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daß die Spitzen auf den silbernen Abtheilun-
gen aufstehen. 2 und 3 in Blau ein etwas
schrä'grechts gelegtes Hirschgeweih von natür-
licher Farbe und mit vier Enden, deren jedes
mit einem goldenen Sterne geziert ist.
FirmillN, Lactan; Graf (Künstler
und Kunstfreund, geb. zu Trient
1712, gest, zu Deutschmetz 6. März
1786). Bruder des Vorigen. Liebte die
Kunst, übte sie selbst aus und sammelte
in dieser Richtung. Nach dem Tode sei-
nes Oheims, des Erzbischofs Leopold
Anton Eleutherius (s. d. Folg.), fiel
ihm die Hofmark Leopoldscron zu (1744),
in welcher er nun nahezu durch ein hal-
bes Jahrhundert Sammlungen von Ge-
mälden, Kupferstichen, Schnitzwerken in
Holz, Alabaster, Elfenbein, Wachsfiguren,
Handzeichnungen und Naturobjecten an-
legte, von denen erstere noch heute daselbst
zu sehen ist. Der Graf selbst zeichnete,
malte in Oel und radirte. Noch ist eine
Sammlung von 500 Blättern seiner
eigenen Handzeichnungen vorhanden; und
eine Suite feiner Radirungen — 21
Blätter theils von ihm, theils von
Schauer — aus den I. 1742, 46 und
1751, befindet sich
auf der Bibliothek zu
Innsbruck. Nebenbei bekleidete Graf
Lactanz die Stelle eines Oberfthofmei-
fters und Musik-Inspectors am Hofe zu
Salzburg. Sein von Johann Durach
gemaltes Porträt befindet sich in Leopolds-
cron. Der Graf liegt in Villa, einem Gute
seiner Tochter No thbürg a, verehlichten
Gräfin Lodron, begraben.
Pi l lwe in (Benedict), Biographische Schilde-
rungen oder Lexikon salzburgischer, theils ver-
storbener theils lebender Künstler (Salzburg
1821, Mayer, 8°.) S. 49 lund im unpaginir-
ten Doppelblatte mit den Verbesserungen,
ganz zu Ende). — Kunstblatt (Beilage des
Stuttgarter „Morgenblattes") 1823, S. 69
ldieZusätze in der Anzeige von. Pi l lweins
„Biogr. Schilderungen"). — Nach Kneschke's
„Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart" I. Bd.
S. 236 ist Graf Lactanz am 29. Jänner
1709 geb. — Nagler (G. K. Dr.), Neues
allg. Künstler-Lexikon (München 1835) IV. Bd.
ß. 346. — Oeftr. Nat.-Encyklopädie (von Gräffer u-Czikann), (Wien 1835) II. Bd.
S. 142. — Tirol. Künstler-Lexikon (Inns-
bruck 1830, F. Rauch) S. 52.
Firmian, Leopold Anton Eleutherius
Graf von (60terErzbischof von Salz-
burg, geb. 27. Mai 1679, gest. zu S alz-
burg22. Oct. 1744). Sohn des Franz
Firmian, Obersten und Stadthanpt-
manns zu Trieft, Oheim der zwei Vori-
gen Karl und Lactanz. Widmete sich
dem geistlichen Stande und bekleidete zu-
letzt die Würde eines Erzbischofs von
Salzburg, als welcher er von 1727—44
fungirte. In seine Regierungs - Periode
fällt (1732) die denkwürdige Bertreibung
der protestantischen Salzburger — in
der allerdings übergroßen Zahl von
30,000 stimmen alle Quellen über-
ein — welche nach Amerika auswander-
ten. Dieselbe war vorzugsweise ein
Werk seines Kanzlers Christian v. Roll,
der sich vom Dorfrichter bis zu dieser
Höhe emporgeschwungen und aus Geldgier
dieses Wagestück, welches ihm 50,000 fl.
eintrug, ausgeführt hat. Sein Fürst
verlor aber 30,000 fleißige Unterthanen
und an 200,000 fl. in den nächsten zwei
Jahren. Eine Episode dieser denkwür-
digen Auswanderung begeisterte den
Genius Goethe's zu dem herrlichen
epischen Gedichte: „Hermann uud Do-
rothea".
Oeftr. Nat.-Encyklopädie (von Oraff er und
Czikann), (Wien 1885) II. Bd. S. 141 ler-
scheint daselbst irrig als Johann Vaptist
Anton und als Bruder des Grafen Karl
Joseph, dessen Oheim er war). — Meyer
(I.), Das große Conversations - Lexikon
(Hildburghausen 1853, Bibl. Inst., Lex. 8°.)
X. Bd. S. 350. — Nouveiio Li03r2.xo.ie
TänöiÄis . . . publlöe sous 1», Hirbotion <is
U. 1e Dr. «obker (?2.ri« 1853) X VII. Lä.
8p. 745 lerscheint daselbst auch irrig als Hean
V»pti»t ^ntoin« und lrere »lne 6u
Firmian, Leopold Max Graf (Erzb i-
schof von Wien, geb. zu Trient 1766,
gest. zu Wien 29. Noo. 1831). Erhielt
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon