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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 176 -
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17Ü Jahre 1848, geb. zu T r ien t in Tyrol um das 1.1820). Der berüchtigte Sohn des Helden uud Mar. Theresien-Ordens ritters uud Feldmarschall-Lieutenants Feuner (s. d. Folgenden); war Zög> ling der Nenstädter Militär-Akademie, trat 1837 alsCadetin die Armee, wurde Officier, als solcher aber ^813 cutlassen. Nach Veröffentlichung seiuer Schrift: „HeZteneich und seine Irmee" (1847), worin er die Organisation des österreichischen Heerwesens augriff, begab er sich uach Süddeutschlaud, bis ihu die Ereignisse des I . 1848 wieder uach Oesterreich zu- rückführten. Daselbst trat er in Wien in deu Oetobertagen als Adjutant M esse u hausers auf uud entkam nach der Einnahme Wiens durch die Kai- serlichen nach Deutschland. Bei der Volks- erhebung in der Pfal; 1849 begab er sich dahin uud wurde vom sogenaunten Lan- detzausschusse zum Oberbefehlshaber und Chef des Generalstabs des Pfälzischen Iu - surgentonhaufens ernannt. Nachdem der auf seineu Rath unternommene Versuch, die Festung Land au zu überrumpeln, mißlang, erhielt er noch am Tage dieses Unfalls seine Entlassung. Er begab sich nun nach Baden, dann iu die Schweiz; aus Zürch ausgewiesen, wanderte er uach Amerika aus, wo er im Jahre 1851 zu Newyork eine deutsche Zeitschrift „Ntlan- tis" begründete. Neben dieser Thätigkeit als Insurgent entwickelte er eiue aualoge als Schriftsteller. Anfänglich warf er sich auf die Belletristik, übersetzte und lei- tete mit einem Vorworte ein Alf ieri 's „Dun der Girnnnei" (Morheim 1845, 16°.). I n dcm belletristischen Sammelwerk„Anla der schönen Literatur", erschieu seine Ueberschung des Romaus: „Ner Müller van Zllgibonlt oller (ßeorg Sand" und im Jahr 1846 redigirte er die Ulmer Chronik, ein politisches Vottsblatt. Nach der Kata- strophe trat er aber als Berichterstatter der Ereignisse auf, iu deuen er eine so ! traurige Rolle gespielt, uud gab heraus: „Geschichte t>er Ortobertage. Ge5chilt>ert nnd mit allen AcienLiiickrn belegt", 1 Theil (Leipzig 1849, 8".); — „Snr Geschichte der rheinpfiil- pschen Neulllntion nnd des kubischen ZlutztandeZ", zweite verm. und verbess. Auflage (Zürch 1850, Kisling, 8"<). Seine poetischen Schöpfungen aus dieser Epoche nannte er bezeichnend: „Glllgrlilirder' (Biugen 1848, Holenza, 8°.). Die angeführten Schriften charaktcrisirt eine Frechheit und Verruchtheit der Gesinnnng ohne Glei- chen. Mittelst kriegsrechtlichen Urtheils vom 4. Ang. 1849 ist F. ob Verbrechen des Hochverraths seinesAdels für verlustig erklärt worden. Dieser ist nicht zu verwechseln mit einem andern Schriftsteller, gleichfalls Daniel F. v. F., von dem mehrere belletristische Arbeiten erschie- nen sind. — Eurova, rcdigirt von Kühne I8ö0, S. 188: „Znr deutschen Insurgenten-Litera- tur" lmit treffenden Randglossen über F.'s „Geschichte der rheinHfälzischcn Revolution"; sagt zu Ende: „Eine Schmach für die Revo- lutionen dieses Zeitalters, daß diese bramar- basirende Lientenantsseele, und wär's auch nur auf Büchertiteln, sich „Obercommanbant der Wiener Nationalgurde" und „ehemaliger Chef der rheinpfälzischen Armee" nennen darf"j. — M e y er(I.), DasgroßcConvcrsations-Lerikon (Hildburghausen 1842, Bibl. Inst., Lex. 8".) III. Suppl. Bd. S. 515. — Die Geißel (ein Wiener Vlatt, 4".) 1841, Nr. 7?. — (Brock- haus) Conversat.-Lerilon (10. Aufl.) VI . Bd. S. 4. — NunvLilo liioZrkpkje ßönärkib ... Mdiiss 5NU8 1a äir. äe Nr. iu 1)i. II u e 5 6 r (kl^rig 1853) XVII. Ü<I. 8i>. 344. Fenner von Fenueberg, Franz Phi- lipp Freiherr iFe ldmarschall-^! ien - tenaut, geb. zu S a t u r n in Tyrol 1762, gest. zu Iaros lav in Galizien 19. Oct. 1824). Entstammt eiuem Adels- gcschlechte Tyrols. F. trat am 1. Sept. 1777 als Cadet bei Lacy - Infanterie ein, wurde 1778Fähnrich, I.September 1783 Unterl., 1. Ott. 1788 Oberlieute- nant und nach beendetem Türkenkriege 1790 Hauptmann im Scharfschützen- Corps. 1792 kämpfte er in den Nieder- anden, und ward27.Apnl17ti3 Major.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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