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dicinischen Vorlesungen, jene aus der
Chemie und Physik hörte. Zum Doctor
promovirt wurde er 1806 in Erfurt
(10. Oct.); im folgenden Jahre ließ er
sich als praktischer Arzt daselbst nieder.
1803 begann er seine Vorlesungen über
Chemie; aufgefordert, sich als Docent
bei der neu organisirten Universität zu
habilitireu, schrieb er die Dissertation:
1812), worauf er im Iänn. 1813 zum
außerordentlichen, 1814 zum ordentlichen
Professor und zum Director des chemi-
schen Institutes ernannt wurde. In die-
ser Stelle war er bis an seinen, im Alter
von 68 Jahren erfolgten Tod, sowohl
als Lehrer, wie als Schriftsteller seines
Faches thätig. Seine selbständigen Schrif-
ten sind: „HsslAcaTMN'ttm. msT'c^'ia^m,
z??-aseip. clani/ieatio^ (Nrt'urt 1806); —
„Tekrr die Wirkung des MchteZ ant das Hurn-
Zilber" (Nürnberg 1814, 8".); — „Mer
die chemischen Reagentien ' (Breslau 1816),
erschien auch als erstes Heft der „Versuche
znr Berichtigung nnd Orumternng der Ghemie";
— „Ueber die Nütnr der Metallrednriwn ant
nussem Wege" (Ebenda 1828); — „Nas
Verhältnis der chemichen
Dernmudschütt zm gnlua-
nizchm GlertririW in Versuchen dargestellt"
(Berl in 1830); — „systematischer 3chr-
begriff der Chemie in Tabellen dargestellt" (Ebd.
1836, n. f., gr. 4".). — Seine zahlrei-
chen
chemischen
Abhandlungen, welche im
„Journal für Chemie und Physik", in
Schweiggers „Annalen für Chemie",
in dcn „Abhandlungen dcr Akademie der
Wissenschaften in Berlin phys. Classe",
in Gilberts, dann in Poggendorffs
„Annalen der Physik und Chemie" und
in anderen Zeitschriften enthalten sind,
zählt Now ack im unten bezeichnetenWerke
auf; mehrere gelehrte Gesellschaften haben
F. zum Mitgliede ernannt.
Nowack (Karl Gabriel), Schlesisches Schrift-
steller-Lexikon (Breslau 1840. W. G. Korn,
8".) IV. Heft, S. 18 lnnt der ausführlichen Angabe seiner in Sammelwerken zerstreuten
Abhandlungen). — Meyer (I.), Das große
Conversations-Lexikon (Hildburghausen 1842,
Bibl. Inst., Lex. 8°.) III. Suppl. Bd. S. 653,
Nr. 5, — Kahser (Christian Gottlob), Boll^
ständiges Bücher-Lexikon (Leipzig 1834, gr.4°.)
II. Bd. S. 224 lführt ihn als Nathanael
Wolfgang aufj.
Fischer, Stephan Freiherr von, siehe:
Fischer von Nagy-Szalatnya, Stephan
Freiherr von (S. 252).
Fischer, Bwcenz (Maler und Pro-
fessor der Architektur, geb. zu Schmid-
harn in Baiern 5. April 1729, gest. zu
Wien 28. Oct. 1810). War für den
geistlichen Stand bestimmt, doch des Va-
ters früher Tod vereitelte dieses Vorha-
ben. Er kam nun zu seinem Oheim müt-
terlicher Seits und sollte Wundarzt wer-
den. Ein anderer Anverwandter, ein
Pfarrer, felbst Dilettant im Malen, be-
merkte des Knaben Talent für diefe Kunst,
unterwies ihn darin und F. kam nun zu
einem Maler in Passau, wo er wenig-
stens sein Talent frei sich entwickeln las-
sen konnte. Im Jahre 1750 kam er nach
Wien und stand bei einemWagenmaler ein;
dann ging er nach Baiern, aber bald wie-
der nach Wien zurück, wo er in den Kir-
chen einige der besseren Altarblätter co-
pirte. Im I . 1753 reiste er über Tyrol
uach Italien und fand in dem Bildhauer
Oradini eincu väterlichen Freund, der
ihn auf seinem Zuge in's Land der Kunst
mit Geldmitteln unterstützte. Aus Ita-
lien kam er 1760 nach Wien zurück und
malte sein Bild: „NlllZrs tritt Phürm's
Nrone mit Füssen", worauf er Mitglied der
Akademie der bildenden Künste wurde,
in welcher er 1764 die Professur der
Ornamentik, Optik und Perspective er-
hielt. F.'s Arbeiten sind theils Decken-
und Wandgemälde, wie in Laxenburg,
Decke und Wände im königl. Schlosse zu
Ofen, im kleineren Universitätssaale zu
Tyrnau, die Seitenwände in der Preß-
burger Schloßkapelle; theils Altarbilder,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon