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gefällregie nach Wien, und wurde 1787
siebenbürgischerGiibernialrath. Als solcher
unternahm er mehrere dienstliche Reisen
nach Slavonien, dem Littorale, zur Aus-
führung von Grenzberichtigungen und
zur Bestimmung der Plätze von Mauth-
und Coutumazhäusern. Früh widmete er
sich neben seinen Berufsgeschäften wis-
senschaftlichen Arbeiten, namentlich der
Mineralogie, sammelte auf feinen häu-
sigen Dienstreisen Mineralien und Fos-
silien und trat, da er in Siebenbürgen
kein Werk für seine Zwecke erlangen
konnte, mit deutschen Forschern in Ver-
bindung. Dadurch wurde er im Auslande
alsbald bekannt; seine Beobachtungen
über das noch wenig gekannte Land und
dessen geologische und mineralogische Ver-
hältnisse wurden gedruckt und er selbst
von der Gesellschaft naturforschender
Freunde in Berlin zum Ehrenmitgliede
ernannt (1775), welcher Auszeichnung
dann auch andere folgten. F.'s wissen-
schaftliche im Druck erschienene Arbeiten
sind: „Beiträge zur Milieralgeschichtk ivn Sie-
benbärgen", 2 Theile (Nürnberg 1780 mit
1 Karte und 6 Tafeln, gr. 4".), deren
erster Theil: „Nachricht Nün den Versteinerun-
yln Aebenbnrglnz", der zweite Theil: „Nie
ins SteinZnI^Z und der Stein3lllzgrnben
grnZ", enthält; — „Mineralogische
uan üen Rarpathrn" , 2 Theile
(Wien 1791 und 94, 2. Aufl. 1816, gr.
8". mit 1 Karte); — „Mineralllgischr Anf-
sähe" (Ebenda 1794, gr. 8".); F. gibt
darin Nachricht von seinem reichen Mi-
neraliencabinet, woran er 25 Jahre ge-
sammelt und das besonders werth volle
Stücke in Golderzen und eine große
Menge Neptunischer und Vulkanischer
Felssteine besaß; — „Nachricht nun einem
in Vngllrn entdeckten unSgenraunten IMun"
(Berlin 1793), zuvor in den „Schriften
der Gesellschaft naturforschender Freunde
in Berlin" (IX. Bd. 1. Stück) abgedruckt.
Schlichtegrolls Nekrolog auf das I. 1795 II. Bd. S. 346. — Allg. Literatur-Zeitung
1795, Intelligenzblatt Nr. 33. — Mensel
(I. G.), Lexikon der vom Jahre 1750—1800
verftorb. deutsch. Schriftsteller III. Bd. S. 329.
— Ersch (I. S.) und Grub er (I. G.),
Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und
Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.)
I. Sect. 43. Thl. S. 476. — Oestr. Nation.-
Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann),
(Wien 1837) II. Bd. S. 137 lnach dieser
heißt er Johann Ghrenwerth). — Nouv.
äireot. 6e Nr. 1s vi-. Noelsr (karis 1862)
XVII. Lä. 8x. 633.
Fichtl, Franz von (Feld marsch all-
Lieutenant und Ritter des Mar. The-
resien - Ordens, geb. zu Fries ach in
Kärnten 1764, gest. zu Oedenburg iu
Ungarn 7. Iänn. 1844). Trat im Febr.
1785 im Dragoner-Regiment Erzherzog
Ferdinand als Kadet ein. wohnte der
Eroberung von Sabacz (Jänner 1788)
und der Velagerung von B elgr ad (1789)
bei, wurde im Mai 1793 Oberlieutenant,
und zeichnete sich bei der Vertheidigung
der Stellung bei Dang end orf (2.Dec.
1793) besonders aus. Für sein muth-
volles Verhalten in der Schlacht bei
Stockach (1799), indem er den vorrü-
ckenden Feind warf und unsere im Wei-
chen begriffenen Truppen zu neuen Au-
griffen entflammte, erhielt er das Ritter-
kreuz des Mar. Theresien-Ordens. Am
8. Dee. 1799 wurde er zweiter Rittmei-
ster. 1805 machte er den Feldzug in
Deutschland mit. Den 28. Aug. 1809
kam er zu dem neu errichteten Kosaken-
Pulk als Major und zeichnete sich im
Laufe des Feldzuges mehrmals aus. Nach
der am 26. Jänner 1810 erfolgten Auf-
lösung dieses Truppenkörpers zum Dra-
goner-Regimente Erzh. Johann einge-
theilt, wurde F. den 3. Oct. 1813 Oberst-
lieutenant im Kürassier-Regimente Prinz
Lothringen, machte die Feldzüge 1813
und 1814 mit, rückte am 1. Juni 1814
zum Obersten, 1827 zum Generalmajor
vor, als welcher er eine Brigade in Ga-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon