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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 211 -
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211 29. April 1806, gest. ebenda 3. Sept. 1849). Entstammt einer sächsischen (hild- burghau fischen) Familie. T>er schwächlichen Gesundheit des Knaben half ländlicher Aufenthalt. Als er früh seine Mutter, des Vaters zweite Frau, verlor, kam Ernst, 6 Jahre alt, in die Theresianische Ritter- akademie, in welcher er bis zum 19. Jahre blieb. Früh erwachte in seiner Seele der Sinn für Poesie und verließ ihn sein ganzes Leben hindurch nicht mehr, freilich nur immer bruchstückweise hervor- brechend , weil es anfänglich die strengen Convictregeln, später die ernste Praxis des Lebens nicht anders zuließen. Sei- nem angebornen Unabhängigkeitstriebe folgend, wählte F. die ärztliche Laufbahn, während seine poetische Stimmung in einem Kreise von Freunden wie: S ch u- bert, Banernfeld, Mayrhofer, Schwind n. A. immer neue Nahrung fand. Im I . 1833 erhielt F. die medi- cinische Doctorwürde; der schon im fol- genden Jahre unerwartet erfolgte Tod seines Vaters, den dieser in den Wellen gefunden zu haben scheint - da man dessen Kleider am ltfer, nie aber den Leichnam selbst fand, und auch nie die Motive dieses Selbstmords erfuhr, — versetzte F. und seine Geschwister in die traurigste Lage und wies den Vermö- genslosen auf die eigenen Kräfte an. In diese Zeit fallen die literarischen Arbeiten F.'s, und eine glückliche Ehe, die er auch in jenen Tagen geschlossen, förderte ihn in seinem Ringen und Streben. Als im Jahre 1840 sich die k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien bil- dete , fiel die Wahl eines Secretärs der Gesellschaft auf ihn. Seine Thätigkeit in dieser Richtung ist in seinen (weiter unten angeführten) medicinischen Schriften uic- dergelegt. Zu gleicher Zeit drängte ihn der Zustand der damaligen ärztlichen Bildung, die über die realistische Rich- tung nicht hinauskam, zu versuchen, ein höheres, rationelleres Streben einzuleiten; 1844 eröffnete er an der Nniversität freie Borträge über ärztliche Seelenkunde, welche Theilnahme fanden und später von F. in einem eigenen Werke veröffent- licht wurden. Im Auftrage der Shden- ham - Compagnie wurde eiue englische Uebersetzung dieses Werkes veranstaltet. Mittlerweile erlebte auch ein aus frühe- rer Periode stammendes Büchlein: „Snr Diätetik der Seele" , worin sich F. vorzugs- weise an seinen Lehrer Hart mann (s. d.) anlehnte und er gleichsam als Fort- pflanzer von dessen Ansichten gelten kann, einen von F. nicht erwarteten Erfolg, da es innerhalb 10 Jahren bereits 5 Aufla- gen — und bis hc.ue (am Geburtstage des Kronprinzen, 21. August 1858) die 19. Auflage — erlebt hatte. Am 9. October 1847 wurde F. zum Vice-Dire- ctor der medicinisch-chirurgischen Stu- dien ernannt, als die Ereignisse des Jah- res 1848 seinem bisherigen Wirken eine veränderte Richtung gaben. Im Juli 1848 wurde F. als Unterstaats-Secretär in's Unterrichts - Ministerium berufen. Bon der Wichtigkeit dieser Mission in solcher Zeit durchdrungen, behielt er diesen Posten solange es ihm die Verhältnisse ge- statteten, dann legte er ihn nieder und zog sichEnde1848 ganz in's Privatleben zurück. Seit jeher von schwächlicher Gesundheit, blieben die stürmischen Zeitereignisse mit ihren Blitzschlägen der Leidenschaft nicht ohne Einfluß auf diesen schwächlichen Organismus. Kränkelnd im letzten Jahre erlag er endlich nach mehrmonatlicher schmerzlicher Krankheit im Alter von 43 Jahren. In England wurde dem Abge- schiedenen bald nach seinem Ableben eine Todtenfeier gehalten; in Wien 2 Jahre später am 21. Mai 1851. F.'s schrift- stellerische Thätigkeit ist eine zweifache, im Gebiete seines Faches und in jenem der schönen Wissenschaften. Seine medi- cinischen Schriften sind: „ I
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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