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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 222 -
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222 seine Rückberufung nach Wien, um die auswärtigen Geschäfte während der Reise des Fürsten Metternich nach dem Io- hannisberg, namentlich in Bezug auf die orientalischen Angelegenheiten zu führen. Im I . 1840 wurde F. Staats- und Conferenzminister und Chef der Kriegs- section im Departement des Auswärtigen und am 3. März 1843 General der Ca- vallerie. In dieser Stellung fielen ihm mehrere wichtige Missionen zu, z. B. im Frühjahr 1846 die Sendung nach Berlin wegen der polnischen Angelegenheiten. Nach der Märzrevclution von 1848 trat er in das verantwortliche Ministerium ein (21. März 1848) und übernahm das Departement der auswärtigen Angelegen- heiten. Das Bedeutendste, was in diesen stürmischen Tagen unter F.'s Verwaltung in der auswärtigen Politik geschah, war die Kriegserklärung gegen Sardinien. Inzwischen verließ nach wenig Wochen auch Kolowrat, bisher Präsident des Ministeriums vom 21. März, seine Stelle und GrafFicquelmont trat provisorisch an die Spitze des Kabinets. Eine feind- selige Demonstration (4. Mai) bewog ihn, das Ministerium aufzugeben. Seit der Zeit lebte er ohne öffentliche Stellung. Hagegen zog er durch mehrere und grö- ßere publizistische Schriften — worin die politischen Verhältnisse Europa's erörtert wurden — die Aufmerksamkeit der Di- plomaten und Aller derjenigen auf sich, welche die verwickelten Verhältnisse der Gegenwart prüfend'en Blickes verfolgten. Diese Schriften, sämmtlich der letzten Lebensperiode des Grafen gehörig, sind: „Ueber i>n5 (6e2ttz der SanneriiniM. Vun einem ückn. Stlllltsnmime" (Wien 1849, Brau- müller), erschien anonym; — „Aufklärungen über die Seit uum 30. März bis Ä. Mai 1348" (Leipzig 1850, Aarth, 2. Aufl. 1850, gr. 8°.); — „NentSchlllnd, Oesterreich n. Prellten" (Ebenda 1850. gr. 8°.); — „3°rd Pal- n, England und der Ountinent" , 2 Bde. (Wien 1852. Manz, gr. 8«.); - „Nn-s- lands Palitik und die LllnünlürZtenthnmer" (Ebd. 1854, gr. 8".); — „Nie religiöse Seite der italienischen Frage" (zweite Auflage Wien 1854); mehrere derselbe« erschienen zugleich in französischer Sprache. — Ueber der Abfassung eines größeren phi- losophischen Werkes, worin er nach eige- nem Ausspruche „sein letztes Wort" spre- chen wollte, so wie über der Beendung seiner Memoiren überraschte ihn der Tod. Auch war er in der letzten Zeit, während seines Aufenthaltes in Venedig, mit meh- reren, publizistischen Schriften, welche zeitgemäße Fragen behandelten, beschäf- tigt. Weniger als seine publizistischen Werke sind seine ästhetischen bekannt. Zwei derselben als Manuscripte gedruckt, swo nur in Freundeskreisen bekannt ge- worden, u.z.: „MaT-ia T'acie en «n. acte" — und „^ clis en. tz-o« actes ' > beide Stücke wurden in desGrafen häuslichem Kreise aufgeführt und die weiblichen Rollen von des Grafen Tochter, der nunmehrigen Fürstin Cla r y, mit eminenter Feinheit und Anmuth dar- gestellt. Im Juni des Jahres 1821 hatte sich der Graf in Neapel mit Dorothea Gräfin Tiefen hausen, der Tochter des Grafen und Flügeladjutanten des Kai- sers Alexander von Rußland, welcher am 2. Dec. 1805 in der Schlacht von Austerlitz geblieben, vermalt. Der Graf war mit den Großkreuzen mehrerer öster- reichischen, russischen und anderer Orden geschmückt und am 5. Dec. 1852 in An- erkennung seiner wesentlichen Verdienste um den Thron und den Staat zum Rit- ter des Ordens vom goldenen Vließe er- nannt worden. Der Graf gehörte zu jenen kräftigen Gestalten, welche mitten in der wechselvollen Geschichte unseres Jahrhunderts, die sie miterlebt und zum Theile mitvollbracht haben, die volle Rü- stigkeit ihres Wesens und die ungetrübte
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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