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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 183 -
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Seite - 183 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4

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183 gern. Früher bereits gab F. ein kleineres Werk über ungar. Literatur: „ ^ d. i. Beitrag zur Geschichte unserer vater- ländischen Sprache und Literatur (Preß, bürg 1844) heraus, welches unter den Fachmännern Beifall fand und F. zu ferneren Forschungen auf literar-histo- rischem Felde anregte. Außerdem schrieb Ferenczy mehrere Schulprogramme u. Abhandlungen in verschiedenen Blättern. Nach der Einführung des neuen Schul- planes kam F. 1850 als Professor in's Raaber Obergymnasium und wurde 1852 in Anbetracht feiner Verdienste als Di- rector an das Graner Obergymnasium berufen, als welcher er noch gegenwärtig thätig ist. /, d. i. ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreib. Von Jakob Ferenczy und Josef D anielit (Pefth 1856, Gustav Emich) S.141. Ferenczy, Stephan (Bildhauer, geb. zuRy ma-Szombathim Gömörer Comitat Ungarns 24. Febr. 1792, gest. zu Pesth 6. Juli 1856). Entstammt einer edlen aber verarmten Familie. Erlernte anfänglich das Schlosserhandwerk, und erst als ihn die Wanderjahre nach Ofen brach- ten, fand er Gelegenheit, die Zeichnen- schule zu besuchen, wo er ein ausgespro- chenes Talent für die bildende Kunst beurkundete. Nun ging er nach Wien, besuchte die kaiserliche Akademie der bildenden Künste, zeichnete anfänglich untergeordnete in sein Schlosserhandwerk einschlägige Objecte, dann Statuen und erhielt endlich einen Preis. Ein zweiter Preis, den er errang, hob seinen Muth; er gab endlich gegen den Willen seines Vaters das Handwerk auf und pilgerte nachRom, wo erinThorwaldsen den Meister fand, der fein Talent würdigte und sich seiner annahm. Nun vollendete F. mehrere Arbeiten u. z. die „Niiste des ungar. Dichters Osokonaq", im Costüm; ein „Hirtenmädchen", Statue einer weiblichen Figur, die den Namen ihres Geliebten in Sand zeichnet, eine „Venus". Als der Erzherzog Palatin diese Arbeiten sah, erkannte er die Tüchtigkeit des jugendli- chen Künstlers und wies ihm eine jährliche Pension von 400 st. an. 1824 kehrte F. nach Ungarn zurück und eröffnete in Ofen sein Atelier. Die ungar. Magnaten nahmen sich des Künstlers an, er erhielt mehrere Aufträge und als sich ein Verein bildete, der zuerst eine Statue dem König Mathias Corvinusund dann andern Heroen der ungar. Geschichte errichten wollte, wurde F. mit der Ausführung be- traut. Der Künstler kam — nach Einigen, weil es ihm an Mitteln fehlte, nach An- dern, als dem großartigen Werke nicht gewachsen — damit nicht zu Stande. Doch möchte letztere Ansicht irrig sein, denn es ist bekannt, daß F. das kolossale mitBegeisterung ausgeführte Ghpsmodell, als er es imHause, welches demolirt wurde, nicht behalten konnte und er ein entspre- chendes größeres Locale aus Mangel an Mitteln nicht zu miethen im Stande war, mit bitterer Wehmuth vernichtet hatte. Die politisch aufgeregten vierziger Jahre waren seiner Kunst nicht günstig; eine Motion im ungarischen Reichstage, dem ersten ungar. Bildhauer eine Landes- unterstützung zu gewähren, fiel durch und F. sah sich ob Mangel an Arbeit der Noth preisgegeben. Er verließ Ofen und zog'sich nach Ryma - Szonibäch, seinem Geburtsorte zurück. Ihn auch dahin zu verfolgen, ermüdete das Unglück nicht; eine Feuersbrunst vernichtete seine Werk- stätte. Nichtsdestoweniger brach alles dies den Muth des Künstlers nicht, der — freilich in sehr gedrückten Umständen — bis an sein Lebensende, das ihn im Alter von 64 Jahren traf, unablässig arbeitete. F.'s Arbeiten — ihre Zahl soll nicht ge- ring sein — sind im Lande zerstreut. Be-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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