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sie besorgte, in letzterem Jahre aber,
zur Uebernahme der Verwaltung des Klo-
sters Mülln bei Salzburg von seinem Abte
berufen, dem liebgewordenen seit 2 De-
cennien besorgten Lehrerpoften entsagen,
und ein mit semer wissenschaftlichen Be-
schäftigung wenig übereinstimmendes Amt
antreten mußte. Dieses verwaltete er
bis 1842, in welchem Jahre er in sein
Stift nach Michelbeuern berufen wurde,
um als Prior dem betagten Prälaten die
Leitung der Klosterangelegenheiten zu
erleichtern. Als der Prälat 1848 starb,
trat Fi lz provisorisch an dessen Stelle.
Frühzeitig verlegte
sich
F. auf historische
Forschungen, und die alten werth vollen
Documente des Klosterarchivs, wozu ihm
der Abt Nicolaus (1803 — 1849^die
Schlüssel anvertraut, boten ihm Gelegen
heit, die bisher schmerzlich vermißte Ge
schichte seines Stiftes zu bearbeiten. Und
so entstanden jene zwei Werke, welche
seine Wahl zum correfpondirenden Mib
gliede der kaiserl. Akademie der Wissen-
schaften , vorher aber zu jenem der kön.
bair. Akademie der Wissenschaften veran»
laßten, nämlich die „HiZwriZch - kritische Ab-
Handlung über das muhre Zeitalter der llpuZtoli-
schrn Wirksamkeit des h. Anpert in Naiern"
(Salzburg 1831, Duyle, 8".) und „Vie
Geschichte drx Salzburg ischrn Nrnedirtiner-Ztiiter
Michllelbeuern" (Salzburg i833,Duyle, 8".).
Die Kontroversen über die in ersterem
Werke behandelten Fragen sind aber
noch nicht geschlossen, und die „Neue
Salzburger Zeitung", Jahrg. 1855, ent-
hält eine Reihe von Aufsätzen: „Teber
das umher Zeitalter des heiligen AupertuZ".
^Vergleiche des Herausgebers Biblio-
graphisch-statistische Uebersicht der Litera-
tur des öfterr. Kaiserftaates II. Bericht
1854 S. 25 Marginal 901). Seit seiner
Einberufung in's Kloster mit der Würde
eines Priors, bekleidete er auch die Stelle
eines Bibliothekars; als solcher arbeitete
er selbst treffliche Kataloge aus und ord- nete in der musterhaftesten Weise die Klo-
sterbibliothek, welcher er seinen Schatz:
eine seit 30 Jahren begonnene und auf
das emsigste ergänzte Kuftferftichsamm
lung, reich an seltenen Stücken trefflicher
Künstler, testamentarisch vermachte. Se.
Maj. Kaiser Ferdinand verlieh dem
Priester für sein verdienstvolles Wirken
die große goldene Medaille und bei Gele-
genheit seiner Secunoi; (1850) wurde
er zum fürsterzbischöflichen Rathe er-
nannt.
Autobiographie des 5. Michael Filz (Salzburg
185ö, Endel u. Penker, 8°., 22 S.) ^wörtli-
cher Abdruck der Autobiographie aus dem Al-
manach der kaif. Akademie der Wissensch.^ . —
Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften
(Wien, Staatsdruckerei, kl. 8°.) V. Jahrg.
S. 105: „Nekrolog" des Generalsecretärs
Schrötter. — S. 155—202: „Autobiogra-
phie" ldatirt: 10. Jänner — 25. Februar
1849; diese im naiven Memoirentone geschrie-
bene „Autobiographie" erweckt durch die un-
befangene Schilderung der denkwürdigen Zeit-
verhältnisse (1792 — 1823) ein gesteigertes
Interesse. Das Ganze ist tagebuchartig gehal-
ten und nur nebenbei schimmert die Persön-
lichkeit des frommen Chronisten der Neuzeit
durch). — Neue Salzburger Zeitung (kl. Fol.)
VI. Jahrg. (1854, 7. u. 8. März) Nr. 54 u.
55: „Nekrolog" von P. H. Schwlarz). —
Salzburger Kirchenblatt 1855, Nr. 14, 16,1?:
„Nekrolog." — Beilage zur Augsburger Post-
zeitung 1354 (28. März) Nr. 70: „Nekrolog"
von k. Heinrich Schwarz.
Finco, Joseph, jpäterFarinelli (Co m-
positeur, geb. zu Este 1779, gest. in
Trief t im Nov. 1836). Zeigte frühe
große Neigung zur Kunst und kam, vom
Zufall begünstigt, in's Conservatorium
nach Neapel, wo er seinen Namen Finco
inFar inel l i umlaufchte.Daselbst machte
er schöne Fortschritte, versuchte sich
in der
Komposition und schrieb um's Jahr 1797
seine erste komische Oper für Neapel:
/uoTno indolente-l, welche allgemein
gefiel. Nun bekam er einen Ruf nach
Venedig, für welches er eine Reihe von
Opern schrieb, die auch auf den andern
Bühnen Italiens, selbst Frankreichs zur
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon