Seite - 217 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
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lizien erhielt. Nach 47 Dienstjahren trat
er am 1. Juni 1834 als Feldmarschall-
Lieutenant in den Ruhestand; als solcher
starb er inOedenburg, wohin er sich zurück-
gezogen hatte, im Alter von 80 Jahren.
H irt en f elb l I . vr) , Der Militär - Maria-
Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach
authentischen Quellen (Wien 1857, Staats-
bruckerei, Lex. 8°.) I. Bd. S. 633 und 1743
Idaselbft erscheint er als Franz von Fichtli. —
Oeftr. Militär-Konversat.-Lexikon. Herausg.
von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien
1851 u. f.) II. Bd. S. 404 ldaselbst heißt
er Franz von Fichtel).
Fichtner, Karl Albrecht (dramatischer
Künstler, geb. zu Coburg in Sachsen
7. Juni 1805). Seine Eltern waren
Schauspieler; die Jugend verlebte er in
der Schweiz und zu Freiburg im Breis--
gau. 1820 trat er in Freiburg bei der
Köhler'schen Truppe ein, aber seine ersten
Versuche mißglückten. F. wurde, so oft
er auftrat, ausgelacht und war, verstimmt
über diese Erfolge, bereits entschlossen,
der Bühne zu entsagen. Die Erkrankung
eines Collegen nöthigte F., dessen Rolle —
es war derBaumgarteninSchillers
„Tell" — zu übernehmen und F. gefiel.
Ermuthigt, gab er seinen Vorsatz, Soldat
zu werden, auf, blieb bei der Bühne, er-
hielt bei Köhlers Truppe Engagement
und kam mit derselben nach Offcnbach,
Pforzheim, Hagenau, Straßburg und
Baden-Baden. 1822 debutirte F. in
Wien am Theater an der Wien als PH i-
lipp in „Johanna von Montfaucon" und
wurde engagirt; 1824 kam er zum Burg-
theater, in welchem er als Peter Sol-
bert in I f f lauds „Herbsttag" zum
ersten Male auftrat und seit 34 Jahren
dessen beständiges Mitglied, seit 1841
aber auch Regisseur ist. Die Ferienzeit
benutzte F. zu Gastspielen auf den besten
Bühnen des In- und Auslandes. F.
zählt noch heute zu den Koryphäen der
Wiener Hofbübne. Seine ewige Jugend
ist sprüchwörtlich geworden; denn er spielt
noch immer junge Gecken, Bonvivants, junge Ehemänner (obgleich schon 54 Jahre
alt) mit unübertrefflicher Frische. F.'s
Repertoire ist sehr groß. Die Tragödie,
das Schauspiel wie das Lustspiel nennen
seinen Namen mit Stolz. An den glän-
zenden Erfolgen der Bauernfeld'schen
Lustspiele hat F. wesentlichen Antheil,
denn eben zwischen Fichtner und
Bauernfeld tritt der immer seltener wer-
dende Fall ein, daß
sich
Dichter und dar-
stellender Künstler wechselseitig ergänzen.
Aus seinem großen Rollen-Repertoire
nennen wir nur folgende: Mercutio
in „Romeo und Julie"; — Valentin
im „Faust"; — König Christian VII.
in Laube's „Struensee"; — Lord Dud-
leyin„Fiaminna"; — Baron Durla ch
in Kotzebue's „Schmuckkästchen"; die
Titelrolle in „Cato von Eisen"; — der
Baron in den „Krisen"; — Gust.
DarvilinLederers„RettendeThat";
— der Fürst in den „Magnetischen Cu-
ren"; — Gustav v.Grignon im „Da<
meukrieg"; — HerkulesDubouleyin
dem „Fräulein von St. Cyr"; — Baron
Reibenftein in Bauernfelds „He-
lene"; — den Redacteur Bolz in den
„Journalisten"; — den Fürsten in
„Der geheime Agent";— Ferd.Drang
in „Er muß auf's Land" u. s. w. Seit
dem I. 1830 ist F. vermalt mit — Eli-
sabeth Koberweiu (geb. zu Wien
1809), dereuElternI oseph nud Sophie
Mitglieder der kaiserl. Hofbühne waren.
Sie wurde für die Bühne erzogen, trat
zum ersten Male auf dem Hofburgtheater
imI. 1822 als LottcheninKotzebue's
„Bruderzwist", und mit solchem Erfolge
auf, daß sie sofort für dieses Kunstinstitut
gewonnen wurde, welchem
sie seit dieser
Zeit ununterbrochen angehört. Seit meh-
reren Jahren ging
sie in's Fach der Müt-
ter über, in welchem sie ebenso ausgezeich-
net schafft, wie früher in den jugendlichen
Rollen; besonders nennen wir die Frau
von Ziemer in „Er muß auf's Land"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon