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S. 326 — 378) mitgetheilten Arbeiten
U. z.: „Ueber König Mnpl von Böhmen nls
dentHen Drderdichter und üblr die Vnrchtheit
der llltöühmiHchen^ ^s?l ?mio5tna ^ais
^ciclara I") worin F., einem literari-
schen Betrüge nachspürend, die Unecht-
heit der Königinhofer Handschrift mit
großem durch tüchtiges literarhistorisches
Wissen unterstützten Scharfsinn nachweist
und diese seit Iahrzehnden von der durch
einen literarischen Fälscher irregeleiteten
National Eitelkeit viel verhandelte Frage
auf einen Punct gestellt hat, auf welchen
sie nunmehr der letzten Entscheidung ge-
wärtig ist. Die Sache hat in der litera-
rischen Welt großes Ausiehen erregt.
KittsT'sbei'F, X«>,pk3iil 8lovniöelc, d i. Taschen-
Wörterbuch (Prag 185N, 16°) I. Bd. S. 351
(über den Vater). — Bohemia (Prager Blatt,
4°.) 1858, Nr. 145. — Kritische Blätter von
I . I . HanuL (Prag 1858) U. Bd. S. 239.
Feil, Joseph ^Geschichtsforscher.
T o p o g r a p h, A r ch ä o l o g, geb. in W i e n
20. Juni 1811). Sohn des künstlerisch
und wissenschaftlich gebildeten Metall-
Waaren ^ Fabrikanten Joseph F. (geb.
zu Wien 80. Oct. 1783, gest. Z. Dec.
1814), welcher mit seinem Bruder Franz
(geb. 1785, gest. 1820) der von ihrem
Vater Joseph F. (geb. zu Wien 23.
Febr. 1750, gest. 8. Juli 1802) in Oester-
reich zuerst in höhereu Schwung gebrach-
ten Fabrication gepreßter und geprägter
Metallwaaren zur Verzierung von Mö-
beln, Uhren u. s. w. langchin einen ersten
Rang in Wien gesichert hatte. Früh ver-
lor Joseph den Vater. Unter der Obhut
der Mutter vollendete er die Studien an
der von Zolle raschen Hauptschule am
Neubau, dann am Iosephstädter Gym-
nasium und zuletzt die Rechte an der Uni-
versität (1830 — 34). Nun trat er bei
der Cameralbehörde in den Staatsdienst,
wurde1847 Cameral-Concipistu.im Apr.
1851 von Sr. Erc. dem Unterrichtsmini-
ster Grafen Thun in's Unterrichts-Mi-
nisterium berufen, in welchem er seit 18. Mai 1854 als Ministerial-Secretär,
zugleich aber seit 1850 als Examinator
für's historische Gebiet bei der k. k. Staats-
prüfungs - Commission an der Wiener
Universität und zeitweise für die Candi-
daten des Gymnasial-Lehramtes fungirt.
Mit dieser amtlichen Thätigkeit verbin-
det F. eine wissenschaftliche, welche na-
mentlich auf die Erforschung und Rich-
tigstellung topographischer und archäo-
logischer Daten seines Heimatlandes ge-
richtet ist. Seine frühzeitig entwickelte
Vorliebe für topographische Studien er-
hielt durch Reisen im Heimatlande,
die er in Begleitung seiues Freundes
Jos. V. Häusler (s. d.) nach verschie-
deneu Richtimgeu unternahm, reiche Nah-
rung und durch die Bekanntschaft mit
Männern wie Theodor vou Kara jan,
Franz von Leber, I . Scheiger, Franz
Tschischka (s. d.) Aneiferung, Beleh-
rung und frisches Leben. Zugleich gestat-
teten es ihm seine Verhältnisse, seine
Neigung: Bücher nach einer bestimmten
Richtung zu sammeln, ^u befriedigen
und so hat er cine VidliotiiSaa 2.u>
ZtrikCk zu Stande gebracht, welche über
7000 Bände, darunter seltene und
werthoolle Monographien, insbesondere
Wiener Schriften, Ansichten und Pläne
enthält. Ein so reicher wissenschaft-
licher Apparat weckte die Fust zur Bear-
beitung desselben und ohne Absicht einer
Veröffentlichung gingen die Mußestun-
den und oft jene der Nacht dahin unter
Forschungen, welche Licht in manche duukle
Stelle, richtige Auffassung in manches
mißverstandene Ereigniß der ältern Zeit
brachten. Diese Arbeiten, das Ergebniß
beharrlicher und gründlicher Forschungen
fanden bei Männern der Wissenschaft
beifällige Aufnahme und es fehlte nicht
an mannigfaltigen Auszeichnungen im
In- und Auslande. Gelehrte Vereine
ernannten F. zum Mitgliede, u. z. der
histor. Verein v.u. f. Oberbaiern (1849),
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon