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seine Rückberufung nach Wien, um die
auswärtigen Geschäfte während der Reise
des Fürsten Metternich nach dem Io-
hannisberg, namentlich in Bezug auf die
orientalischen Angelegenheiten zu führen.
Im I . 1840 wurde F. Staats- und
Conferenzminister und Chef der Kriegs-
section im Departement des Auswärtigen
und am 3. März 1843 General der Ca-
vallerie. In dieser Stellung fielen ihm
mehrere wichtige Missionen zu, z. B. im
Frühjahr 1846 die Sendung nach Berlin
wegen der polnischen Angelegenheiten.
Nach der Märzrevclution von 1848 trat
er in das verantwortliche Ministerium
ein (21. März 1848) und übernahm das
Departement der auswärtigen Angelegen-
heiten. Das Bedeutendste, was in diesen
stürmischen Tagen unter F.'s Verwaltung
in der auswärtigen Politik geschah, war
die Kriegserklärung gegen Sardinien.
Inzwischen verließ nach wenig Wochen
auch Kolowrat, bisher Präsident des
Ministeriums vom 21. März, seine Stelle
und GrafFicquelmont trat provisorisch
an die Spitze des Kabinets. Eine feind-
selige Demonstration (4. Mai) bewog
ihn, das Ministerium aufzugeben. Seit
der Zeit lebte er ohne öffentliche Stellung.
Hagegen zog er durch mehrere und grö-
ßere publizistische Schriften — worin die
politischen Verhältnisse Europa's erörtert
wurden — die Aufmerksamkeit der Di-
plomaten und Aller derjenigen auf sich,
welche die verwickelten Verhältnisse der
Gegenwart prüfend'en Blickes verfolgten.
Diese Schriften, sämmtlich der letzten
Lebensperiode des Grafen gehörig, sind:
„Ueber i>n5 (6e2ttz der SanneriiniM. Vun einem
ückn. Stlllltsnmime" (Wien 1849, Brau-
müller), erschien anonym; — „Aufklärungen
über die Seit uum 30. März bis Ä. Mai 1348"
(Leipzig 1850, Aarth, 2. Aufl. 1850, gr.
8°.); — „NentSchlllnd, Oesterreich n. Prellten"
(Ebenda 1850. gr. 8°.); — „3°rd Pal-
n, England und der Ountinent" , 2 Bde. (Wien 1852. Manz, gr. 8«.); - „Nn-s-
lands Palitik und die LllnünlürZtenthnmer" (Ebd.
1854, gr. 8".); — „Nie religiöse Seite der
italienischen Frage" (zweite Auflage Wien
1854); mehrere derselbe« erschienen
zugleich in französischer Sprache. —
Ueber der Abfassung eines größeren phi-
losophischen Werkes, worin er nach eige-
nem Ausspruche „sein letztes Wort" spre-
chen wollte, so wie über der Beendung
seiner Memoiren überraschte ihn der Tod.
Auch war er in der letzten Zeit, während
seines Aufenthaltes in Venedig, mit meh-
reren, publizistischen Schriften, welche
zeitgemäße Fragen behandelten, beschäf-
tigt. Weniger als seine publizistischen
Werke sind seine ästhetischen bekannt.
Zwei derselben als Manuscripte gedruckt,
swo nur in Freundeskreisen bekannt ge-
worden, u.z.: „MaT-ia
T'acie en «n. acte" — und „^
clis en. tz-o« actes ' > beide Stücke wurden
in desGrafen häuslichem Kreise aufgeführt
und die weiblichen Rollen von des Grafen
Tochter, der nunmehrigen Fürstin Cla r y,
mit eminenter Feinheit und Anmuth dar-
gestellt. Im Juni des Jahres 1821 hatte
sich der Graf in Neapel mit Dorothea
Gräfin Tiefen hausen, der Tochter des
Grafen und Flügeladjutanten des Kai-
sers Alexander von Rußland, welcher
am 2. Dec. 1805 in der Schlacht von
Austerlitz geblieben, vermalt. Der Graf
war mit den Großkreuzen mehrerer öster-
reichischen, russischen und anderer Orden
geschmückt und am 5. Dec. 1852 in An-
erkennung seiner wesentlichen Verdienste
um den Thron und den Staat zum Rit-
ter des Ordens vom goldenen Vließe er-
nannt worden. Der Graf gehörte zu
jenen kräftigen Gestalten, welche mitten
in der wechselvollen Geschichte unseres
Jahrhunderts, die sie miterlebt und zum
Theile mitvollbracht haben, die volle Rü-
stigkeit ihres Wesens und die ungetrübte
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon