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Unger (s. d.). Ein Besuch in Wien des
berühmten Algologen Agardh junior
aus Lund in Schweden, brachte ihn mit
diesem gelehrten Naturforscher nnd durch
ihn mit andern Koryphäen seines Faches
in Wien und im Auslande in Berührung.
Nachdem F. 1833 die medicinische Do-
ctorwürde erlangt hatte, wählte ihn
Iacquin zu seiuem Assistenten an der
Lehrkanzel der Botanik, ihm zugleich die
wissenschaftliche Besorgung des Gartens
und seiner reichen Bibliothek übertragend.
Als Fachschriftsteller trat F. zuerst mit
seiner Inaugural-Dissertation anf: „Der-
xnch einer Narziellnug der geographischen Verlnei-
tnngz- nni> Vlrtheilung3nerhllltni53e der natürlichen
Familie der AlZineen in der Polanegion nnd eines
Theiles der gemäßigten Anne der attrn Welt"
(Wien 1832, 8°.), welche Arbeit die Auf-
merksamkeit der Fachmänner auf den
jungen Naturforscher richtete. Im Jahre
1836 zum Custos - Adjuucten am k. k<
Hofnaturalien - Cabinette ernannt, war
es F., welcher an Endlichers Seite das
große ungeordnete Herbar zn eincm der
Wissenschaft entsprechenden Ganzen um-
gestaltete u. Endlich eruin der Heraus-
gabe seinesWerkes„ AenkrH^ ikntQi-urQ"
durch Bearbeitung einzelner Ordnungen
in demselben unterstützte. Als Endlicher
1840 an Iacquius Stelle Professor
der Botanik wurde, trat F. als Custos
des Hofnaturalien-Cabinettcs an Endli-
chers Stelle und war nach dessen Tode
1849 sein Nachfolger als Professor der
Botanik und Director des botanischen
Gartens. In die Zeit 1840—1849 fällt
die mit Endlich er gemeinschaftlich aus-
geführte Uebertragung der mittlerweile
bedeutend vermehrten botanischenSamm-
lungen in das Museal»Gebäude des bota-
nischen Gartens, wo sie zum größeren
Gewiun für den Unterricht und die Wis-
senschaft am rechten Platze sind. Mit
Uebernahme der Leitung des botanischen
Gartens beginnt auch für denselben jene Periode, in welcher er in die Neihe der
größern botanischen Gärten des Conti-
nentes eintrat. Mit dem jahrlich erschei-
nenden Tauschkataloge von Samen wird
ein „H.äv6r22.i-ik 'downiog." betiteltes
Beiblatt ausgegeben, worin alle bei dem
gegenseitigen Samenaustausche unter-
laufenen Irrungen und falschen Artbe-
stimmuugeu der fremden Gärten wie des
Wiener Universitäts - Gartens enthalten
uud berichtigt sind, ein Vorgang, der für
die Wissenschaft von Nutzen ist und bereits
Nahahmung gefunden hat. Als Schrift-
steller seines Faches hat F. an mehreren
Werken Endlichers mitgearbeitet
und sonst eine große Menge bald mehr
bald minder umfangreicher Abhandlun-
gen iu den Annalen des Wiener Mu-
seums, in L ed ebo urs ?i0l2 Kolleg.)
in der „Flora", in der „Linuaea" uud seit
der Begründung der kais. Akademie der
Wissenschaften in den Sitzungsberichten
der mathematisch-naturwissenschaftlichen
Classe mitgetheilt. Von seiner Bearbei-
tung ganzer Ordnungen und Arten sind
zu nennen in Ledebours ?1oi'H Kos-
3I02.: „Nie Gattnng 6)p8oi>liilÄ nnd ihre Arten,
die ganze Ordnung der Hlzineon" (vol . I .); —
„Ner poi-lulacoeil nnd I'Alun^üioell" (vol . I I I . ,
p. 144—170); — im naturhistorischen
Anhange zu Russegge rs Reisen: „liln-
et
(I. Lä. 1843)) wovon früher bereits
selbstständig erschien: „
ö^ias st
("Wien 1842, 8°.); — in den
„Annalen des Wiener Museums der Na-
turgeschichte: „^cant/w^k^MM 0. ^4.
Hse^/67'^ eine nene Manzengattung ans der Ortl-
nnng der silonoon" (vol . I. p. 23 u. 53) ;—
„Nie Monographie der Uollugiiletzil nnd klolMioen"
(I. Lä. 6. 336, II. Vä. 6. 243, 279); -
iu den „Denkschriften der königl. bair.
botanischen Gesellschaft zu Regensburg":
„Darstellung von A minder bekannten ihrer Stel-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon