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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
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230 sie besorgte, in letzterem Jahre aber, zur Uebernahme der Verwaltung des Klo- sters Mülln bei Salzburg von seinem Abte berufen, dem liebgewordenen seit 2 De- cennien besorgten Lehrerpoften entsagen, und ein mit semer wissenschaftlichen Be- schäftigung wenig übereinstimmendes Amt antreten mußte. Dieses verwaltete er bis 1842, in welchem Jahre er in sein Stift nach Michelbeuern berufen wurde, um als Prior dem betagten Prälaten die Leitung der Klosterangelegenheiten zu erleichtern. Als der Prälat 1848 starb, trat Fi lz provisorisch an dessen Stelle. Frühzeitig verlegte sich F. auf historische Forschungen, und die alten werth vollen Documente des Klosterarchivs, wozu ihm der Abt Nicolaus (1803 — 1849^die Schlüssel anvertraut, boten ihm Gelegen heit, die bisher schmerzlich vermißte Ge schichte seines Stiftes zu bearbeiten. Und so entstanden jene zwei Werke, welche seine Wahl zum correfpondirenden Mib gliede der kaiserl. Akademie der Wissen- schaften , vorher aber zu jenem der kön. bair. Akademie der Wissenschaften veran» laßten, nämlich die „HiZwriZch - kritische Ab- Handlung über das muhre Zeitalter der llpuZtoli- schrn Wirksamkeit des h. Anpert in Naiern" (Salzburg 1831, Duyle, 8".) und „Vie Geschichte drx Salzburg ischrn Nrnedirtiner-Ztiiter Michllelbeuern" (Salzburg i833,Duyle, 8".). Die Kontroversen über die in ersterem Werke behandelten Fragen sind aber noch nicht geschlossen, und die „Neue Salzburger Zeitung", Jahrg. 1855, ent- hält eine Reihe von Aufsätzen: „Teber das umher Zeitalter des heiligen AupertuZ". ^Vergleiche des Herausgebers Biblio- graphisch-statistische Uebersicht der Litera- tur des öfterr. Kaiserftaates II. Bericht 1854 S. 25 Marginal 901). Seit seiner Einberufung in's Kloster mit der Würde eines Priors, bekleidete er auch die Stelle eines Bibliothekars; als solcher arbeitete er selbst treffliche Kataloge aus und ord- nete in der musterhaftesten Weise die Klo- sterbibliothek, welcher er seinen Schatz: eine seit 30 Jahren begonnene und auf das emsigste ergänzte Kuftferftichsamm lung, reich an seltenen Stücken trefflicher Künstler, testamentarisch vermachte. Se. Maj. Kaiser Ferdinand verlieh dem Priester für sein verdienstvolles Wirken die große goldene Medaille und bei Gele- genheit seiner Secunoi; (1850) wurde er zum fürsterzbischöflichen Rathe er- nannt. Autobiographie des 5. Michael Filz (Salzburg 185ö, Endel u. Penker, 8°., 22 S.) ^wörtli- cher Abdruck der Autobiographie aus dem Al- manach der kaif. Akademie der Wissensch.^ . — Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften (Wien, Staatsdruckerei, kl. 8°.) V. Jahrg. S. 105: „Nekrolog" des Generalsecretärs Schrötter. — S. 155—202: „Autobiogra- phie" ldatirt: 10. Jänner — 25. Februar 1849; diese im naiven Memoirentone geschrie- bene „Autobiographie" erweckt durch die un- befangene Schilderung der denkwürdigen Zeit- verhältnisse (1792 — 1823) ein gesteigertes Interesse. Das Ganze ist tagebuchartig gehal- ten und nur nebenbei schimmert die Persön- lichkeit des frommen Chronisten der Neuzeit durch). — Neue Salzburger Zeitung (kl. Fol.) VI. Jahrg. (1854, 7. u. 8. März) Nr. 54 u. 55: „Nekrolog" von P. H. Schwlarz). — Salzburger Kirchenblatt 1855, Nr. 14, 16,1?: „Nekrolog." — Beilage zur Augsburger Post- zeitung 1354 (28. März) Nr. 70: „Nekrolog" von k. Heinrich Schwarz. Finco, Joseph, jpäterFarinelli (Co m- positeur, geb. zu Este 1779, gest. in Trief t im Nov. 1836). Zeigte frühe große Neigung zur Kunst und kam, vom Zufall begünstigt, in's Conservatorium nach Neapel, wo er seinen Namen Finco inFar inel l i umlaufchte.Daselbst machte er schöne Fortschritte, versuchte sich in der Komposition und schrieb um's Jahr 1797 seine erste komische Oper für Neapel: /uoTno indolente-l, welche allgemein gefiel. Nun bekam er einen Ruf nach Venedig, für welches er eine Reihe von Opern schrieb, die auch auf den andern Bühnen Italiens, selbst Frankreichs zur
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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