oreste in Tauride" uud der Cantate
„Teseo".
Erfch (I. S.) u. Gruber (I. G.), Wgem.
Encyklopädie der Wissenschaften und Künste
(Leipzig 1822, Gleditsch, 4«.) I. Sect. 42. Thl.
S. 223. — Gerber (Ernst Ludwig), Neues
histor.-biogr. Lexikon der Tonkünftler (Leipzig
1812, gr. 8°.) II. Bd. Sp. 98. — (^talo^o
äsiis opers imdblioats äg.11' I. 8,. gtadili-
lnento U22. priv. 6i lito äi < i^o. Niooräi
(NaälHud 1855, I.sx. 8°.) I. Lä. 8. 100, 703,
720, 741, 744, 747.
FedMgotti,Hieronymus Graf (Dich-
ter, geb. zu Sacco bei Roveredo 1742,
gest. 1776). Eutstammt einer vornehmen
tyrolischen, ursprünglich mailändischen
Adelsfamilie, welche um die Mitte des
15. Jahrhunderts sich
in Sacco in Tyrol
ansäßig machte und die damals noch we-
nig betriebene Schifffahrt der Etsch in
Aufnahme brachte. GrafHieronymus
begann seine Studien zn Roveredo und
beendete sie auf deutschen Hochschulen.
Die herrliche Natnr seiner Heimat und
das idyllische Alpeuleben hatten seinen
Hang zur Poesie früh geweckt uud genährt
nnd er schrieb Schäferdichtungen und
lyrische Poesien voll Schwung und An-
muth. Auch dichtete er eiue Tragödie und
begann ein Epos in Ottaverime, dessen
Stoff Marcus Antonins ist. Den
Keim des Todes von frühester Jugend
in sich tragend, überdies sehr reizbaren
Naturells, in Folge dessen er jede ärzt-
liche Hilfe entschieden verschmähte, erlag
er in der Blüte des Lebens, 34 Jahre alt,
dem Tode. Seine Dichtungen, deren
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon